Dingolfing
Leichtathletik

Die Einstellung zum Leistungssport stimmt bei Viviane Heilmann

Mit fünf Medaillenplätzen bei den Bayerischen Meisterschaften der Aktiven und Jugend sind die heimischen Leichtathleten so erfolgreich wie lange nicht mehr.
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Viviane Heilmann vom TV/DJK Hammelburg überraschte bei den Bayerischen Meisterschaften in Augsburg. Sie gewann die 400 Meter Hürden der U18 und holte Bronze über 400 Meter flach. Fotos: Theo Kiefner
Viviane Heilmann vom TV/DJK Hammelburg überraschte bei den Bayerischen Meisterschaften in Augsburg. Sie gewann die 400 Meter Hürden der U18 und holte Bronze über 400 Meter flach. Fotos: Theo Kiefner
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Bei den Bayerischen Meisterschaften der Aktiven und Jugend U20/U18 in Augsburg holte Martina Greithanner vom TSV Münnerstadt Silber im Kugelstoßen und Bronze im Diskuswurf der Frauen. Für eine faustgroße Überraschung sorgte Viviane Heilmann vom TV/DJK Hammelburg, die Gold über 400 Meter Hürden und Bronze über 400 Meter der U18 gewann. Trung Ngo vom TSV Kissingen wurde mit einer ganz starken Leistung Bayerischer U18-Meister im Dreisprung. Platz Vier in der U18 erreichten zudem Dimitij Touev (TSV Bad Kissingen) im Dreisprung und Esmat Rezaei vom TV Bad Brückenau über 800 Meter.

Martina Greithanner zeigte bei den Bayerischen Meisterschaften, dass sie nach wie vor bei den jüngeren Athletinnen im Freistaat mithalten kann. Als die 42-Jährige vor 23 Jahren im Diskuswurf (52,80 Meter) erstmals Bayerische Meisterin bei den Aktiven wurde, waren viele ihre heutigen Konkurrentinnen noch gar nicht geboren. In Augsburg beförderte sie das ein Kilogramm schwere Sportgerät auf 43,03 Meter und hatte damit gerade einmal um 2,47 Meter den Landes-Titel verfehlt. "Schade, ich hätte die zwei Erstplatzierten gerne etwas mehr geärgert. Aber ein relativ stumpfer Ring, wie er nun mal in Augsburg war, lag mir gar nicht", sagte sie.

Im Kugelstoßen lieferte sich die Sportlehrerin des Münnerstädter Gymnasiums einen spannenden Wettkampf mit Simone Schramm von der LG Bamberg um Rang Zwei. Vor dem letzten Versuch lag Martina Greithanner gerade einmal einen Zentimeter vor der jungen Frau aus Oberfranken. Aber dann wuchtete sie die vier Kilogramm schwere Kugel noch auf hervorragende 13,03 Meter und kam als Zweite bis auf 25 Zentimeter an die spätere Siegerin Sabrina Zeug von der LG Oberland heran. "Endlich wieder einmal 13 Meter, es geht wieder aufwärts", meinte die TSVlerin, die letztmals vor vier Jahren diese Marke mit der Kugel übertraf. Damals wurde sie Senioren-Weltmeisterin im Kugelstoßen und Diskuswurf. Dann folgte eine Verletzung beim Skifahren, die sie sportlich eine lange Zeit stark beeinträchtigte. Ab kommenden Samstag beginnen nun die Senioren-Europameisterschaften im dänischen Aarhus. Da will Martina Greithanner wieder Medaillen gewinnen. Im Kugelstoßen ist sie auf Rang Drei der Meldeliste geführt und im Diskuswurf in der W40 als Europäische Jahresbeste gelistet.


Shootingstar der Leichtathletik

Viviane Heilmann vom TV/DJK Hammelburg ist in diesem Jahr die Senkrechtstarterin der hiesigen Leichtathletik. Die Gymnasiastin hatte in der Jugend U18 über 400 Meter die viertbeste Meldeleistung und über 400 Meter Hürden lag sie auf Rang Drei der Meldeliste. Insgeheim hatte sie vielleicht schon mit dem Gewinn einer Medaille geliebäugelt. Diese leise Hoffnung erfüllte sich für die erst 15-Jährige bereits am ersten Wettkampftag. Im zweiten und damit stärkeren Zeitlauf eroberte sie den Bronzeplatz. In 58,78 Sekunden blieb die Saalestädterin dabei erstmals unter 59 Sekunden und qualifizierte sich nun auch über 400 Meter für die Deutschen U18-Meisterschaften.

