Hammelburg
Volleyball

Hammelburg Volleys schaffen ihren nächsten Streich

Die Hammelburg Volleys präsentieren sich in super Form und fahren den fünften Saisonsieg in der 2. Liga ein. Wieder bestechen Spieler, denen man das gar nicht zugetraut hatte.
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Janick Sill (links) und Hannes Krochmann gehörten gegen die L.E. Volleys zu den besten im Team der Hammelburger. Foto: Jens Feistel
Janick Sill (links) und Hannes Krochmann gehörten gegen die L.E. Volleys zu den besten im Team der Hammelburger. Foto: Jens Feistel

Hammelburg Volleys - L.E. Volleys 3:0 (26:24, 25:17, 25:17).

So langsam wird es unheimlich: Die Hammelburg Volleys haben in nur eineinhalb Stunden Aufsteiger L.E. Volleys mit 3:0 aus der Saaletalhalle gefegt. Dabei waren bei den Gastgebern Spieler mitentscheidend, die vergangene Saison keine oder kaum eine Rolle gespielt hatten.

Es stand 20:18 im ersten Satz, als Moritz Zeitler nach einem langen Ballwechsel clever den Leipziger Block anschlug, von wo der Ball ins Aus prallte. Ein Punkt fürs Heimteam mit etwas Glück, aber auch mit Willen und Können. Zeitler feierte ihn ausgelassen mit der Jubelfaust.

Solche Szenen hatte Hammelburgs Vierer vergangene Spielzeit selten bis gar nicht. Kein Wunder, wurde er doch meist nur für wenige Minuten gebracht, um nach recht zögerlichem Spiel und folgerichtigen Fehlern wieder rausgenommen zu werden.

Letzteres passierte gegen Leipzig nicht; Zeitler spielte selbstbewusstes und eben auch cleveres Volleyball. Unter Trainer Cornel Closca gehört er zum Stammpersonal der Volleys, wie andere frühere Teilzeitkräfte auch. Und er trug mit wichtigen Punkten zur starken Teamleistung der Hammelburger gegen die L.E. Volleys bei.

Die fanden am Samstagabend gut ins Spiel, nervten die Gastgeber im 1. Satz gewaltig. Bis zum 13:13 konnte sich keines der beiden Teams um mehr als einen Punkt absetzen; die Führung wechselte hin und her. Einzig gegen Oscar Benners Sprung- und Schlaggewalt schienen die Leipziger machtlos.

Zwei Aufschlag-Asse

Dann schaffte Moritz Zeitler mit zwei Aufschlag-Assen den ersten größeren Vorsprung seiner Volleys: 16:13. Und ärgerte sich tierisch, als er die dritte Angabe versemmelte.

Den Drei-Punkte-Vorsprung hielt Hammelburg im wesentlichen. Doch als die Zuschauer bei 24:22 für den zu erwartenden Satzgewinn aufstanden, glichen die Gäste aus. Früher hätten die jungen TV/DJKler das große Zittern bekommen, diesmal nicht. Nils Rehmeier finalisierte den Satz, weil er eher als der Leipziger Block am Ball war.

In Satz Nummer 2 legten die Gastgeber mächtig los. Vor allem wegen des felsenfesten Blocks stand es bald 9:2. Der Satzgewinn schien sicher; doch irgendwie hatten die Hammelburger übertrieben. Leipzig kam mit einer Serie tatsächlich auf 9:9 heran. Was auch daran lag, dass sich ihr Block besser auf Benner eingestellt hatte. Mehrfach blieb er hängen.

Ungewöhnlicher Wechsel

Deshalb ein Wechsel, für den die Zuschauer den Trainer vergangene Saison wohl für verrückt erklärt hätten. Hannes Krochmann löste Zuspieler Laurentiu Vinatoru ab. Und was noch verwunderlicher schien: David Baden kam für Benner!

Aber es funktionierte. Das Heimteam bekam die hinter den Block gelegten Bälle der Leipziger besser in den Griff. Trotzdem gewannen Letztere meist die Punkte aus dem Spiel heraus. Vielleicht wären sie davongezogen - hätten sie nicht vier Angaben hintereinander ins Aus oder ins Netz gesetzt. So fanden die Hammelburger zurück ins Spiel und gewannen - wie selbstverständlich - den Satz mit acht Punkten vor.

Da war der 3. Satz nur noch Formsache, oder? Es schien so. Die Volleys legten los: 7:2 nach wenigen Minuten. Doch wieder kämpften sich die L.E. Volleys zurück, glichen zum 9:9 aus, führten 11:10.

Hammelburg wackelte; aber Hammelburg fiel nicht. Scheinbar ungerührt, aber leidenschaftlich drehten die Spieler das Spiel, wobei Janick Sill gleich ein doppelter Punktgewinn gelang. Aber auch David Baden, Moritz Rauber und Nils Rehmeier agierten, bedient von Hannes Krochmann, wie im Rausch. Als machtlose Leipziger ihren letzten Schmetterball ins Aus setzten, war es geschafft.

Aufschlag- und Angriffsdominanz

Gäste-Trainer Christoph Rascher sprach von einer Hammelburger Aufschlag- und Angriffsdominanz, gegen die sein Team keine Chance gehabt habe. Nur im ersten Abschnitt habe es gut mitgehalten, ihn aber durch "unglückliche Entscheidungen" seiner Spieler verloren.

Hammelburgs Trainer Closca sprach davon, dass nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Luca Dierks und Ben Stoverink Janick Sill eine große Hilfe gewesen sei. Krochmann habe die Bälle gut verteilt, Baden habe "sein Zeug gemacht". Nun sei es seine Aufgabe als Trainer, die Jungs auf den Boden zu behalten.

Und Moritz Zeitler? Merkte an, "dass wir mega zusammengewachsen sind. Es macht unheimlich Spaß, mit den Leuten Volleyball zu spielen." Durch das neue Mannschaftsgefüge bekomme er Sicherheit im Spiel - und gebe die auch weiter. "Wir wissen mittlerweile, was wir können und dass wir füreinander alles machen."

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