Zeitlofs
Spiel der Woche

Für eine Revanche ist es nie zu spät

Unter der Federführung des FC Bad Brückenau lebt der Fußball im SV Zeitlofs/ Rupboden weiter. Das Spiel gegen den TSV Volkers ist ein Saison-Highlight.
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Wer erinnert sich? Am 5. Mai 2013 gelang dem SV Zeitlofs/Rupboden (blaue Trikots) beim 2:1 der letzte Sieg über den TSV Volkers. Foto: ssp
Wer erinnert sich? Am 5. Mai 2013 gelang dem SV Zeitlofs/Rupboden (blaue Trikots) beim 2:1 der letzte Sieg über den TSV Volkers. Foto: ssp
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Derbystimmung macht sich in der B-Klasse Rhön 1 breit, wenn am Sonntag (15 Uhr) in Zeitlofs der 1. FC Brückenau II auf den TSV Volkers trifft. "Mit dem Aufstieg des Römershag in die A-Klasse ist es das einzig echte Derby für die Brückenauer", so Betreuer Heino Müller. Der Zeitlofser kümmert sich um die 2. Mannschaft des FC Brückenau, ist zusätzlich noch Pressewart und Coach in Personalunion. Das Konzept ist aus der Not geboren, denn der offizielle Trainer Artur Trebacz leitet vornehmlich die 1. Mannschaft des FC. Da sich viele Spiele beider Mannschaften zeitlich überschneiden, wird der Betreuer in die Pflicht genommen.

Die Trainingseinheiten finden unter der Führung von Artur Trebacz gemeinsam statt. Die Spieler requirieren sich aus der Bad Brückenauer Umgebung, Zeitlofs und Rupboden. Der SV Zeitlofs/Rupboden hatte seinen aktiven Spielbetrieb vor der Saison 2013/2014 eingestellt und spielt seitdem mit dem 1.
FC Brückenau, unter dem alle Spielerpässe laufen. "Leider hat es keiner der Zeitlofser in die 1. Mannschaft geschafft", bedauert Heino Müller. Lediglich bei personellen Engpässen wird mal ausgeholfen.

Für das Spiel gegen den TSV Volkers gibt es nur zwei angeschlagene Spieler, ansonsten kann man aus dem Vollen schöpfen. Zwischen den Pfosten stehen sogar zwei gelernte Torhüter zur Verfügung - im Gegensatz zur 1. Mannschaft, bei der mit Alex Gartung ein Feldspieler in der Kiste steht. Die FC-Reserve startete mit einer saftigen 3:8-Niederlage gegen den TSV Wollbach II, den Heino Müller zu den Titelaspiranten zählt, in die neue Saison. Mit einem knappen Sieg am vergangenen Spieltag gegen Schondra II wurde ein Fehlstart vermieden. Ein echtes Saisonziel wurde im Vorfeld nicht geäußert, man wolle lediglich besser abschließen als im vergangenen Jahr, in dem man auf dem 8. Platz landete.

Müller geht aufgrund der komfortablen Personalsituation entspannt in das Sonntagsspiel, zumal er seine Truppe, dessen Spieler sich aus vielen verschiedenen Nationalitäten zusammensetzen, als "eingeschworenen Haufen" bezeichnet. Neben Rumänen, Ungarn, Slowaken und Polen haben bis vor kurzem sogar zwei Äthiopier für die 2. Mannschaft gespielt. Eine klare Absage an rechtspopulistische Strömungen derzeit.


Breite Brust und breiter Kader

Ähnlich gut ist die Stimmung beim TSV Volkers. Seit diesem Jahr hat man für die Herren- Mannschaft einen neuen Trainer organisiert: Gregor Wozniak. In Hessen ist der Coach kein unbeschriebenes Blatt. Der 40-Jährige wohnt in Fulda, hat bei Borussia Fulda gespielt und die Mannschaft später auch trainiert. Die Kontaktaufnahme kam über Oliver Brust, Abteilungsleiter des TSV, zustande. Brust hat sich schon häufiger Spiele von Borussia Fulda angeschaut und war von dem, was er da zu sehen bekam, begeistert. Der Coach, der Thomas Töpfer beerbte, hat sich für die laufende Saison hohe Ziele gesetzt und peilt nach einer eher enttäuschenden vergangenen Saison (6. Platz) die oberen Tabellenplätze an. "Ohne überheblich klingen zu wollen, rechne ich am Sonntag mit einem Sieg", so Wozniak. Nach zuletzt zwei gewonnen Spielen ist der Einstand geglückt und der Verein auf einem guten Kurs. Im Vorfeld wurde viel Zeit in eine harte Vorbereitung gesteckt, es gibt eine hohe Trainingsbeteiligung und letztlich steigt damit die Erwartungshaltung. Zumal der Kader breit besetzt ist und für das kommende Spiel kaum Ausfälle zu verzeichnen sind.

Erstaunlich dabei, wie es ein eher kleiner Verein wie der TSV Volkers schafft, eigenständig zu bleiben. Begründet ist das laut Vorstandschaftsmitglied Herbert Brust im festen Stamm der Mannschaft aus Volkers, der so schon länger existiert. "Obwohl wir zunächst Bammel hatten, da vier Spieler vor der Saison den Verein in Richtung Detter verließen", blickt der ehemalige Abteilungsleiter zurück. Durch die Verpflichtung von ortsfremden Spielern sei es gelungen, eine schlagkräftige Truppe auf die Beine zu stellen. Zusätzlichen Ansporn stellt dabei der erfahrene Trainer dar, wegen dem der ein oder andere Routinier die Fußballschuhe wieder aus dem Keller geholt hat. "Die Teamchemie stimmt, alle ziehen gut mit und meine Jungs sind heiß", lautet die Kampfansage von Wozniak.


Die Statistik sieht Volkers vorne

In der noch jungen Saison geht der TSV in der Favoritenrolle ins Spiel. Der FC Brückenau II hofft allerdings auf Wiedergutmachung der vergangenen Saison, in der der FC im Hinspiel noch mit einer 6:0-Klatsche abgefertigt wurde und im Rückspiel wenigstens ein 0:0 Remis erkämpfte. In den beiden Jahren zuvor hatte ein noch eigenständiger SV Zeitlofs/Rupboden die Saison jeweils als Tabellenletzter beendet. Drei der vier Spiele gegen die Volkerser gingen seinerzeit verloren. Aber am 5. Mai 2013 feierten der damalige Kapitän Robin Hartmann und Co. ausgelassen, als der Drittplatzierte fast sensationell mit 2:1 bezwungen wurde. Mal schaun, ob Erinnerungen helfen...
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