Aschach bei Bad Kissingen
Tischtennis

Die Häfner-Buben: 50 Jahre an der grünen Platte

Die Brüder Peter, Paul und Ludwig sind nicht wegzudenken aus dem Vereinsleben des TSV Aschach.
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Seit 50 Jahren stehen die Brüder (von links) Ludwig, Peter und Paul Häfner für den TSV Aschach an der Tischtennis-Platte. Foto: Jürgen Schmitt
Seit 50 Jahren stehen die Brüder (von links) Ludwig, Peter und Paul Häfner für den TSV Aschach an der Tischtennis-Platte. Foto: Jürgen Schmitt

Die Geschichten von der Liebe und Treue zu einem Verein werden seltener. Umso bemerkenswerter ist die Story von den Häfner-Brüdern aus Aschach, die seit 50 Jahren dem Tischtennis-Sport frönen - jeder wohlgemerkt. Nervös und angespannt vor den Spielen ist das Trio immer noch, aller Routine zum Trotz. Weil die "Häfner-Buabe" sich immer noch als Sportler sehen, bei denen eine gewisse Anspannung vonnöten ist, um das Bestmögliche abzurufen. Schläger fliegen bei Niederlagen keine, aber verlieren schmerzt auch nach all den Jahren. Vor allem bei Paul, dem Ehrgeizigsten der Häfner-Brüder, der beim Schafkopf oder Menschärgeredichnicht ebenfalls Schnappatmung bekommt, wenn's nicht läuft. "Nach Niederlagen sollte man die Häfners die ersten fünf Minuten lieber nicht ansprechen", grinst TSV-Abteilungsleiter Steffen Suckfüll.

Seit 1967 wird beim TSV Aschach Tischtennis gespielt. Der damalige Abteilungsleiter Rudolf Strobl hatte die eigentlich Fußball spielenden Brüder an die Platte gebracht. Die erste Spielberechtigung lag am 25. August 1969 vor. "Mein damaliger Schulkollege Egon Markert hatte damals eine Tischtennis-Platte daheim, da haben wir immer Turniere gespielt. Mit Schlägern, die noch einen Kork-Belag hatten", erinnert sich Peter Häfner an die Anfänge. Rechtshänder ist der 64-Jährige, wie seine Brüder. Und Abwehrspieler. Eher Allrounder sind die Geschwister. Der 66-jährige und in Nüdlingen lebende Ludwig arbeitet mit Peter Häfner als Schreiner im Familienbetrieb. Der 62-jährige Paul ist kaufmännischer Angestellter in Schweinfurt und fährt zweimal in der Woche von seinem Wohnort Oberthulba nach Aschach zum Training oder Spiel.

Das Ziel: 1000 Spiele

811 Verbandsspiele allein im Herrenbereich hat Peter Häfner bestritten, dazu 540 Fußballspiele. Paul Häfner stand 844 mal, Ludwig Häfner sogar 879 mal an der Platte. Klar, dass jeder die 1000 vollmachen will, auch wenn so manches Zipperlein nicht zu leugnen ist. Mal zwickt der Meniskus, mal schmerzen die Gelenke. Dazu kommt die Konkurrenz, die immer jünger und damit auch schneller wird. Aber mit Rücktritts-Gedanken trägt sich keiner der drei Brüder. Warum auch? Ein Bernhard Rachor beendete erst unlängst seine Karriere beim TSV Aschach - mit 84 Jahren. Teamkollege Roland Fettke spielt immer noch aktiv, mit 78 Jahren. Reichlich Luft nach oben also für die Häfner-Brüder, die auf etliche Meisterschaften und Einzelerfolge zurückblicken und vor zwei Jahren für ihre 60-Jährige Mitgliedschaft im Verein ausgezeichnet wurden - als Paul noch gar keine 60 Jahre alt war. Der Jüngste der Brüder hat sich im Lauf der Zeit besondere Meriten erworben beim TSV, war etwa 25 Jahre Abteilungsleiter, nahm als mehrfacher Kreismeister auch an unterfränkischen Meisterschaften teil, gab seine Erfolge zudem als Trainer und Jugendleiter an den Nachwuchs weiter.

Ein Duo in der Ersten

Während Ludwig Häfner aktuell Stammkraft der zweiten Mannschaft ist, gehören Peter und Paul zum festen Inventar der Ersten, die in der Bezirksliga aufschlägt. Regelmäßig sind die beiden auch in Bad Königshofen, um beim Aushängeschild der Region Bundesliga-Tischtennis zu verfolgen. Vorbilder gibt es natürlich auch im Hause Häfner. Paul hatte einst den Schweden Jan Ove Waldner beim TTC Fulda-Maberzell bewundern dürfen, Peter ist ein Fan vom früheren deutschen Nationalspieler und Vizeweltmeister Eberhard Schöler.

Echte Vereinsmenschen

Die Liebe zum Sport wurde den Brüdern quasi in die Wiege gelegt, weil Vater Wilhelm ein ausgesprochener Vereinsmensch war. Und dazu gehört auf dem Dorf das gemütliche Beisammensein, das die Häfners auch beim TSV Aschach schätzen, wenn man nach den Spielen im Sportheim zusammensitzt. Anekdoten haben die Häfners einige auf Lager, die bei der einen sogar die Hauptrolle spielten, als Paul und Peter in Münnerstadt das Finale einer Jugend-Kreismeisterschaft bestritten. Und der unverwüstliche H.G. Ziegler mit Ludwig den Dritten im Bunde als Zähler eingeteilt hatte.

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