Hammelburg
Volleyball 2. Bundesliga Süd

Hammelburg liefert ein Spiel auf Augenhöhe ab

Die Saalestadt-Volleys bieten dem Favoriten Eltmann vor über 2000 Fans in Bamberg bis zum Schluss Paroli.
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Der Eltmanner Mircea Peta versucht hier, den Hammelburger Block aus Moritz Rauber (links) und Luca Dierks zu überwinden. Am Ende gestalteten die TV/DJK-Volleyballer das Match offener, als dem Favoriten lieb war.sportpress
Der Eltmanner Mircea Peta versucht hier, den Hammelburger Block aus Moritz Rauber (links) und Luca Dierks zu überwinden. Am Ende gestalteten die TV/DJK-Volleyballer das Match offener, als dem Favoriten lieb war.sportpress

Heitec Volleys Eltmann - TV/DJK Hammelburg 3:1 (25:19, 28:26, 23:25, 32:30). Hört sich so ein klarer Verlierer an? "Das war eine der besten Leistungen, die wir diese Saison gezeigt haben", sagte Karl Kaden, Trainer der Hammelburg Volleys, nach dem Derby gegen Eltmann. Das ging - wie das Hinspiel in der heimischen Saaletalhalle - mit 1:3-Sätzen verloren. Doch zwischen beiden Matches lagen spielerische Welten.

Die Volleys aus Eltmann hatten Bundesliga geprobt. Dort wollen sie nämlich nächste Saison unbedingt spielen. Und weil sie dafür höchstwahrscheinlich in die Brose Arena nach Bamberg umziehen, loteten sie gegen Hammelburg schon mal die Stimmung aus.

6000 Fans fasst die Halle; 2300 sahen das Unterfranken-Derby, 150 davon aus Hammelburg. Die machten sich auch gut bemerkbar und erleichterten ihrem Team das Auswärtsspiel.

Kulisse beeindruckt wenig

Die Hammelburg Volleys waren dann auch wenig beeindruckt von der Kulisse. Am meisten wohl noch im 1. Satz, in den die Eltmänner besser hinein fanden. Schnell arbeiteten sie sich einen Vorsprung heraus. Doch die TV/DJKler kamen wieder heran und zogen fast vorbei. Hätte es nicht eine aus Kadens Sicht unglückliche Schiedsrichterentscheidung gegeben.

Der Eltmanner Außenangreifer schlug den Ball bei Führung Hammelburg an die Netzkante; der Schiri sah eine Berührung des TV/DJK-Blocks und ließ die Heimmannschaft neu aufbauen. Statt eines Punktes für die Gäste wegen zu vieler Ballberührungen des Gegners entstand aus der Szene ein Punkt für Eltmann. Es wäre der Ausbau der Hammelburger Führung gewesen; so kamen die Heitec Volleys heran und zogen vorbei. Sie bauten den Vorsprung schließlich zum 25:19-Satzgewinn aus.

Dass die Hammelburg Volleys diesen Schock gut verkrafteten, zeigten sie im zweiten Durchgang. Da verstärkten die Gäste ihren Widerstand. Bis zum 14:14 lagen sie stets knapp vorne. Mit dem spektakulären Punktgewinn zum 25:24 für Eltmann wechselte aber das Spielglück. Eine Serie von Aufschlagfehlern auf beiden Seiten sorgte dafür, dass der Abschnitt erst beim 28:26 für Eltmann beendet war. Wobei Hammelburg den Satz laut Kaden auch selbst hätte zumachen können.

Das gelang dann im dritten Abschnitt. Dort lagen die Hammelburger schon mit 23:19 vorne, verspielten den Vorsprung aber fast noch. Am Ende behielten sie aber die Nerven.

Im vierten Durchgang legte Hammelburg ein 5:2 vor; dann war es bis zum Ende eng. Beim 19:19 fischte ein Eltmanner die Kugel aus dem Netz; seine Teamkollegen vollendeten. Der anschließende Ballwechsel war einer der wenigen, in dem die Linienrichter, die aus Kostengründen nur in der 1. Liga im Einsatz sind, vermisst wurden: Der Schlag eines TV/DJKlers zum 20:20 war eventuell zu lang.

Fünf Mal hatte Hammelburg die Gelegenheit, den Tiebreak zu erzwingen. Jackson Maris wehrte seinerseits den zweiten Matchball für Eltmann ab, als er die Kugel übers Netz legte, anstatt wie erwartet für einen Mitspieler aufzulegen. Doch Mircea Peta, später zum Most valuable player gekürt, machte nach 35 Minuten den Sack per Schmetterball zum 32:30 für die Heitec-Volleys zu. Kein Punkt und kein Tiebreak also für die tapferen Hammelburg Volleys.

Dass es letztlich nicht reichte, machte deren Trainer an der doch noch etwas größeren Erfahrung der Eltmanner Spieler fest. "Unsere starke Mannschaftsleistung hätte heute mindestens einen Punkt verdient gehabt." Besonders lobte er Libero Lukas Spachmann, der sehr starke Ballannahmen gezeigt habe. "Es war ein Spiel auf Augenhöhe. Umso trauriger ist, dass wir uns nicht belohnt haben. Aber wir können erhobenen Hauptes daraus hervorgehen."

Glückliches Volleyballerherz

Eltmanns Trainer Marco Donat war nach dem Duell erleichtert: "Mein Trainerherz hätte gerne mehr Druck in unseren Aufschlägen und ein klareres Ergebnis gesehen. Mein Volleyballer-Herz ist glücklich über ein wahnsinnig spannendes Spiel vor einer traumhaften Kulisse." Das Spiel sei "super für die Zuschauer, schlecht für die Trainer-Nerven" gewesen. "Es hat gezeigt, was hier in Franken an Volleyball geht. Vor solch einer großen Kulisse ist jeder bis in die Haarspitzen motiviert."

Eltmann strebt nun weiter dem Aufstieg entgegen. Und profitierte von Patzern der Konkurrenz. Völlig überraschend verlor der bisherige Spitzenreiter Mainz-Gonsenheim zu Hause mit 0:3 gegen den SV Schwaig. Neuer Tabellenführer der 2. Bundesliga Süd ist der TSV Grafing, der beim 3:2 in Gotha allerdings einen Zähler einbüßte und punktgleich mit Eltmann ist. Karl Kaden sieht nun zwei sehr wichtige Spiele vor seiner Mannschaft - daheim gegen den SSC Karlsruhe und auswärts bei den Blue Volleys Gotha. "Da wollen wir ähnlich auftreten wie in den letzten Spielen." Wenn das gelinge, sei ihm nicht bange.

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