Hammelburg
Volleyball

Faire Freiburger schlagen die Hammelburg Volleys

Gegen überraschend starke und faire Breisgauer kassieren die Hammelburger ihre erste, wenn auch knappe Niederlage der Saison. TV/DJK-Trainer Cornell Closca nennt Gründe, warum er darüber nicht übermäßig traurig ist.
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Hart an der Netzkante: Oscar Benner (Mitte) und Yanick Sill stellten konzentriert ihren Block; trotzdem verloren die Hammelburg Volleys. Foto: Jens Feistel
Hart an der Netzkante: Oscar Benner (Mitte) und Yanick Sill stellten konzentriert ihren Block; trotzdem verloren die Hammelburg Volleys. Foto: Jens Feistel

Hammelburg Volleys - FT 1844 Freiburg 2:3 (20:25, 25:19, 16:25, 25:19, 14:16).

Das Match war gerade erst abgepfiffen, da machte Moritz Rauber seinem Ärger richtig Luft. Der Hammelburger Außenangreifer schlug den Ball so hart auf den Hallenboden, dass der bis an die Decke klatschte und zurück ins Feld fiel. Die Volleys hatten gerade knapp ein Spiel verloren, das sie genausogut hätten gewinnen können. Trainer Cornel Closca hingegen fand das alles nicht so dramatisch.

Es lag eine gewisse Spannung in der Saaletalhalle, eine Nervosität, die vielleicht der Erinnerung an das unschöne Spiel an selber Stelle vom 16. Februar geschuldet war. Auf jeden Fall feuerten die Zuschauer ihre Hammelburg Volleys leidenschaftlich an; die Freiburger Ersatzspieler hielten gut dagegen.

Letztere schafften es irgendwie, ihre Mannschaft mehr zu beflügeln. Nach ausgeglichenem Beginn zogen die Gäste in einer Aufschlagserie von Paul Botho auf 16:12 davon. Die Hammelburger schafften es trotz einiger schöner Aktionen nicht, den Abstand zu verkürzen. So gewann Freiburg den ersten Satz souverän.

Im zweiten Satz ein umgekehrtes Bild. Die Volleys erarbeiteten sich dank konzentrierter Blockarbeit und Oscar Benners brachialer Schmettergewalt einen 10:6-Vorsprung. Den gaben die TV/DJKler auch nicht mehr ab, wobei in diesem Satz Ben Stoverink die Annahme vom leicht wackelnden Polen Adrian Zych übernahm. Der Junioren-Nationalspieler machte seine Sache weitgehend gut; nur ein, zwei Mal rutschten ihm gegnerische Angaben über die Finger.

Schläfrig nach der Pause

Die Zehn-Minuten-Pause vor dem dritten Satz muss den Hammelburgern nicht gut getan haben. Jedenfalls fehlte ihnen zu Beginn der Biss. So lagen sie schnell 4:9 hinten und wussten gar nicht genau, warum. Wieder hieß es, sich hart heranzuarbeiten. Volleys-Trainer Closca brachte Zuspieler Hannes Krochmann für Laurentiu Vinatoru. Doch dieser Schachzug, der in den vergangenen Begegnungen gezogen hatte, fruchtete nur bedingt. Die Freiburger spielten immer stabiler. Nun gelang auch dem immer nervöser werdenden Stoverink immer weniger; der kurzzeitige Rückwechsel zu Zych brachte aber nichts mehr.

Im vierten Satz hieß es nun: hop oder top. Und die Volleys nahmen die Aufgabe an. Bis zur Hälfte war der Satz ausgeglichen, wenn auch umkämpft. Wobei die Hammelburger oft von Freiburger Angaben ins Netz oder ins aus profitierten, während sich die Gäste viele Punkte aus dem Spiel heraus sicherten.

Eine starke (Schmetter-)Phase von Moritz Rauber sicherte einen kleinen Vorsprung (19:16 und 21:19), den die Heimmannschaft nicht mehr abgab. Block Moritz Zeitler, Ass Nils Rehmeier, Netzberührung eines Freiburger Spielers und schließlich erneut Zeitler, der den gegnerischen Block anschlug, von dem der Ball ins Aus tropfte: Dann war der zweite Satzsieg samt gewonnenem ersten Matchpunktgeschafft.

Wie schon öfter gegen Freiburg musste der Tie-Break entscheiden. Bis zur Mitte des fünften Satzes wirkten die Hammelburger spritziger. Sie führten 12:9, gaben den Vorsprung aber aus der Hand. Und dann die Szene, als Oscar Benner Satz und Spiel mit einer Angabe hätte zumachen können. Er verzog völlig. Statt 15:13 stand es 14:14.

Die Freiburger nutzten diese unverhoffte Chance. Und als Paul Botho mit etwas Glück bei seinem Aufschlag geradeso die Seitenlinie des Hammelburger Feldes ankratzte und die Schiedsrichterin den Bal gut gab, war die Zeit für Moritz Raubers Wutausbruch gekommen. Im Hintergrund jubelten die Freiburger über ihren ersten Saisonsieg.

Fairness als Gewinner

Der Gewinner dieser Partie war aber jemand - oder besser - etwas anderes: die Fairness. Keine der beiden Mannschaften oder Trainer leisteten sich Provokationen oder Aussetzer. Freiburgs Coach Jakob Schönhagen sprach von einem "Friedensangebot" der Hammelburger, das er und sein Team gerne angenommen hätten.

Volleys-Trainer Cornel Closca freute sich trotz der ersten Pleite im sechsten Ligaspiel über den einen gewonnenen Punkt. Das Ziel sei nämlich weiter der Klassenerhalt. Wenn sein Team so spiele wie gegen Freiburg, sei ihm darum nicht bange. Und schließlich bewirke die Niederlage auch eines: Seine Jungs würden nicht abheben.

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