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In der Relegation entscheidet die Coolness

Der TSV Münnerstadt kann nach dem Erfolg in Gerolzhofen daheim einen großen Schritt zum Klassenerhalt in der Bezirksliga machen. Lauter und Poppenlauer strotzen vor Zuversicht.
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Sie wollen in der Relegation den Klassenerhalt in der Kreisklasse klarmachen: Lauters Spielführer Florian Fichtl (vorn) und der mit zwölf Treffern beste Torschütze Julian Kühnlein (links dahinter). Foto: ssp
Sie wollen in der Relegation den Klassenerhalt in der Kreisklasse klarmachen: Lauters Spielführer Florian Fichtl (vorn) und der mit zwölf Treffern beste Torschütze Julian Kühnlein (links dahinter). Foto: ssp

Jetzt gilt es: Drei Teams aus dem Landkreis Bad Kissingen stellen sich an diesem Wochenende der Auf- beziehungsweise Abstiegsrelegation. Während der TSV Münnerstadt schon zum zweiten Mal randarf, fiebern der FC Poppenlauer und der BSC Lauter ihrem ersten Entscheidungsspiel entgegen.

TSV Münnerstadt - FC Gerolzhofen (Samstag, 16 Uhr) Zwei Tore auswärts geschossen und jetzt das Rückspiel daheim in der Hinterhand: Der TSV Münnerstadt hat doch schon die halbe Miete für Etappe 1 zum Klassenerhalt in der Bezirksliga eingefahren, oder? Trainer Klaus Keller widerspricht dem vehement. "Das 2:1 in Gerolzhofen ist gut; wir sind mit einem Tor vorne, aber nix anderes", warnt er vor dem Gegner, der auch Bezirksliga-Niveau habe. Deswegen will Keller bei seinem Team auch kein Komfortdenken einziehen lassen. "Wir dürfen das Spiel nicht angehen mit der Taktik: Wir haben 2:1 gewonnen und schauen nun, dass nichts mehr passiert. Wir müssen auch Akzente setzen und zuhause unsere Tore machen." Was nicht bedeute, dass Münnerstadt alles auf Biegen und Brechen nach vorne werfe. Denn Keller erwartet auch Gerolzhofen offensiv; die Abwehr muss achtsam sein. "Ich erwarte von meiner Mannschaft Coolness und eine abgezockte Spielweise." Für das zweite Relegationsspiel kehrt Ahmed Coprak in den Kader zurück. Dafür fällt Philipp Bott mit Knieproblemen aus. Philipp Müller und Michael Knysak sind angeschlagen. Keller hofft auch auf die Rückkehr von Niklas Markart, der die vergangenen beiden Spiele nicht mitwirken konnte.

Hendungen-Sondh./Gr. - Poppenlauer (Sonntag, 13.30 Uhr) Der FC Poppenlauer, Zweiter der A-Klasse Rhön 2, kreuzt in Gaboldshausen mit der SG Hendungen/Sondheim/Grabfeld aus der A3 die Klingen. Laut Pressewart Sven Gessner ist die Mannschaft heiß auf das Aufstiegs-Duell - obwohl der künftige Kreisklassen-Startplatz für die künftige Spielgemeinschaft mit Maßbach und Weichtungen durch Letztere schon gesichert ist.

"Das ist unsere letzte eigenständige Saison und wir wollen den Aufstieg unbedingt", so Gessner. Dass Poppenlauer in der kommenden Saison in der SG aufgehe, motiviere eher, als dass es hemme. "Wir wollen den Aufstieg auch unbedingt im ersten Spiel klar machen", spielt Gessner darauf an, dass der Verlierer des Duells mit Hendungen nächste Woche eine weitere Aufstiegschance gegen ein Team aus der Kreis- oder den SV Machtilshausen aus der A-Klasse 1 bekommt.

Die SG Hendungen hält der Poppenläurer Pressewart für eine sehr starke Mannschaft - obwohl das Team trotz großen Vorsprungs in der A3 noch die Meisterschaft gegen die SG Sandberg vergeigte. "Ein paar von uns waren beim Spiel oben und haben es sich angeschaut." Ob der kleine Negativlauf der Grabfelder einen Vorteil für Poppenlauer darstellt oder Hendungen eher heißmacht: Gessner will es nicht bewerten.

Feststeht: Am Sonntag in Gaboldshausen wird der FC mit voller Kapelle auflaufen können. Fehlen werden nur der langzeitverletzte Julian Schmitt und ein Spieler, der seit Dezember eine Weltreise unternimmt. Ein besonderes Training war unter der Woche nicht angesetzt. Aber es wurde viel gesprochen, um die Köpfe für das Relegationsspiel freizubekommen.

