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Volleyball

Eltmanns Heitec Volleys sind endgültig gescheitert

Ständige Zahlungsschwierigkeiten bringen dem Bundesliga-Projekt das ultimative Aus. Höchstwahrscheinlich wird es nächste Saison nicht einmal Derbys gegen Hammelburg in der 2. Liga geben.
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Enttäuschung und Frust bei Heitec Volleys (von links): Roosewelt Filho, Carlos Antony und Luuc van der Ent betrauern eine Niederlage gegen Düren. Traurig ist auch die finanzielle Situation des Eltmanner Vereins, der alle Spieler, Trainer und Mitarbeiter entlassen musste. Foto: Daniel Löb
Enttäuschung und Frust bei Heitec Volleys (von links): Roosewelt Filho, Carlos Antony und Luuc van der Ent betrauern eine Niederlage gegen Düren. Traurig ist auch die finanzielle Situation des Eltmanner Vereins, der alle Spieler, Trainer und Mitarbeiter entlassen musste. Foto: Daniel Löb

Am Ende war es nicht Corona, sondern die ständig kritische Liquiditätslage: Trotz aller Bemühungen des vorläufigen Insolvenzverwalters Hubert Ampferl und Manohar Faupel, Geschäftsführer der Eltmann Volleys, ist das Bundesliga-Projekt endgültig gescheitert. Und wahrscheinlich noch mehr.

Kürzlich versandte der Insolvenzverwalter an Spieler, Trainer und weitere Mitarbeiter die Kündigungen mit sofortiger Freistellung zum 1. April 2020. Damit sind die restlichen zwei beziehungsweise drei Monatsgehälter nur eine symbolische Forderung gegen die insolvente Spielbetriebs-GmbH.

Überrascht war Faupel, dass es zuvor keine interne Absprache oder Kommunikation gab. "Ich hätte mir schon gewünscht, dass ich vorher mit einbezogen werde. Und nicht von Trainer und Spielern am Samstag angerufen werde, weil sie das Schreiben im Briefkasten vorgefunden haben. Ich habe meine Kündigung erst heute in Bühl aus dem Briefkasten gezogen, da ich bis Montagabend noch in Eltmann gearbeitet habe."

Unprofessionell und wenig förderlich für die Kommunikation mit den Spielern sei das Vorgehen, wenngleich es auch aus der Sicht von Faupel keine Alternativen mehr gab. Bis zuletzt habe man daran gearbeitet, die April-Gehälter abzudecken und für Mai und Juni Abfindungslösungen zu finden.

Zu den Gründen der erneuten Insolvenz hält sich der im Januar in die Bresche gesprungene Geschäftsführer bedeckt. Damals war der bisherige "Macher" Rolf Werner wegen des Insolvenzantrags von allen seinen Funktionen innerhalb der GmbH zurückgetreten. "Wir hatten wiederholte Zusagen, dass trotz der verständlichen Enttäuschung unserer Partner alle Sponsorengelder bezahlt werden. Es fehlt nun aber eine erhebliche Summe, weil ein Großsponsor auch in Hinblick auf die Corona-Krise nicht mehr seinen Leistungen in voller Höhe nachkommen möchte", sagte Faupel. Natürlich sei das wirtschaftlich nachvollziehbar und zu respektieren, aber die Enttäuschung sei nicht zu leugnen.

Erschwerend käme noch hinzu, dass trotz nachdrücklicher Bitten seitens des Insolvenzverwalters ein Gesellschafter seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkomme. Auch hier gehe es um eine größere Summe, die zur Finanzierung der restlichen Gehälter erforderlich gewesen sei. Welche Schritte hier noch möglich seien, das sei Aufgabe des Insolvenzverwalters, so Faupel.

Keine Derbys in Liga zwei

In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung vom Mittwoch spricht Faupel über die Strafe, die laut VBL-Statuten wegen des Insolvenzantrages fällig wird. Sie betrage 32 000 Euro, die die zahlungsunfähige Betriebs-GmbH nicht habe.

Was aber noch schwerer wiegen dürfte: der Ausschluss aus den Lizenzligen, also der 1. und der 2. Bundesliga, für die nächsten Jahre. Damit käme es nächste Saison nicht zu den Derbys mit den Hammelburg Volleys.

Mit Aufkündigung seines Arbeitsvertrages durch die Spielbetriebsgesellschaft legt Faupel auch sein Mandat als Geschäftsführer nieder. "Es ist leider ein Desaster, was hier in Eltmann passiert ist. Wie sich der Verein für die Zukunft aufstellen wird, dazu müssen sich die Vorstände äußern. Aber definitiv hat das Team eine solche Saison nicht verdient."red/st