Eltingshausen
Tennis

Ein moralisches Angebot aus Eltingshausen

Es geht steil aufwärts mit dem Tennissport beim FC. Zum 40-jährigen Bestehen bringt sich die Abteilung als Ausrichter der Landkreismeisterschaft ins Spiel.
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Es geht steil aufwärts mit dem Tennissport beim FC Eltingshausen. Zum 40-jährigen Bestehen bringt sich die Abteilung als Ausrichter der Landkreismeisterschaft ins Spiel.ssp
Es geht steil aufwärts mit dem Tennissport beim FC Eltingshausen. Zum 40-jährigen Bestehen bringt sich die Abteilung als Ausrichter der Landkreismeisterschaft ins Spiel.ssp
"Es läuft in unserer Tennisabteilung", freut sich Abteilungsleiter Hubert Schott. Nach einigen Jahren ohne angemeldete Mannschaft im Spielbetrieb meldete der FC Eltingshausen in der vergangenen Saison ein Herren 30-Team an, das auf Anhieb Meister wurde.1979 gründete die Frankonia die Tennisabteilung. Unter der ehemaligen Vorstandschaft, zu der auch Hubert Schott gehörte, wurden Tennisplätze errichtet. Steffi Graf und Boris Becker sorgten für einen nie da gewesenen Tennisboom, die Mitgliederzahl der Tennisabteilung des FCE erreichte Anfang der 90er-Jahre mit über 200 Personen ihren Zenit. Seitdem der Tennissport aus dem Blickfeld der großen Medien weitgehend verschwunden ist, schrumpfen auch bei den Amateurvereinen die Mitgliederzahlen; und so kam es in Eltingshausen dazu, dass ab 2013 keine Mannschaft mehr gemeldet wurde.

"Seit wir die Herren-30 angemeldet haben, geht es mit der Abteilung wieder bergauf", sagt Hubert Schott. "Eigentlich schlägt mein Herz für den Fußball, aber irgendwann ist man zu alt zum Spielen, und dann ist Tennis der ideale Sport", erklärt der 65-Jährige. Der Zulauf kommt größtenteils von ehemaligen Fußballern. "Und die Jungs sind auch untereinander gut befreundet", sagt Steffen Hartung. Markus Schott, Sohn von Abteilungsleiter Hubert Schott, spielt eine entscheidende Rolle bei der Renaissance der Abteilung. "Markus hat eine Vereinsmeisterschaft organisiert. Diese Aktion hat ein paar Leute in den Verein gezogen", erzählt Hartung über den Vereinsmeister, der auch die Fußballer der DJK Schlimpfhof trainiert. In der vergangenen Saison blieb die Truppe in der Kreisklasse ungeschlagen und startete in die diesjährige Medenrunde mit zwei Siegen, ehe es am Wochenende in der Bezirksklasse 2 die erste Niederlage gab.

Um wieder solche Erfolge zu erzielen, war viel Arbeit notwendig. "Im Frühjahr haben alle mitgeholfen, die Plätze perfekt herzurichten", so Hubert Schott. Zudem wurden mit Tereza Schmidova und Sebastian Schübert bestens geeignete Übungsleiter gefunden, auch für den Nachwuchs. Um am Spielbetrieb teilzunehmen muss jeder Verein einen Schiedsrichter stellen, was vor der Anmeldung der Herren-30 ein Problem darstellte. Doch der engagierte Hubert Schott nahm die Sache selbst in die Hand. "Ich habe mich dann zur Verfügung gestellt und in Marktheidenfeld den Oberschiedsrichterlehrgang gemacht und die Prüfung dazu bestanden. Es war nicht einfach. Man musste sich schon gut darauf vorbereiten", berichtet der ehemalige Hegler-Angestellte. Am ersten Spieltag in Geldersheim kam der 65-Jährige zum ersten Mal auch auf dem Feld zum Einsatz. Spontan musste der Abteilungsleiter zum Schläger greifen und mit Reiner Neugebauer zusammen im Doppel antreten. "Den ersten Satz haben wir mit 0:6 verloren. Dann schien es, als unterschätze uns der Gegner und wir gewannen den zweiten Satz zu Null. Im Match-Tie-Break lagen wir auch zunächst 1:4 hinten, bis wir am Ende doch noch 10:6 gewinnen konnten", erzählt Schott über das kuriose Ergebnis von 6:0/0:6/10:6.


Der Wahlschwabe kommt gerne

Neben dem Familienpärchen Markus und Hubert Schott, spielt auch der Sohn von Reiner Neugebauer für den FC Eltingshausen. Dominik Neugebauer spielt Leistungsklasse 11 und ist somit der am höchsten eingestufte FCler. Er lebt derzeit in Stuttgart, was es für ihn nicht einfach macht, jedes Wochenende auf dem Platz zu stehen. "Dominik Neugebauer hat die Qualität, auch in Stuttgart einen Verein zu finden, zum Glück ist er bei uns. Er scheint hier Spaß zu haben", erzählt sein Mitspieler Steffen Hartung. In dieser Saison gab sich Dominik Neugebauer bisher noch keine Blöße und konnte jedes Match souverän für sich entscheiden.

In der neu angemeldeten zweiten Mannschaft läuft es hingegen ergebnistechnisch noch nicht rund. Die ersten beiden Spiele wurden verloren, doch Steffen Hartung sieht es locker: "Wir haben bisher Lehrgeld gezahlt und es ist für uns als Mannschaft erst mal wichtig in die Saison zu kommen." Es ist als Erfolg zu sehen, dass sich überhaupt so schnell eine zweite Mannschaft in Eltingshausen gefunden hat. Die Funktionäre geben sich damit aber nicht zufrieden. Zum 40-jährigen Bestehen der Tennisabteilung im nächsten jahr Hubert Schott hat große Pläne: "Unser Ziel ist es, wieder eine Damenmannschaft anmelden zu können. Und es wäre natürlich sehr schön, wenn wir auch eine Jugendmannschaft im regulären Spielbetrieb hätten." Nach einigen Jahren steigen auch die Mitgliederzahlen wieder. "Im letzten Jahr hatten wir 13 Prozent Mitgliederzuwachs und stehen nun schon wieder kurz davor, eine dreistellige Mitgliederanzahl zu bekommen", erzählt Schott. Zum Jubiläum soll es ein Fest und Ehrungen geben und dazu hat Schott einen Plan: "Ideal wäre es, Ausrichter der Landkreismeisterschaften 2019 zu werden", so der langjährige FC-Vorstand.
Nach einigen schweren Jahren blicken in Eltingshausen nun alle wieder nach vorne. Das Konzept, ehemalige Fußballer mit dem Tennisschläger antreten zu lassen, scheint sich voll auszuzahlen. Und wer weiß, vielleicht beschleunigt eine Landkreismeisterschaft in Eltingshausen den kleinen Tennisboom auf den schönen Plätzen am Eltingshäuser Waldrand.
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