BSC Lauter - VfB Burglauer (Sonntag, 18.30 Uhr) Der BSC Lauter spielt nicht um die Auf-, sondern gegen den Abstieg aus der Kreisklasse Rhön 1, und zwar in Oerlenbach gegen den VfB Burglauer aus der Kreisklasse Rhön 2. BSC-Spieler und Abteilungsleiter Dominik Schlereth gibt sich selbstbewusst. "Wir sind guter Dinge, dass wir uns gegen Burglauer die Kreisklasse sichern." Seine Hoffnungen liegen auf der Rückkehr von Nico Kessler und Julian Kühnlein. Sie sollen der Offensive der Lauterer neuen Schwung verleihen. Aufgrund von Verletzungsproblemen habe die in den letzten Spielen geschwächelt.

In Burglauer ist die Stimmung übrigens prächtig, obwohl es um den Erhalt der Kreisklasse geht. "Nach den acht Niederlagen in Folge in der Hinrunde haben uns viele schon abgeschrieben. In der Rückrunde haben wir bis auf drei Spiele vernünftige Leistungen gezeigt. Ich weiß, dass wir in unserer Klasse jeden Gegner schlagen können", sagt Trainer Sascha Beker. Sein Co-Trainer Marco Mangold habe sich Lauter angeschaut. "Wir sind gut vorbereitet", verspricht Beker.

In der Relegation zur Kreisklasse spielen fünf Mannschaften um vier freie Plätze. Der Gewinner der Partie in Oerlenbach hat den Klassenerhalt geschafft, der Verlierer hat am Donnerstag gegen noch zwei Chancen, nachzuziehen. Allein aus dem Modus lässt sich ableiten, dass beide Mannschaften nicht planlos anrennen werden. "Klar spielen wir auf Sieg", erklärt Beker, "aber erstmal müssen wir hinten sicher stehen. Vorne sind wir immer für ein Tor gut."

Die VfB-Hoffnungen ruhen in erster Linie auf Jan Schneider. Der 31-Jährige, der für den TSV Aubstadt in der Landesliga Nord und der Bayernliga Nord auf Torejagd ging, war in der Saison mit neun Treffern bester Torschütze seines Heimatvereins; zuletzt traf der Kapitän regelmäßig. Sven Bötsch und Dominik Seufert plagten sich unter der Woche mit Verletzungen, werden es aber wohl versuchen.

BSC-Trainer Tobias Heilmann hat sich auch mit dem VfB und seinen einzelnen Spielern beschäftigt, besonders eben mit Jan Schneider. "Wir schätzen den Gegner als stark ein. In den vergangenen Jahren haben sie immer nur Kreisklasse - oder -liga gespielt und hatten nie etwas mit dem Abstieg in die A-Klasse zu tun", sagt Dominik Schlereth.

Und wenn es am Sonntag in Oerlenbach für den Klassenerhalt nicht reichen sollte? Dann setzt Schlereth auf eventuelle zwei weitere Chancen gegen den SV Machtilshausen beziehungsweise den Verlierer aus Hendungen - Poppenlauer.

Für die SG Hendungen-Sondheim/Grabfeld soll es nun im dritten Anlauf in die Kreisklasse klappen, nachdem die entscheidenden Spiele um die Meisterschaft in der A3 verloren gingen (in letzter Minute mit 0:1 gegen die SG Mellrichstadt/Frickenhausen und mit 1:2 gegen die SG Sandberg/Waldberg II). Obwohl es theoretisch noch zwei weitere Möglichkeiten für die Truppe von Frank Hartmann zum Aufstieg gäbe, ist der SG-Trainer optimistisch, den Aufstieg bereits am Sonntag zu feiern.

"Zwar haben wir zweimal die Meisterschaft verdaddelt, aber ich bin sehr zuversichtlich, dass wir es jetzt schaffen. Wir haben insgesamt eine gute Runde gespielt und der Aufstieg wäre der krönende Abschluss. Ich vertraue meiner Mannschaft. Denn ich habe immer wieder gesehen, dass meine Mannschaft guten Fußball spielen kann."

In einem solchen Spiel stünden die Chancen fifty-fifty. "Da gibt es keinen echten Favoriten. Da ist entscheidend, wie man in diese Partei reinkommt und mit seinen Nerven klarkommt.", sagt Hartmann. Fehlen wird Michael Schöppach (Rotsperre nach Platzverweis in Mellrichstadt).

Wichtig wird für den Ausgang auch sein, welche der beiden in der Runde so erfolgreichen Angriffsreihen (Hendungen-Sondheim/Grabfeld 67 Treffer in 24 Spielen und Poppenlauer (99 Tore in 28 Partien) sich am Sonntag treffsicherer präsentiert. So will die Hartmann-Truppe vor allem auf Andre Keßler (33 Treffer), Florian Kleinhenz (12) und Christopher Schneider (11) aufpassen.

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