Hammelburg
Volleyball 2. Bundesliga

Ein in jeder Beziehung besonderes Spiel

Das Spiel der vielen Fehler entscheiden die Hammelburg Volleys im Tiebreak für sich.
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Als Livestream im Internet war das Spiel der Hammelburg Volleys in Karlsruhe zu sehen.Olly Wendt/screenshot
Als Livestream im Internet war das Spiel der Hammelburg Volleys in Karlsruhe zu sehen.Olly Wendt/screenshot
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SSC Karlsruhe - Hammelburg Volleys 2:3 (25:18, 20:25, 26:28, 25:22, 14:16).
Fast schon ungläubig schauten die Hammelburg Volleys, als Moritz Rauber nach 119 Minuten den Matchball zum 16:14 in der Karlsruher Hälfte versenkte und damit den Tiebreak-Erfolg seiner Mannen druckvoll manifestierte. Eines mochte sich so mancher Saalevolley nach diesem Spiel sicher gefragt haben: Haben wir tatsächlich gerade zwei ganz wichtige Punkte geholt, und das trotz nahezu unterirdischer Aufschlagquote?

Aber wie gewinnt man ein Match, in dem man das wichtige Mittel der Spieleröffnung derart vernachlässigt? Indem sich der Gegner über die gesamte Spieldauer am bunten Reigen der unzähligen Eigenfehler beteiligt. Diesmal sogar im Internet-Livestream konnte die Hammelburger Fangemeinde das Geschehen verfolgen. Was die Fans da sahen, war eine zunächst aufgeregte und wenig strukturierte Vorstellung der Saalestädter, die "auf Diagonal" Felix Bendikowski für Peter Wolf aufs Feld beordert hatten. Aufschläge? Fehlanzeige! Annahme? Zerstreut! Und Block-Abwehr-Verhalten? Nicht existent! Dazu eine Aufschlagserie vom Karlsruher Fabian Schmidt zum 15:7, womit der erste Satz klar an den SSC ging. "Der Satz war zum Warmspielen. Auf geht's Hammelburg Volleys", kommentierte Christian Gartenmeister das Gesehene auf Facebook, während TV/DJK-Fan Harald Lell schrieb: "Nun müssen nur noch die Aufschläge kommen und das Zuspiel besser werden." Gesagt getan, das Spiel der Hammelburger "Volleywerker" wurde nun konzentrierter und strukturierter, die Leichtigkeit der Heimspiele suchte man hingegen vergeblich. Benjamin Loritz hieß der Karlsruher Diagonalangreifer, der die Schwächen im Hammelburger Block konsequent ausnutzte. Zum Glück hatten die Saalemänner mit Georg Wolf erneut "Mr. Zuverlässig" in ihren Reihen, der auf der Außenposition in allen brenzligen Situationen überzeugte. Endlich wurde auch das Block-Abwehr-Verhalten reaktiviert, während die bisherige Dominanz der Badener zur Satzmitte bröckelte. Ausgleich!

"Das gleicht hier einem Aufschlag-Massaker", formulierte es SSC-Hallensprecher Philipp Scholz etwas überspitzt, doch im Kern hatte er recht. Unzählige Male nahmen beide Teams das 9x1-Meter große Netz in der Feldmitte "erfolgreich" ins Visier. 15:18 lautete der Rückstand der Gäste, bevor erneut Georg Wolf zur Aufholjagd blies. Die 330 Zuschauer in Karlsruhe sahen nun ein Wechselspiel genialer und amateurhafter Momente, die das Satzende zum unfreiwilligen Krimi machten. Die Einwechslung von Peter Wolf zur "Crunchtime" erwies sich als goldrichtig. Fortan harmonierte er mit Bruder Georg blendend. Der eine sorgte im Angriff, der andere im Aufschlag für Power: 28:26.
Und was passiert, wenn man sich zu lange über die Satzführung freut? Dann steht es plötzlich 4:0 für die Aufsteiger. Doch auch diese freuten sich so sehr über die Führung, dass Hammelburg Zeit hatte, den Kampfgeist zu entdecken und das Spiel wieder offen zu gestalten. Leider nur bis zum 21:21, als die Gäste erneut ihre Aufschlagquote drückten und die Entscheidung in den Tiebreak vertagten.
Beim 6:8 wechselte man die Seiten, als der spätere Gold-MVP Felix Bendikowski "ablieferte" und Aldin Dzafic der Block zum 8:8 gelang. Später erneuter Block von Oscar Bennerzum 13:12 - der Satz war gedreht, das Spiel gewonnen. Vielleicht lag es auch einfach nur an den schwarzen Trikots, denn in diesen haben die Volleys heuer noch nicht verloren. Dann bitte in schwarz die Herren, wenn man am Samstag die L.E. Volleys zum Heimspiel empfängt.
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