Fuchsstadt
Fußball Landesliga

FC Fuchsstadt: Diesmal reicht Kämpfen nicht

Heimspiel-Pleite gegen spielerisch kaum bessere Lichtenfelser. Mit wem Trainer Martin Halbig besonders haderte und wie er die Lage einschätzt.
Artikel drucken Artikel einbetten
Lichtenfels vorne:  Abgehängt sah sich der FC Fuchsstadt (weiße Trikots) auch nach 90 Minuten. Foto: Jürgen Schmitt
Lichtenfels vorne: Abgehängt sah sich der FC Fuchsstadt (weiße Trikots) auch nach 90 Minuten. Foto: Jürgen Schmitt

FC Fuchsstadt - 1. FC Lichtenfels 1:2 (0:2). Tore: 0:1 Maximilian Pfadenhauer (26.), 0:2 Lukasz Jankowiak (44.), 1:2 Dominik Halbig (59.).

Bedient saßen sie vor dem Eingang zum Kabinentrakt - die vier Fuchsstadter Spieler. Und als die Lichtenfelser in ihrer Umkleide lautstark ihren Zicke-Zacke-Jubelgesang anstimmten, verschwand Nico Neder gefrustet in der anderen Hälfte des Gebäudes. Der FC Fuchsstadt hatte ein spielerisch armseliges Heimmatch verloren. Und Trainer Martin Halbig machte angesichts dessen klar, worum es diese Saison wohl nur gehen kann.

Die ersten 20 Minuten der Partie lassen sich getrost als Spätsommer-Fußball abhaken. Wobei beide Teams höchstens dadurch auffielen, dass sie mit ihren Bällen die unendlichen weiten des Himmels über dem Kohlenberg ausmaßen. Klar sichtbar auch die Nervosität in der Fuchstadter Abwehr. Exemplarisch dafür ein unmöglicher Rückpass auf Leon Zwickl, den der nur ins Aus rutschen lassen konnte.

Die Unsicherheit merkten die Gäste, bis dahin Tabellenletzter. Immer nach dem selben Muster fingen sie zu kurz geratene, halbhohe Schläge des FC ab und spielten nach vorn. Der Lohn: mehrere Großchancen. Christopher Schaller setzte den Ball auf die Latte. Dann drückte Lichtenfels' 9er Lukasz Jankowiak ab; Leon Zwickl sicherte sich die Kugel im Nachfassen. Und schließlich rettete der Keeper nochmal vor Schaller.

Die Führung für die Gäste war dann verdient. Maximilian Pfadenhauer durfte den Ball mitten im Fuschter Hühnerhaufen annehmen, sich vorlegen und aus zwölf Metern einklinken.

Die Antwort der Gastgeber? Blieb aus. In der gesamten ersten Hälfte musste Lichtenfels-Keeper Christoph Kraus keinen Schuss halten. Am gefährlichsten noch der Kopfstoß des sonst blassen Dominik Halbig nach dem ersten passablen Spielzug - knapp drüber.

Kurz vor der Pause belohnten sich die Gäste erneut. Nach einem Fuschter Ballverlust im Mittelfeld bekam Lukasz Jankowiak die Kugel aufgelegt. Keine Chance für Zwickl bei seinem platzierten Schuss.

In Hälfte zwei spielten die Kohlenberglern auf ihr Vereinsheim. an ihem Spiel änderte sich zunächst nichts. Sie brachten weiter halbgare Flanken in Richtung Lichtenfelser 16er - kein Problem für die Abwehr.

Leider sackte nun auch die bis dahin ganz vernünftige Leistung von Schiri Holger Hofmann aus Lengenfeld in den Keller. So zum Beispiel, als er dem Fuchsstadter Philipp Pfeuffer Gelb wegen Handspiels zeigte. Er war zuvor aus kurzer Entfernung angeschossen worden.

Überraschend der Anschlusstreffer des Heimteams. Wieder so eine eher maue Flanke. Doch diesmal setzte sich Sebastian Bartel im Gewühl durch und brachte den Ball aufs Tor. Domi Halbig nickte sicher ein.

Das Fuschter Feuer war entzündet und griff spätestens jetzt auf die bis dahin frustrierten Zuschauer über. Lukas "Bomber" Liebs Freistoß-Strich trudelte - nachdem er abgefälscht wurde - knapp übers Tor. Doch danach kam von den Gastgebern nicht mehr viel Konstruktives. Sie kämpften, ja. Aber Torchancen sprangen kaum heraus. Im Gegenteil: Die FC-Abwehr musste aufpassen, dass die Lichtenfelser ihr nicht noch das 1:3 einschenkten. So bekam der herausgeeilte Leon Zwickl einen Lupfer über sich gerade noch zu fassen. Und bei einem Flachschuss in seine rechte Ecke war er gerade noch mit den Fingern dran, lenkte den Ball zur Ecke.

Zum Glück vorm eigenen Tor kam auch noch Pech vor dem gegnerischen. Referee Hofmann hätte pfeifen können, als Simon Bolz mit dem Ball energisch in den Strafraum eindrang und dann seltsam ins Straucheln kam. Ein Kontakt am Fuß, sagte der Mittelfeldspieler hinterher, sei dagewesen. Dann spitzelte ein Lichtenfelser dem einschussbereiten Halbig die Kugel im letzten Moment vom Stiefel weg. Und dass Lukas Lieb den Ball mit Wucht vom Tor weg- und nicht mitten hineinköpft, wäre an besseren Tagen so auch nie passiert.

Überhastet angreifende Gastgeber, leidenschaftlich verteidigende Lichtenfelser, ein Schiri, der der aufgeheizten Atmosphäre nicht gewachsen war - am Ende reichte es nicht mehr für den Ausgleich oder einen Sieg. Und so schlichen die Fuchsstadter Spieler geknickt vom Feld.

Simon Bolz sprach von "schlechter Zuordnung und immer einen Schritt zu spät". Für den Mittelfeldmann war es wegen der vielen langen Bälle kein gutes Spiel. "Dann läuft man sich in der Mitte 'nen Wolf." Die Leistung des Schiris beurteilte er "für beide Seiten eher unglücklich".

Gästecoach Christian Goller fand seine Jungs "in der ersten Hälfte sehr gut. Wir sind verdient mit 2:0 in Führung gegangen, hatten gute Aktionen und viele Abschlüsse." Dann aber hätte sein Team den Sieg mit Glück und Geschick über die Zeit gebracht.

"Es gibt Schiedsrichter, mit denen gewinnst du kein Spiel", urteilte Bolz' Trainer Martin Halbig. Er sagte aber auch: "Mit so einer Leistung wie in der ersten Halbzeit kannst du in der Landesliga nicht bestehen; das ist klar." In der zweiten Hälfte habe sein Team gekämpft und sich gewehrt; das Quäntchen Glück habe gefehlt.

Und dann sagte Halbig die Worte, die er in der vergangenen Saison so deutlich nicht äußern musste: "Die Liga ist heuer ausgeglichener. Was willst du spielerisch erwarten, wenn du gegen den Abstieg spielst? Jetzt sind wir voll dabei, wenn du gegen den Tabellenletzten daheim verlierst."

Fuchsstadt: Zwickl - Kolb, S. Bartel, Emmer, L. Baldauf (55. F. Lieb) - Bolz, Pfeuffer, Schmidt, Neder - L. Lieb, Halbig.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren