Haard
American Football

In Haard wird auch American Football gespielt

Ein ehemaliger Bundesligaspieler ist die treibende Kraft hinter den "Bad Kissingen Dark Knights".
Artikel drucken Artikel einbetten
Bunt ist die Ausrüstung bei den Dark Knights. Für die Anschaffung einheitlicher Trikots werden Sponsoren gesucht. Foto: Markus Pekar
Bunt ist die Ausrüstung bei den Dark Knights. Für die Anschaffung einheitlicher Trikots werden Sponsoren gesucht. Foto: Markus Pekar
+1 Bild

Es ist die Liebe zu diesem Sport, die Markus Pekar antreibt. Die den 35-Jährigen motiviert, noch einmal ganz unten anzufangen. Der Wahl-Langenleitener hat Bundesliga in Rothenburg ob der Tauber gespielt, war für die Ball Bearings in Schweinfurt im Einsatz und kennt auch die Zeiten, als das ovale Spielgerät an der Saale durch die Gegend flog: bei den Poppenroth Knights oder den BK Celtics in Nüdlingen und Bad Kissingen.

"Mit 16 Jahren habe ich mit American Football begonnen, weil mein großer Bruder das in Schweinfurt gespielt hat. Und das ist der Sport, den ich machen will", sagt Markus Pekar. Dark Knights, dunkle Ritter also, nennen sich die gut zwei Dutzend Spieler, die bei der SpVgg Haard eine Heimat gefunden haben durch den Kontakt eines Kollegen, der dort mal gekickt hat. "Die Jungs trainieren in Dimensionen, da kann einem als Fußballer ganz schwindlig werden", erinnert sich Vereinsvorsitzender Christian Beck an ein vierstündiges Training. "Und wenn was nicht funktionierte, gab es Liegestütze obendrauf."

Ausbildung als Schwerpunkt

Vereinsmitglieder sind die Footballer alle, "weil es mir wichtig ist, dass sich die Mannschaft mit uns identifiziert und am Vereinsleben teilnimmt. Die machen auch alle einen vernünftigen und seriösen Eindruck", sagt Beck, dem imponiert, dass sich Markus Pekar keine utopischen Ziele gesetzt hat. "Ich finde es klasse, dass die Schwerpunkte erst einmal auf die Ausbildung gelegt werden", sagt der Vorsitzende.

Der Masterplan sieht vor, erst im Jahr 2021 den Spielbetrieb in der sogenannten Aufbauliga zu starten. Wenn es gut läuft, könnte es im kommenden Frühjahr ein erstes Freundschaftsspiel geben, um das Erlernte im Wettkampf zu testen. Einen 35-Mann-Kader erhofft sich Markus Pekar, weil eine American-Football-Mannschaft aus zwei elfköpfigen Teams besteht: einer Offense, die die Punkte erzielt. Und einer Defense, die exakt das verhindert. "Es soll bei uns niemand verheizt werden. Diesen Fehler haben einige Teams in der Region meiner Meinung nach gemacht", sagt Pekar zu gescheiterten Versuchen in Burgwallbach oder Mittelstreu, diesen in Deutschland zumindest medial boomenden Sport in der Region zu etablieren.

Breiter aufgestellt werden muss die Mannschaft auch an der Seitenlinie. Martin Pekar ist Trainer, Spieler und Abteilungsleiter in Personalunion, wird bei der Arbeit auf dem Platz aber unterstützt von Andreas Schneider sowie von Joachim Seitz, der aufgrund seiner Erfahrung als Headcoach im Gespräch ist. Gesucht wird zudem ein Quarterback, also der Taktgeber im Team, der mit exakten Pässen die Spielzüge einleitet. "Wir haben momentan zwei Spieler in der engeren Auswahl, mal schauen, wie da die Entwicklung ist", sagt Pekar.

An Ideen mangelt es nicht

Für die Ausrüstung ist jeder Spieler selbst verantwortlich, dennoch muss der aktuell Sponsoren-Pool größer werden. "Wir brauchen zum Beispiel einheitliche Trikots", sagt Pekar, der sich in Sachen Öffentlichkeitsarbeit einiges hat einfallen lassen: Ein lokaler Radiosender hatte einen Video-Beitrag erstellt und in einem Bootcamp konnten sich Interessierte über ein Wochenende mit diesem Sport vertraut machen. Dazu gab es einen Info-Stand in Bad Kissingen.

"Wir legen viel Wert auf eine familiäre Atmosphäre. Auch die Frauen und Freundinnen der Spieler stehen hinter unserem Sport und sorgen nach dem Training für Getränke, machen auch mal Hotdogs und Burger", sagt Pekar, der sobald wie möglich die Jugend für seinen Sport gewinnen will mit dem sogenannten Flag Football, der ohne Kontakt und spezielle Ausrüstung gespielt wird.

Längst wird im Haarder Sportheim an Sonntagabenden American Football aus den USA gezeigt. Anfang Februar ist eine Superbowl-Party geplant. Mit Überzeugung und Enthusiasmus ist Markus Pekar am Werk. Ausgestattet mit einem langen Atmen, den es für dieses Projekt braucht.

Verwandte Artikel

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren