Oberleichtersbach
Radsport

Höchstleistung auf der Stelle beim Rollenradrennen

18 Uhr am Samstag in der rappelvollen Oberleichterbacher Turnhalle: Die 14 teilnehmenden Teams haben noch 20 Minuten lang die Chance, im fliegenden Wechsel ordentlich Kilometer für die Mannschaftswertung zu fressen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Von der Anstrengung gezeichnete Gesichter und gekrümmte Rücken: Bei Rollenradrennen in Oberleichtersbach quälten sich 14 Teams, um kräftig Kilometer zu machen. Foto: Sebastian Schmitt
Von der Anstrengung gezeichnete Gesichter und gekrümmte Rücken: Bei Rollenradrennen in Oberleichtersbach quälten sich 14 Teams, um kräftig Kilometer zu machen. Foto: Sebastian Schmitt
+1 Bild

Zwölf Stunden und 20 Minuten dauert das beliebte Rollenradrennen insgesamt. Und es lockt alljährlich nur die ambitioniertesten Radsportler aus der Region nach Oberleichtersbach. Denn der Wettkampf ist wahnsinnig schweißtreibend.

Aus minimum vier Fahrern muss ein Team bestehen, darunter mindestens eine Frau. Bis zu drei Stunden ist ein einzelner Fahrer daher auf seinem Rennrad unterwegs. Und bewegt sich doch trotz höchster körperlicher Anstrengung nicht einen einzigen Zentimeter vom Fleck.

Wie viele Kilometer die Sportler in den Beinen haben, erfährt zunächst nur der Computer, aber es lässt sich in den Gesichtern der Rhöner Pedalritter ablesen. Die magische Grenze von insgesamt 500 gefahrenen Kilometern innerhalb von zwölf Stunden peilen die ehrgeizigen Teams Jahr für Jahr aufs Neue an - um dieses ambitionierte Ziel in den meisten Fällen recht knapp zu verfehlen. Im vergangenen Jahr durchbrach das bärenstarke Team "Power Express 200+" aus Modlos die magische Schallmauer und erreichte mit einem sensationellen Endspurt 504 Kilometer Gesamtfahrleistung.

Dieser Kraftakt ist längst nicht für alle Teams im Bereich des Möglichen. Hängt ein Fahrer mal ordentlich in den Seilen, dann wird er von seinen Teamkollegen angefeuert, motiviert und zur Höchstleistung animiert. Teamgeist wird beim Rollenradrennen traditionell ganz groß geschrieben. Die Mannschaften helfen sich gegenseitig bei technischen Problemen, unterstützen sich so gut es geht, auch wenn der sportliche Ehrgeiz unverkennbar ist.

Zu den großen Favoriten zählt alljährlich das routinierte Team "Bikeworld Brand Euerdorf", das sich 2019 überraschend mit dem 3. Platz zufrieden geben musste. Nach zehn Stunden hatte "Bikeworld Brand" heuer die 400 Kilometer-Marke geknackt, allerdings immer noch die "Gassebiker" mit 392 Kilometern im Nacken. Ein Kopf-an-Kopf-Rennen zeichnete sich ab, mit dem deutlich besseren Ende für den ewigen Top-Favoriten. Zwischendurch hatten die beiden Spitzenreiter allerdings im Tagesverlauf nur wenige Meter voneinander getrennt.

Die Wertung der Sport-Teams ergab folgende Reihenfolge: Team Bikeworld Brand Euerdorf (453 Kilometer), Gassebiker (449), RSC Bimbach I (413), Zinks und angeHeierte (405), Die flotten 50er (403), 2 Rad 20 (401), RSC Bimbach for ever (392), Team Leichtersbach (389), Heikos Radschuppen (387), Flinke Pedale (386), Schwarze Berge Südhang (368), Lubidaba 2 (361), Rollenrunner (350) und Lubidaba 1 (346).

Die Leistung der Spaßteams wurde gesondert bewertet, da für sie ein anderes, weniger strenges Reglement galt: Kali Stiere (419 Kilometer), SG Oberleichtersbach (411), Spaßteam Bikeworld Brand Euerdorf (359), Team der Skigymnastik (355), Die Sippe (348), Spaßteam aus Poppenhausen (340), Hanse Haus Oberleichtersbach (321) und Gemeinderad Oberleichtersbach (312).

Organisiert wird das Rollenradrennen vom Team Schwarze Berge und der SG Oberleichtersbach. Der technische und organisatorische Aufwand ist hoch. Aber die Veranstalter haben längst wichtige Erfahrungen sammeln können, um einen solchen Wettbewerb souverän über die Bühne zu bringen.

"So voll wie heuer war es noch nie", sagte Organisator Karl Bienmüller vom Team Schwarze Berge. Schon in den Morgenstunden kamen die ersten Zuschauer, was es so in den zurückliegenden Jahren nicht gab. Jahr für Jahr wuchs die Teilnehmerzahl langsam, aber stetig. Wobei das begrenzte Raumangebot kein beliebiges Wachstum zulässt.

Auch die Zuschauer konnten sich wieder selbst auf der Rolle versuchen. Auf einem separaten bereitgestellten Spendenrad konnte jeder Besucher kräftig in die Pedale treten und Gutes für Schule und Kindergarten tun. "Das ist viel besser gelaufen als in den zurückliegenden Jahren", so Bienmüller.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren