Haßfurt

Die pure Lebensfreude im Rollstuhl

Wie Petr Krepelka, schwer verletzter Publikumsliebling der "Hawks", bei Spielern und Fans des ESC Haßfurt kurz vor Weihnachten für positive Stimmung sorgt.
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Petr Krepelka inmitten von "Hawks" und "Black Bears". Bei seinem zweiten Besuch wurde der 24-Jährige begeistert empfangen.  Foto: Ralf Naumann
Petr Krepelka inmitten von "Hawks" und "Black Bears". Bei seinem zweiten Besuch wurde der 24-Jährige begeistert empfangen. Foto: Ralf Naumann
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Es ist kaum zu glauben, aber umso bewundernswerter: Petr Krepelka strahlt eine richtige Lebensfreude aus. Die schrecklichen Auswirkungen seiner Verletzungen sind für den 24-Jährigen Tschechen, der im Oktober 2017 beim Gastspiel seiner "Hawks" in Freising durch einen Stockschlag aus dem Tritt gebracht wurde, gegen die Bande krachte und sich dabei den fünften Halswirbel brach, kein Thema. Auch wenn der Rollstuhl weiterhin sein ständiger Begleiter ist. Bei seinem zweiten Besuch an alter Wirkungsstätte beim Spiel der "Hawks" - ausgerechnet gegen Freising - machte der 24-Jährige vielmehr deutlich, dass er weiterhin positiv in die Zukunft blickt.

Es ist großartig, dass Sie wieder ein Spiel Ihrer ehemaligen Teamkollegen besuchen. Wie geht es Ihnen mittlerweile, knapp zwei Jahre nach dem schrecklichen Unfall?

Petr Krepelka:Es ist alles in Ordnung. Ich fühle mich heute wesentlich besser als noch im vorigen Jahr. Ich fühle mich einfach kräftiger. Und ich kann jetzt vor allem mehr Dinge alleine machen. Also ich fühle mich gut.

Wie schaut derzeit Ihr Tagesablauf aus?

Unter der Woche bin ich drei Mal in Prag zur Physiotherapie. Und am Wochenende kann ich mich dann weiter erholen. Es ist eigentlich immer derselbe Ablauf.

Was genau machen Sie mit Ihren Armen und Beinen?

Bei der Physio werden in erster Linie meine Schultern und die Muskeln behandelt, damit ich sie weiterhin bewegen kann. Ich versuche hauptsächlich, meine Schultern so gut wie möglich einzusetzen.

Ihr Unfall ereignete sich in der Freisinger Eishalle. Die "Hawks" spielen heute gegen Freising. Weckt das in Ihnen besondere Gefühle?

Nein. Es ist alles in Ordnung. Das spielt für mich wirklich keine Rolle, was für eine Mannschaft heute hier spielt. Ich freue mich einfach, hier zu sein.

Wie sieht Ihre Zukunft aus? Was haben Sie sich persönlich vorgenommen? Was wollen Sie in den nächsten Jahren erreichen?

Ich will weiter hart an mir arbeiten und mein Bestes geben und versuche, einer festen Arbeit nachzugehen. Außerdem möchte ich ein Haus bauen.

Sind Sie mit Ihren Fortschritten seit Ihrem Unfall zufrieden, oder dauert Ihnen das alles zu lange?

Nein, es ist schon in Ordnung. Ich bin glücklich, dass ich heute schon so weit bin. Ich kann viele Dinge alleine erledigen. Es passt. Ich arbeite wirklich hart, dass es Tag für Tag weitere, kleine Fortschritte gibt. Das ist mir wichtig.

Wie schwer ist es für Sie, Eishockeyspiele anzuschauen?

Es ist gar nicht schwer. Es ist kein Problem für mich. Ich liebe Eishockey nach wie vor. Und ich möchte weiterhin Partien besuchen. Ich bin auch oft bei meinem Heimatverein Kladno im Stadion.

Verfolgen Sie die Spiele der Haßfurter "Hawks" in dieser Saison?

Ja natürlich. Hauptsächlich über Facebook und Instagram. Ich bekomme alles mit.

Was denken Sie: Kann Haßfurt in dieser Saison den Aufstieg in die Bayernliga schaffen?

Ich denke schon. Ich habe mir ja heute ein erstes Bild von der Mannschaft gemacht. Heute war leider wenig Tempo im Spiel. Ich glaube, die Jungs waren in Gedanken schon bei Weihnachten und nicht beim Hockey. Dies werde ich der Mannschaft bei meinem Besuch in der Kabine gleich sagen (grinst).

Der ESC Haßfurt sowie die "Hawks" haben sich stets um Sie und Ihre schnelle Genesung bemüht. Sportlicher Leiter Martin Reichert, mit dem Sie weiterhin eine tiefe Verbindung pflegen, betont zugleich, dass Sie weiterhin zur Mannschaft gehören.

Es ist großartig für mich und sehr nett. Ich liebe es einfach hier. Die Fans, das Team, das Umfeld. Einfach großartig.

Wie sehr haben Sie sich über den Empfang der Fans heute auf dem Eis beim Einlauf mit David Franek gefreut?

Wirklich sehr. Das war wieder unglaublich. Ich kann den Fans einfach nur danken. Das war für mich großartig und sehr nett. Ich freue mich schon auf meinen Besuch im nächsten Jahr. Ich komme sehr gerne wieder.

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