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Volleyball

Hammelburg Volleys landen Befreiungsschläge

Auswärts sahen die Hammelburg Volleys bisher eher schlecht aus. Jetzt gelangen ihnen gleich zwei Befreiungsschläge.
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Die Hammelburg Volleys landeten zwei Befreiungsschläge.
Die Hammelburg Volleys landeten zwei Befreiungsschläge.

Volley Youngstars Friedrichshafen - Hammelburg Volleys 1:3 (21:25, 27:25, 19:25, 21:25) Nach dem 3:1-Erfolg blieb das Team der Hammelburg Volleys in der 4000-Mann-Arena, um sich das Duell von Rekordmeister VfB Friedrichshafen gegen Lüneburg anzuschauen. Dort erlebten die Jungs von Headcoach Karl Kaden eine völlig andere Stimmung als beim eigenen Auftritt, bei dem sich nur eine Handvoll Fans in den Volleyballtempel am Bodensee verirrte. Ein bisschen ließen sich die Hammelburger von der Atmosphäre in der für Zweitligaspiele völlig überdimensionierten Halle und den forsch aufspielenden Jungs der Talentschmiede beeindrucken. 

"Die Friedrichshafener haben sehr gut und unbekümmert gespielt. Nach der Winterpause ohne viel Training ist es immer schwer, einen guten Start zu finden und gegen Friedrichshafen und in dieser großen Halle ist es immer schwer zu spielen", analysierte Diagonalangreifer Oscar Benner den zähen Auftritt seiner Jungs. Diese Leichtigkeit suchte man bei ihnen zunächst vergebens.

Benner gehörte wieder zu den Stützen des Teams. Aber auch Neuzugang Jackson Maris bot eine klasse Leistung. Hammelburgs neue Nummer 5 leitete das Spiel souverän und sorgte für Stabilität. "Jackson macht einen richtig guten Job, spielt sehr variabel und versucht in der entscheidenden Spielsituationen, die Mittelblocker im Angriff einzusetzen, was wiederum die Außenangreifer und den Diagonalmann entlastet und worauf sich der Block nur schwer einstellen kann", sagte Benner.  

Am Ende waren Spieler und Betreuer froh, drei Punkte geholt zu haben. Nach dem "Wie" fragt in dieser Rückrunde ohnehin niemand mehr.olly TSV Mimmenhausen - Hammelburg Volleys 2:3 (18:25, 21:25, 25:18, 25:19, 9:15). Welch eine Überraschung und welch ein Befreiungsschlag: Ausgerechnet beim direkten Konkurrenten und Aufsteiger Mimmenhausen holten die auswärts meist unglücklichen Hammelburg Volleys drei extrem wichtige Punkte im Abstiegskampf - auch wenn es erst im Tie-Break war. Spieler des Spiels: Neuzugang Jackson Maris.

Was wäre gewesen, hätten die Volleys dieses wichtige Auswärtsspiel verloren. Gedanken darüber müssen sie sich nicht machen. Schon nach dem als Pflicht zu bezeichnenden Sieg am Samstag in Friedrichshafen wirkten die Volleys laut ihrem Trainer Karl Kaden "befreit". Das Team habe sich unter anderem mit Videostudium auf das Spiel gegen Mimmenhausen vorbereitet. Dabei versuchte Kaden, seinen Spielern zu vermitteln, dass der Gegner bestimmte Abläufe spielt und Probleme bekommt, wenn man gewisse Spieler unter Druck setzt. Hieß im Klartext: Die Angaben mussten punktgenau bestimmte Bereiche treffen. Und das gelang perfekt, schon in den Sätzen 1 und 2, die die Volleys relativ klar gewannen. Sie schafften es auch, die Blocks gut zu stellen und so Außenangreifer Jonas Hoffmann etwas einzudämmen, der auf Mimmenhausener Seite trotzdem MVP wurde.

Zur Wahrheit des Spiel gehört aber auch, dass die Hammelburg Volleys nach der komfortablen 2:0-Führung im 3. und 4. Satz ihre Linie verloren. "Mimmenhausen wurde in der Annahme stärker. Wir sind im Block nicht mehr ganz so hinterhergekommen und dadurch eingebrochen", sagte Karl Kaden nach dem Spiel.

Doch im Vergleich zur Hinrunde zeigte sich eine neue Qualität der Volleys: Kaden hat mehr Wechselmöglichkeiten, die seine Mannschaft weniger ausrechenbar machen. Im eigentlich verloren geglaubten 4. Satz brachte er mit Moritz Zeitler, Yanick Sill und Zuspieler Hannes Krochmann frische Akteure. Und die Neuen brachten wieder Zug ins Team. Besonders Sill glänzte vor 537 Zuschauern mit einer Aufschlagserie. Und siehe da: Die Hammelburger kamen punktemäßig heran.

Zum Satzgewinn reichte es für sie zwar nicht mehr. Dazu war der Mimmenhausener Vorsprung zu groß. Aber laut Kaden ging sein Team mit dem Bewusstsein in den entscheidenden Tie-Break, ein Spiel drehen zu können.

Den 5. Satz gewannen der TV/DJK dann auch souverän. "Klar könnte man sich über den verlorenen Punkt ärgern", sagte der Trainer. "Aber für mich ist es viel mehr wert, dass wir nach den zwei verlorenen Sätzen zurückgekommen sind." Kaden lobte vor allem seinen neuen Zuspieler Maris, aber auch Lukas Spachmann und Felix Bendikowski, die stabil in der Annahme gewesen seien. Auch Oscar Benner lobte seine Mitspieler. "Jackson und Nils haben heute einfach wahnsinnig gespielt."

Punktemäßig sieht der Trainer sein Team jetzt im Soll. "Ich bin sehr stolz auf das Team." Nun müsse es dauerhaft gelingen, zum Spaß am Spiel zurückzufinden, wie es am Samstag und Sonntag der Fall gewesen sei. Diese Freude sei durch verschiedene Umstände in der Hinrunde verloren gegangen. Kaden ist überzeugt, dass sich die Dinge, auch dank Jackson Maris, in der Rückrunde günstiger entwickeln werden. Er sei ein toller Mensch. Im nächsten Spiel gegen Fellbach soll nachgelegt werden.st



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