Über 400 Meter Hürden, die am zweiten Wettkampftag ausgetragen wurden, lag sie vor der zehnten und letzten Hürde noch auf Rang Zwei. "Die hat Viviane aber sehr gut getroffen und dann mit ihrem tollen Stehvermögen noch die bis dato Führende eingeholt", berichtet Trainer Paul Fella, der seiner Athletin zudem eine sehr gute Einstellung zum Leistungssport bescheinigt. In 64,16 Sekunden und damit mehr als zwei Sekunden schneller als ihre bisherige persönliche Bestleistung gewann sie vor Sophie Sachsenhauser vom SWC Regensburg, die in 64,56 Sekunden gestoppt wurde. Mit so einer Zeit hat Viviane Heilmann bei den Deutschen Jugend-Meisterschaften, die vom 4. bis 6. August in Ulm ausgetragen werden, durchaus realistische Chancen, das Finale zu erreichen. "Das wäre aber alles Zugabe, denn nach einer ohnehin schon sehr guten Saison soll sie da ohne Druck laufen", sagt Paul Fella.


Dem Lob gerecht geworden

Trung Ngo vom TSV Kissingen erzielte schon Anfang Mai bei den Kreismeisterschaften mit 7,11 Meter einen neuen U18-Bezirksrekord im Weitsprung. Als eigentlicher Dreispringer setzte er fortan mehr auf diese Disziplin. Zumal ihm damit nur ganz wenige Zentimeter zur Qualifikationsnorm für die U18-Weltmeisterschaften fehlten. Allerdings verlief die Saison bis zu den Bayerischen Meisterschaften bei dem 17-Jährigen aus Bad Kissingen nicht immer nach Wunsch. Nach seinen zuletzt aber schon tollen Trainingsleistungen im Dreisprung erhob ihn sein erfahrener Trainer Dimitri Antonov schon vorab zu den Medaillenanwärtern bei den Deutschen U18-Meisterschaften. Diesen Vorschusslorbeeren wurde Trung Ngo bei den Bayerischen Meisterschaften im ersten Versuch des Dreisprung-Wettbewerbs gerecht.

Auf glänzende 14,42 Meter steigerte der Gymnasiast seinen Hausrekord. "Der war nicht einmal optimal", befand Dimitri Antonov nachher. "Schade, dass der zweite Versuch minimal übergetreten war. Denn das war einer um die 15 Meter."


Konzentration verbraucht?

Nach dem vierten Versuch beendete Trung Ngo den Wettbewerb, denn nur wenige Minuten später wollte er im Weitsprung erneut in die Medaillenränge. Den Bayerischen Meistertitel im Dreisprung konnte ihm allerdings in den verbleibenden zwei Versuchen keiner mehr streitig machen. Mit seiner Leistung aus dem ersten Versuch kam er bis auf sieben Zentimeter an die deutsche Jahresbestleistung der U18 heran. So kurz nach dem Dreisprung war im Weitsprung allerdings die Luft raus, oder aber auch die Konzentration verbraucht. Trung Ngo kam mit drei ungültigen Versuchen hintereinander nicht in die Wertung. Etwas Pech hatte Team- und Trainingsgefährte Dimitij Touev im Dreisprung der U18. Er sprang mit 13,49 Meter zwar ebenfalls eine persönliche Bestleistung. Den Bronzerang verpasste der 17-Jährigen am Ende lediglich zwei Zentimeter.

Für die starke Bad Kissinger Trainingsgruppe von Dimitri Antonov waren dies aber noch lange nicht alle Erfolge bei den Landesmeisterschaften. Tina Tröger (TSV Zirndorf) gewann überlegen die Frauentitel im Weit- und Dreisprung. Maximilian Entholzner sprang bei den Kreismeisterschaften in Bad Kissingen im Weitsprung 7,92 Meter weit und liegt damit in Deutschland bei den Aktiven nach wie vor auf Platz Zwei. In Augsburg verzichtete er auf einem Start im Sprungwettbewerb und verblüffte dafür alle Experten über die 100 Meter. In schier unglaublichen 10,29 Sekunden bezwang er Aleksandar Askovic, den großen Favoriten von der LG Augsburg. Damit steigerte der Athlet vom 1. FC Passau seine Bestleistung um rund drei Zehntel Sekunden und logiert momentan auf Rang Fünf in Deutschland.


Beträchtliche Palette

Die Bandbreite, die Esmat Rezaei vom TV Bad Brückenau im Laufbereich anbietet, ist schon ungewöhnlich. Vor zwei Wochen erst holte er sich Bronze bei den Bayerischen Berglaufmeisterschaften. In Augsburg startete er in der U18 über die wesentlich kürzere Strecke von 800 Metern. Aber auch über die zwei Stadionrunden wusste er zu überzeugen und steigerte seine persönliche Bestleistung auf 2:02,35 Minuten. Dies wurde am Ende mit dem guten vierten Rang belohnt
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