Vor Weihnachten hatten die Verantwortlichen der Hammelburg Volleys eine Reaktion auf die sportliche Talfahrt in der 2. Bundesliga angekündigt; hier kommt sie: Jackson Maris heißt der 25-jährige Kanadier, der in der schweren Rückrunde das Team im Kreativzentrum verstärken und mit Hannes Krochmann bis Saisonende die Zuspielfäden ziehen soll. Schon beim anstehenden doppelten Auswärtsspieltag gegen Friedrichshafen (13./1; Aufschlag Samstag, 15.30 Uhr) und Mimmenhausen (8./16, Aufschlag Sonntag, 16 Uhr) könnte Maris den Volleys (10./13) helfen.

Der Kanadier kommt von Erstliganachbar United Volleys Rhein-Main,wo sein Vertrag als dritter Zuspieler zum Ende des Jahres ausgelaufen war. "Den Tipp haben wir von Hartmut Karlitzek bekommen, verbunden mit besten Empfehlungen seiner beiden Söhne Lorenz und Moritz. Dafür sagen wir herzlichen Dank, der natürlich auch unseren Sponsoren und den United Volleys gilt, mit denen der Transfer vorbildlich verlief", sagt Abteilungsleiter Matthias Benner.

Maris selbst entdeckte seine Leidenschaft für den Volleyball während seiner Zeit am Reed Deer College Alberta; später spielte er im Team der Universität Calgary. Vor seinem Engagement bei den United Volleys spielte er bei zwei Vereinen der schwedischen Elitserien. "Wir waren uns im Arbeitskreis Bundesliga einig, dass wir uns personell verstärken müssen und dass unser junges Zuspieltalent Hannes Krochmann einen erfahrenen Zuspieler an seiner Seite braucht", teilt Pressesprecher Oliver Wendt mit.

Nun ist Maris mit 25 Jahren kein alter Mann des Volleyballsports; dennoch haben seine bisherigen Einsätze im Training und beim Vorbereitungsturnier am Bodensee gezeigt, dass er die notwendige Ruhe und Passgenauigkeit ins Zuspiel bringen kann. "Wir geben zu, dass wir das Team personell gerne noch breiter aufgestellt hätten; hier war der Markt buchstäblich leer gefegt", berichtet Sponsoringbeauftragter Frank Jansen aus drei Wochen intensiver Arbeit im Arbeitskreis Bundesliga.

 Maris, der ein Apartment in Hammelburg bezogen hat und gleich mit einem fränkischen Willkommenspaket empfangen wurde, fühlte sich von Beginn an an die Idylle seines Heimatortes Edson, einer 8100 Einwohner-Stadt in der kanadischen Provinz Alberta, erinnert. Zudem weiß der Zuspieler, was ihn in der Saaletalhalle erwartet: "Ich freue mich darauf, Teil der Volleyball-Community in Hammelburg zu werden. Das Team ist jung und sehr athletisch und ich freue mich darauf, vor den besten Fans der Liga anzutreten."

Auch wenn natürlich niemand sagen kann, welchen Stempel der Kanadier dem Spiel der Volleys aufdrücken wird, "können wir mit Stolz sagen, einen Spieler und supersmarten Typen verpflichtet zu haben, der in der Champions League bereits gegen das vielleicht beste Team der Welt aus Kazan gespielt hat", freut sich Oliver Wendt.

Auch an der Seitenlinie wird ein neues Gesicht zu sehen sein: Cornel Closca bildet ab sofort mit Mario Radman das Co-Trainer-Duo und sorgt für mehr Stabilität im Training und auf der Bank. Radman will sich beruflich weiterentwickeln, wodurch er nicht mehr jedem Training und jedem Spiel beiwohnen kann. Der gebürtige Rumäne Closca ist Sportlehrer in Schweinfurt, war viele Jahre Trainer in Eltmann und 2009/2010 Co-Trainer beim Ex-Erstligisten VC Franken.

Bei aller Euphorie ob des Neuzugangs wissen die Hammelburger um ihre sportliche Situation und dass in der Rückrunde jeder gewonnene oder verlorene Punkt über den Ligaverbleib entscheiden kann. Dass die außer Konkurrenz spielenden "Youngstars" aus Friedrichshafen im Samstagsspiel kein Punktelieferant sind, hat der bisherige Saisonverlauf gezeigt.

Nach einer Hotelübernachtung am Bodensee bitten dann die Top-Aufsteiger aus Mimmenhausen zum Duell, die nach stottrigem Beginn in der neuen Liga immer besser in Fahrt kommen. Mit Spielertrainer Christian Pampel, der 212 Spiele in der Nationalmannschaft absolvierte, treffen die Volleys am Sonntag nicht nur auf ein Bollwerk an Erfahrung, sondern auch auf ein Team mit ähnlich volleyballverrücktem Publikum wie in der Heimat.