Römershag
Hallenfussball

FC Bad Brückenau wie Phönix aus der Asche

Bad Brückenau erspielt sich nach verkorkster Vorrunde doch noch den Titel beim 37. Dreikönigsturnier in Römershag. Die Veranstaltung bietet viel Spannung, Emotionen und Dramatik vor allem bei den Derbys unterm Hallendach.
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Der rasant spielende BSC Lauter, hier gegen den späteren Turniersieger FC Bad Brückenau, schaffte es beim Dreikönigsturnier in Römershag nicht einmal bis ins Halbfinale.  Fotos: Sebastian Schmitt
Der rasant spielende BSC Lauter, hier gegen den späteren Turniersieger FC Bad Brückenau, schaffte es beim Dreikönigsturnier in Römershag nicht einmal bis ins Halbfinale. Fotos: Sebastian Schmitt
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Der FC Bad Brückenau hat das 37. Dreikönigsturnier im Hallenfußball der Herren in Römershag gewonnen. Nach einer total verkorksten Vorrunde mit Niederlagen gegen den FC Thulba II, die DJK Premich/Langenleiten und gegen den ewigen Lokalrivalen SV Römershag rauften sich die Sinnstädter doch noch zusammen und bezwangen die Zweitvertretung des FC Thulba im nächtlichen Finale durch Tore von Eugen Ortmann und Sascha Wagner mit 2:0.

Das war angesichts des vorangegangenen Turnierverlaufs eine faustdicke Überraschung, denn in der Vorrunde hatten ganz andere Teams glänzen können. Der BSC Lauter zum Beispiel, der mit rasantem Angriffsspiel zu überzeugen wusste und sehr unglücklich nicht einmal im Halbfinale landete. Auch die Thulbaer, die in den Anfangsjahren des Römershager Dreikönigsturniers zu den beliebten Dauergästen gezählt und zwischenzeitlich die Lust am Budenzauber ein wenig verloren hatten, spielten einen gepflegten Ball und kombinierten sich völlig unaufgeregt und zielstrebig über das babyblaue Parkett.

Das traditionelle Dreikönigsturnier des SV Römershag lebte wieder von spannungsreichen und emotionsgeladenen Derbys, bei denen es ordentlich zur Sache ging; Sportgeist und Fairness wurden aber nie aus den Augen verloren. Das strenge Reglement in Römershag, das Grätschen gegen den Mann verbietet, hat sich bewährt und sorgt dafür, dass die Gemüter nicht zu sehr überkochen.

Doppelstrafe für James Galloway

Während das Finale mit Ausnahme einer Zwei-Minuten-Strafe ansonsten ohne größere Aufreger über die Bühne ging, sorgte das Spiel um den dritten Platz für ordentlich Feuer unterm Hallendach. Römershags Coach James Galloway hatte den SV mit seinem schön herausgespielten Treffer hoffen lassen gegen eine kämpferisch und ehrgeizig eingestellte DJK aus Schondra. Die schlug durch Tore von Carsten Leitsch und Felix Karges zurück, um sich letztlich mit großem Einsatz den dritten Rang zu holen.

Im Eifer des hitzigen Gefechts fing sich Galloway eine Zwei-Minuten-Strafe ein und holte sich gleich noch die Rote Karte ab mit einem klassischen Scheibenwischer gegen den Unparteiischen Nikita Kolodeznyi vom TSV Münnerstadt.

Die Titelverteidigung war dem SV Römershag nach dem Sensationserfolg des Vorjahres nicht vergönnt. Dafür sorgte der FC Thulba II, der im ersten Halbfinale gegen die leidenschaftlich kämpfenden Gastgeber eine coole und abgezockte Vorstellung bot, um einen souveränen 2:0-Sieg einzufahren.

Überhaupt nicht cool und lässig ging es im zweiten Halbfinale zu, als der FC Bad Brückenau auf den ewigen Rivalen aus Schondra traf. In einem hart umkämpften Match brachten Tore von Eugen Ortmann und Ronny Huppmann fast den Erfolg für die Sinnstädter innerhalb der regulären Spielzeit. Doch Tim Weimann und Leon Vogler schafften den späten Ausgleich für die DJK. Erst im Sechsmeterschießen setzte sich der FCBB knapp mit 5:4 durch.

Auch die Viertelfinalpaarungen hatten Spannung, Emotionen und Dramatik satt zu bieten. Schwerstarbeit musste die stark besetzte Thulbaer Zweitvertretung gegen die SG Oberelsbach verrichten, die körperlich stark dagegen hielt, aber gegen spielerisch gut aufgelegte Frankonen knapp den Kürzeren zog. Das Kreisklassen-Duell BSC Lauter gegen FC Bad Brückenau blieb in der regulären Spielzeit torlos, was aber vor allem daran lag, dass die Lauterer ihre wahnwitzigen Tempogegenstöße gegen ausgebuffte Sinnstädter nicht in Zählbares ummünzen konnten. Nach Sechsmeterschießen setzte sich der FC mit 3:2 knapp durch. Nicht wenige Zuschauer waren der Meinung, dass die Mannschaft mit dem - an diesem Tag -attraktivsten Hallenfußball durch die eine Niederlage viel zu früh aus dem Turnier ausscheiden musste.

Viel Kampf und Einsatz, aber wenig Glanz hatte die Paarung SG Geroda gegen DJK Schondra im Viertelfinale zu bieten. Weil nach zehn Minuten kein Tor gefallen war, brachte das Sechsmeterschießen die Entscheidung zugunsten der DJKler, die mit 3:2 triumphierten.

Ebenfalls ordentlich zur Sache ging es beim Match SG Oberleichtersbach gegen den SV Römershag, der knapp mit 1:0 gewann. Das lag vor allem daran, dass sich die Vorstadtkicker in den Schlussminuten mit viel Willenskraft und Leidenschaft in jeden strammen Schuss der Oberleichtersbacher warfen, um den Ausgleich zu verhindern.

Dass das Herren-Turnier heuer erst um 15 Uhr startete und bis tief in die Nacht andauerte, machte sich zumindest gegen Ende auf den Zuschauerrängen leicht bemerkbar. Nächtlicher Budenzauber war dem ein oder anderen dann doch etwas zu spät. Die zahlreichen Entscheidungen im Penalty-Schießen zogen den straffen Zeitplan zusätzlich in die Länge.

Bei der Siegerehrung dankte Tim Moosdorf vom SV Römershag der Turnierleitung, und allen Helfern und Mitwirkenden, die an den vier Tagen in Einsatz waren. Ein besonderer Dank des SV-Vorsitzenden Erwin Miller galt Christoph Schwarz, der als junger Abteilungsleiter Fußball die Lücke der Vorgänger ausfüllt. Maria und Christoph Schwarz kümmern sich um die Gestaltung des Programmheftes, das alljährlich ein guter Leitfaden für Spieler und Zuschauer ist.

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