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Volleyball

Hammelburg Volleys strecken sich vergeblich

Nach dem verlorenen Sechs-Punkte-Spiel gegen den SV Schwaig rutschen die Hammelburg Volleys gefährlich nah an die Abstiegsplätze heran.
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Mit den kraftvoll geschlagenen Schwaiger Schmetterbällen hatten die Hammelburg Volleys - hier Oscar Benner (Mitte) und Nils Rehmeier ihre Probleme. Selbst kamen sie oft nicht durch und verloren das Sechs-Punkte-Spiel im Abstiegskampf.Sebastian Schmitt
Mit den kraftvoll geschlagenen Schwaiger Schmetterbällen hatten die Hammelburg Volleys - hier Oscar Benner (Mitte) und Nils Rehmeier ihre Probleme. Selbst kamen sie oft nicht durch und verloren das Sechs-Punkte-Spiel im Abstiegskampf.Sebastian Schmitt

Hammelburg Volleys - SV Schwaig 1:3 (21:25, 27:25, 23:25, 21:25).

Musste es so kommen nach dem schmerzlichen Abgang der Wolf-Brüder? Die Hammelburg Volleys haben nach diversen Niederlagen gegen Favoriten auch das Sechs-Punkte-Heimspiel gegen den Tabellennachbarn SV Schwaig verloren. Auch, weil der dünn besetzte Kader wenig Möglichkeiten bietet, Schwankungen auszugleichen. Die besinnliche Zeit soll es nun richten.

Er hatte etwas von einem geschlagenen Helden: Nach dem Spiel humpelte Oscar Benner - mit dick getapetem Fuß und enttäuschtem Gesicht - aus der Halle. Unter der Woche hatte er sich bei der Uni-Meisterschaft an der Ferse verletzt, ging unter Schmerzen ins Spiel - und machte es dafür ziemlich gut. Auch seine Mitspieler mühten sich. Doch gegen spielerisch kaum bessere, aber in den entscheidenden Situationen abgezocktere Schwaiger reichte das nicht.

Schon der erste Satz verlief exemplarisch. Nach von beidem Mannschaften nervösem Beginn erarbeiteten sich die Gäste einen Zwei-Punkte-Vorsprung, den sie hartnäckig hielten. Da schon auffällig die langen, manchmal chaotisch wirkenden Ballwechsel, die die Schwaiger Außen um Perica Stanic meist für sich entschieden. Die Hammelburger hatten so ihre Probleme mit den Blocks der Gäste. Anders als gewohnt kam insbesondere Moritz Rauber kaum durch.

In der Mitte des ersten Satzes wäre eine Wende möglich gewesen, als die Volleys dank Schwaiger Fehler und eines guten Blocks den 9:9-Ausgleich schafften und den Stand bis zum 17:17 ausgeglichen hielten. Doch dann schlugen die wütenden Gastgeber vier Bälle entweder in den SV-Block oder ins Netz: 17:20. Die Vorentscheidung, weil Schwaig nicht mehr viel zuließ.

Satz Nummer zwei verlief ähnlich: Wieder liefen die Hammelburger nach ausgeglichenem Beginn einem Zwei-Punkte-Rückstand hinterher. Wieder schafften sie in der Satzmitte den Ausgleich und hielten das Spiel diesmal bis zum 23:23 ausgeglichen. Nun leisteten sich die Schwaiger Ungewöhnliches: Dreimal segelten ihre Angaben ins Aus; dreimal brachten sie so die Volleys in Front. Die machten den Satz im dritten Versuch mit viel Glück zu. Ein sehr gut ins Feld gesetzter Schmetterball der Schwaiger streifte vorher die Antenne am Netz. Ein Fehler, der einen Punkt für den Gegner bedeutet.

Nun sollte im dritten Satz die wilde Hatz erfolgen. Zumal der psychologische Vorteil auf Seiten der Gastgeber schien. Stattdessen setzte es einen Schock. Die Schwaiger spielten sich scheinbar locker einen Fünf-Punkte-Vorsprung heraus: 5:10. Volleys-Trainer Karl Kaden reagierte: Er nahm beim Stand von 8:13 den unglücklich agierenden und mit sich selbst hadernden Moritz Rauber runter, brachte Kapitän Felix Bendikowski. Das wirkte. Der Block stand; Bendikowski und auch Henning Schulte machten wichtige Punkte: 17:17.

Wer hatte nun die besseren Nerven? Das war in dieser Phase schwer zu beantworten. Schwaig legte stets vor; Hammelburg glich aus, wobei das Publikum nun jeden Punktgewinn ausgiebig feierte. Beim Stand von 22:23 gelang der Ausgleich nicht mehr. Einen Schmetterball von Oscar Benner, den alle im Publikum drin gesehen hatten, gab die Schiedsrichterin "Aus". Zwar kamen die Volleys noch einmal auf 23:24 heran, doch den Schwaiger Schmetterball zum Satzgewinn schafften sie icht mehr zu blocken.

1:2 nach Sätzen. Aber eigentlich war nichts Schlimmes passiert. Noch konnten die Hammelburger im vierten Satz ausgleichen und sich mindestens einen Punkt in der Tabelle sichern. Sie legten auch gut los: 4:2. Endlich mal einen Satz von vorn gestalten. Denkste! Die Schwaiger glichen aus, auch wegen einer umstrittenen Schiri-Entscheidung. Noch ein paar Mal schafften die Hammelburger die knappe Führung. Doch spätestens nach dem 13:13 folgte der Bruch im Spiel. Gute Blocks der Schwaiger, platzierte Schmetterbälle und ein Regelverstoß von Hannes Krochmann, der den Ball schlug, wo er ihn nur über das Netz hätte pritschen dürfen: Plötzlich stand es 15:20. Jeder Zuschauer in der Saaletalhalle merkte es: Es war vorbei.

Mehr als drei Punkte ließen die Schwaiger Hammelburg nicht mehr herankommen. Und als eine scharfe SV-Angabe von der Hammelburger Annahme ins Aus segelte, war die Niederlage besiegelt.

Wieviel Körner die turbulente Hinrunde gekostet hat, zeigte sich in den Interviews. Der verletzte Oscar Benner freute sich auf die Winterpause und dass er "jetzt die Füße hochlegen" kann. "Es tut uns auf jeden Fall gut, dass wir alle mal runterfahren können, nachdem wir deprimierenderweise mehrere Spiele hintereinander verloren haben und unten im Keller sind in der Tabelle. Wir müssen schauen, dass wir nach der Winterpause stärker zurückkommen."

Auch Benners Trainer Karl Kaden sah sein Team angeschlagen. "Im Endeffekt fehlen uns die Wechselmöglichkeiten. Wir können niemanden eine Pause geben. Das hat man in Rüsselsheim und gegen Eltmann gesehen und auch hier wieder."

Es sei kein schönes Spiel gewesen. Auch Schwaig habe Druck verspürt. "In allen Sätzen waren wir dran, treffen aber zwei, drei falsche Entscheidungen." Zudem habe es einige strittige Pfiffe der Schiris gegeben. In Summe sei das aber nicht ausschlaggebend für die Niederlage gewesen. Der Wechsel im Spiel von Moritz Rauber hin zu Felix Bendikowski habe zwar gefruchtet. Aber man habe gesehen, dass einige Spieler belastet seien.

In der Weihnachtspause möchte Kaden, dass seine Jungs den Kopf freibekommen und neu durchstarten. "Ich denke, dass wir im neuen Jahr mehr Spiele gewinnen, als wir in der Hinrunde gewonnen haben. Wir müssen unsere Frische, unseren Mut, unsere Lockerheit wieder zurückgewinnen." Die zuletzt vielen Partien am Stück hätten gezeigt, dass bei dem engen Kader die Leistungsfähigkeit abnehme.

Kadens Schwaiger Kollege Milan Maric sagte, sein Team sei besser mit dem Druck den Gewinnenmüssens zurechtgekommen. Hammelburg sei teilweise auf Augenhöhe gewesen, außer in der Schlussphase.



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