Bad Kissingen

Endlich wird es lauter beim Kissinger Eishockey

Der Fanclub "Lenzenberg" unterstützt die Kissinger Wölfe optisch und akustisch. Im Kampf um die Playoff-Plätze wartet auf Nemirovsky und Co. eine Doppelschicht mit den Spielen in Fürstenfeldbruck (Freitag, 20 Uhr) und daheim gegen Erding (Sonntag, 18 Uhr).
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Für mehr Stimmung auf den Rängen der Eishalle will der Fanclub Lenzenberg sorgen. Nicht nur in den Spielen gegen Schweinfurt oder Haßfurt gilt es, die Kissinger Wölfe zahlreich und lautstark zu unterstützen. Foto: Hopf
Für mehr Stimmung auf den Rängen der Eishalle will der Fanclub Lenzenberg sorgen. Nicht nur in den Spielen gegen Schweinfurt oder Haßfurt gilt es, die Kissinger Wölfe zahlreich und lautstark zu unterstützen. Foto: Hopf
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Tod oder Gladiolen hatte dereinst Louis van Gaal beinahe lyrisch getextet. Was der Ex-Coach des FC Bayern München meinte, waren damals die Wochen der Wahrheit, in denen es alles zu gewinnen, aber eben auch alles zu verlieren gab. Ein Spruch, der sich natürlich wunderbar auf die Ausgangslage der Kissinger Wölfe pfropfen lässt vor dem Doppelspieltag am Wochenende. Mit erst drei Punkten aus vier Spielen ist die Truppe von Mikhail Nemirovsky Sechster und damit Letzter der Zwischenrunden-Gruppe. Und hat doch nur zwei Punkte Rückstand auf den vierten Platz, der die Gladiolen, also die Playoff-Teilnahme bringt.

Aktuell besetzt vom Freitags-Gegner EV Fürstenfeldbruck (4./5), der bereits das Hinspiel an der Saale gewonnen hatte. Besser waren die "Crusaders" seinerzeit nicht. Aber vor dem Tor enorm effizient. Fast vier Reihen hatten die Oberbayern aufbieten können.
Und auch diesmal werden die "Kreuzritter" personell deutlich überlegen sein, weil die Unterfranken in den Kampf-Einlagen gegen den ERV Schweinfurt bei der 2:4-Niederlage auch personelle Verluste hinnehmen mussten mit den Sperren von Alexandr Andrusovich und Konstantin Firsanov.

Aber die Brucker müssen mit US-Boy Eric Menard ebenfalls auf einen Leistungsträger verzichten nach dessen Spieldauerstrafe beim ESC Vilshofen. Im Niederbayerischen hatte die Truppe von Christian Eibl einen 0:3-Rückstand wettgemacht, dann mit 3:4 im Penaltyschießen verloren. Zuvor hatte der Schiedsrichter einen Treffer von Markus Pasterny aberkannt. Kein gutes Haar ließ EV-Abteilungsleiter Sam Fuchs am Schiri-Gespann. "Das war eine bodenlose Frechheit, was die beiden Herren sich geleistet haben. Vor allem die Aberkennung des Siegtreffers. Keiner hatte protestiert, alle gingen zum Bully an den Mittelkreis. Die haben uns zwei Punkte geklaut."

Am Sonntag (18 Uhr) wartet auf die Kissinger Wölfe das wohl schwerste Spiel der Zwischenrunde mit dem Gastspiel des souveränen Tabellenführers TSV Erding (1./15), der in sechs Spielen bereits 39 Treffer erzielte und sich bislang nur im Heimspiel vom vergangenen Sonntag gegen den ERSC Amberg einen Ausrutscher geleistet hatte (4:5), nachdem der selbe Gegner zwei Tage zuvor beim 10:2-Sieg regelrecht gedemütigt worden war. Viele verletzte Spieler und vier Spiele in einer Woche hatten bei den "Gladiators" ihre Spuren hinterlassen, die daher womöglich nicht mit voller Kapelle in die Kissinger Eishalle kommen. Dann werden den Gastgebern auch wieder Firsanov und Andrusovich zur Verfügung stehen. "Qualität haben wir im Kader, erst recht nach den jüngsten Neuverpflichtungen. Jetzt müssen wir möglichst schnell als Mannschaft zusammenwachsen", sagt Wölfe-Vorsitzender Wassili Ledin, der für die Zwischenrunde keine weiteren Spieler mehr an die Saale lotsen wird. Der aber den Kampf um die Playoff-Plätze weiter offen sieht. "Drei Siege aus den verbleibenden sechs Spiele sollten dafür reichen."

Was den Vereins-Boss zusätzlich optimistisch stimmt, ist die wachsende Unterstützung für die Kissinger Wölfe. Schon ein bisschen kurios, dass ausgerechnet zehn bis 15 Jungs aus Wartmannsroth und Umgebung für Stimmung auf der Tribüne sorgen im Fanclub "Lenzenberg", der gleichnamigen Spielstätte der SpVgg Wartmannsroth. Allesamt Kumpels, darunter viele aktive Fußballer. Fahnen und Banner, Trommeln und Gesänge. Optisch und akustisch tut sich was auf den Rängen. Dort, wo nach Meinung des Fanclubs immer noch zu viele Zuschauer sitzen und das Spiel zu still verfolgen.

"Die Jungs haben mir neue Kraft gegeben. Einen Verein zu führen, ist keine einfache Sache. Und diese Unterstützung verstehe ich als Dankeschön an alle, die sich bei den Kissinger Wölfen engagieren", sagt Wassili Ledin. Und erinnert sich spontan an das Spiel in Nürnberg, wo mehr Kissinger als EHC-Unterstützer in der Halle waren. "Das ist wirklich ein positiver Trend. Um diesen Kern herum könnte sich in Sachen Fan-Kultur etwas entwickeln. Hoffentlich bleiben uns die Jungs treu, unabhängig vom sportlichen Erfolg", sagt Ledin.

Auch von Seiten der Spieler wird der Klima-Wandel auf der Tribüne wahrgenommen - und geschätzt. Nach Nürnberg durften die Fans im Mannschaftsbus mitfahren, wurden auch schon zu den Kabinen-Partys eingeladen, aus denen sich interessante Gespräche entwickelten - und gegenseitige Wertschätzung.

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