Hammelburg

Favorit oder Außenseiter? Hammelburg rätselt

Ungewöhnliche Statistik der Saalestädter vor dem Samstags-Spiel (20 Uhr) gegen Unterhaching II.
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David Baden (rechts) gehört wie sein Bruder Lukas zu den Talenten, die in den Zweitliga-Kader der Hammelburg Volleys drängen. Für eine gute Ausbildung sorgt mit Klaus Baden (im Hintergrund) der Vater des 18-Jährigen. Foto: ssp
David Baden (rechts) gehört wie sein Bruder Lukas zu den Talenten, die in den Zweitliga-Kader der Hammelburg Volleys drängen. Für eine gute Ausbildung sorgt mit Klaus Baden (im Hintergrund) der Vater des 18-Jährigen. Foto: ssp

Schon kurios. Wäre die Heimspiel-Tabelle das entscheidende Kriterium, stünden die Hammelburg Volleys mit elf Punkten aus acht Spielen als Vorletzter auf einem Abstiegsplatz. Abgeschlagenes Schlusslicht in diesem Ranking wäre das Volleyballinternat Frankfurt, das seinen einzigen Heimspiel-Punkt übrigens gegen die Saalestädter holte. Und das, obwohl die Hammelburger doch sogar die Auswärtstabelle anführen mit 19 Punkten aus acht Spielen. In Summe ist dies aktuell der fünfte Platz. Sind am Samstag (20 Uhr) nun die Unterfranken Favorit mit ihren wohl wieder 600 Fans im Rücken, die ja auch das Hinspiel mit 3:2-Sätzen für sich entschieden hatten? Oder doch die zweite Mannschaft der AlpenVolleys aus Unterhaching (7./27), die natürlich um die statistische Anfälligkeit des Gegners in der Saaletalhalle weiß, der zuletzt im Frankenderby gegen den SV Schwaig beim 0:3 chancenlos war.

Allerdings haben die Oberbayern in dieser Spielzeit in fremden Hallen allenfalls Bonsais, aber sicher keine Bäume ausgerissen. Vier Spiele in Folge gingen auswärts verloren, neun Zähler nur wurden in acht Gastspielen auf die Habenseite gezogen. Die Bundesliga-Reserve ist eine bunte Truppe mit Spielern aus sechs Ländern. Trainiert von einem Fachmann par excellence: Stanislav Pochop spielte 150 mal für die tschechische Nationalmannschaft und gewann in seinem Heimatland sowie in Spanien insgesamt acht nationale Titel.

"Klar wissen wir, dass der Gegner keine Laufkundschaft ist und sich für die Hinspielniederlage revanchieren will. Aber zu behaupten, wir wären nicht der Favorit, wäre nicht glaubhaft. Natürlich wollen wir gewinnen", sagt Co-Trainer Klaus Baden, der mit der Rückkehr von Cheftrainer Cornel Closca am Samstag wieder ins zweite Glied rückt. Kein Thema für den 51-Jährigen. "Cornel hat den Hut auf, aber natürlich beratschlagen wir uns. Wie wichtig das ist, habe ich selbst im Spiel gegen den SV Schwaig gemerkt, als mich Didi Gleisle unterstützt hat", sagt der Hammelburger, der früher selbst erfolgreich Volleyball spielte mit lokalen Größen wie Frank Otter, Thomas Greinwald, Frank Jansen, Heiko Marx, Stefan Urbatis oder Markus Seelbach. "Natürlich wurde auch bei uns intensiv trainiert, aber insgesamt ist das Volleyballspiel schneller und athletischer geworden."

Klaus Baden muss es wissen, denn mit Lukas (21) und David (18) stehen bekanntlich zwei Söhne im Zweitliga-Kader der Saalestädter, die sich immer besser an das hohe Niveau gewöhnen, dank Doppelspielrecht parallel Spielpraxis in der zweiten Mannschaft bekommen. Dazu gesellt sich Filius Jonathan, der in einer Talent-Reihe steht mit jungen Spielern wie Finn Jansen oder Leon und Lukas Greinwald. Die nächste Generation Hammelburger Jungs steht also in den Startlöchern.

Mit Nils Rehmeier kehrt gegen Unterhaching der zuletzt fehlende 2,02 Meter große Mittelblocker ins Team zurück, für Ben Stoverink kommt ein Einsatz nach überstandener Knieverletzung wohl noch zu früh. "Wir müssen besser ins Spiel kommen als zuletzt gegen Schwaig. Wenn das klappt, haben wir gute Chancen. Die Stimmung im Team ist jedenfalls gut", sagt Klaus Baden. Gute Erfahrungen haben die Saalestädter auch mit den stets gut gelaunten Gäste-Fans vom "Hachinga Hammerblock" gemacht. Überhaupt treffen da zwei Teams aufeinander, die sich gegenseitig kennen und schätzen. Als sich im Hinspiel Eric Paduretu im finalen Satz schwerer verletzte, erreichten den Hachings Zuspieler diverse Genesungswünsche aus Hammelburg. "Eric spielt ja wieder, daher freuen wir uns auf ein Wiedersehen in der Saaletalhalle", sagt Klaus Baden.

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