Hammelburg
Volleyball 2. Liga

Die Ära Karlovic geht zu Ende

Gegen Friedrichshafen und Unterhaching steht der Hammelburger Erfolgscoach Tado Karlovic zum letzten Mal an der Seitenlinie.
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Die Ära Tado Karlovic beim TV/DJK Hammelburg geht nach diesem Wochenende zu Ende.Till Oschmann
Die Ära Tado Karlovic beim TV/DJK Hammelburg geht nach diesem Wochenende zu Ende.Till Oschmann
Hammelburg - VYS Friedrichshafen (Freitag, 20 Uhr)

Hammelburg - TSV Unterhaching II(Samstag, 19.30 Uhr)

Wenn die Hammelburg Volleys an diesem Wochenende mit zwei Heimspielen die Saison beenden, geht auch eine Ära zu Ende: Tado Karlovic, dem als Trainer der einzigartige Durchmarsch von der Bezirksliga in die 2. Bundesliga gelang, hat einen großen Anteil am noch immer ungebrochen Volleyball-Hype in der Saalestadt. Er verabschiedet sich zusammen mit einigen langjährigen Wegbegleitern vom Hammelburger Publikum.


Zahlreiche Abgänge

Neben Karlovic werden auch Friedrich Fell, Michael Schottdorf und Aldin Dzafic zum letzten Mal das Bundesliga-Trikot überstreifen. Zudem wird Mittelblocker Mario Radman aufgrund einer irreparablen Schulterverletzung die aktive Rolle als Spieler ablegen und in der kommenden Saison als Co-Trainer die taktischen Fäden ziehen. Der bisherige Co-Trainer Jakob Wall wird aus familiären Gründen zurück nach Hessen gehen.


Seit 2009 in Hammelburg

"Gebt mir ein Volleyballnetz und 20 Bälle", sagte Karlovic 2009, als er sich damals zum ersten Mal mit den Hammelburger Abteilungsverantwortlichen traf. "Was euch in Hammelburg fehlt, ist ein Trainer, der aus talentierten Jugendlichen gute erwachsene Spieler macht", erinnert sich Karlovic noch sehr genau an seine Worte, denen er in über neun Jahren spektakuläre Taten folgen ließ: Unbestrittenes Highlight war der Aufstieg in die 2. Bundesliga, in der das Team nun seit drei Jahren spielt. Dazu wurden unter Karlovic eigene Talente hervorgebracht, wie die Karlitzek-Brüder, die mittlerweile im Liga-Oberhaus schmettern. Das Gerüst des Teams bildeten allerdings die Spieler, die ihren Coach durch alle Ligen begleitet hatten.


Stützen der Mannschaft

Zwei dieser bedeutenden Stützen sind Friedrich Fell und Michael Schottdorf. Die beiden Hammelburger Eigengewächse werden sich nach diesem Wochenende ebenfalls vom Leistungsvolleyball verabschieden. "Friedrich und Michi sind mir über all die Jahre richtig ans Herz gewachsen. Beide waren nicht nur wichtige Spieler, sondern absolute Teamplayer, die ihr eigenes Interesse stets hinter das der Mannschaft gestellt haben. Das verdient höchste Anerkennung und Respekt", sagt Karlovic und Abteilungsleiter Matthias Benner ergänzt: "Beide haben den Volleyballsport in Hammelburg geprägt und sind mitverantwortlich für die Begeisterung, die uns seit Jahren trägt."


Radman und Dzafic gehen

Ebenso wird das Hammelburger Publikum zukünftig auf zwei "echte Kerle" verzichten müssen: Mario Radman und Aldin Dzafic. Während Radman wie erwähnt zukünftig in die Co-Trainer-Rolle schlüpft, tritt "Maestro" Dzafic aus persönlichen Gründen kürzer. "Waren wir bis zum Aufstieg ein eher introvertiertes Team, so haben die beiden es geschafft, unseren emotionalen Turbo zu aktivieren und durch ihre unnachahmliche Art ihren Teil dazu beigetragen, dass wir bis heute noch in dieser Liga stehen", sagt Karlovic über seinen beiden Landsmänner.

Bei Fragen zu seiner Zeit in Hammelburg wird Tado Karlovic sentimental: "Es war eine fantastische Zeit, in der mir viele Spieler unglaublich ans Herz gewachsen sind. In Hammelburg gibt es viele ehrenamtliche Helfer, die hinter den Kulissen diese Abteilung zusammenhalten und gemeinsam nach vorne bringen. Das unterscheidet Hammelburg von vielen anderen Vereinen. Ich werde vieles vermissen, vor allem natürlich die Kulisse und das beste Publikum der zweiten Liga."


Nachfolger wird bald bekannt

"Unser Dank gilt Tado Karlovic, der die letzten neun Jahre als Trainer maßgeblichen Anteil an der Erfolgsgeschichte Volleyball Hammelburg hatte. Danke für viele tolle Jahre in der Saaletalhalle, die ohne Tado so nicht möglich gewesen wären. Die Abteilungsleitung war schon zu Saisonbeginn informiert und wird seinen Nachfolger sehr bald präsentieren", sagte Abteilungsleiter Matthias Benner.

Den vorletzte Auftritt im heimischen "Wohnzimmer" darf Karlovic gegen die bisher noch sieglosen Volley Youngstars aus Friedrichshafen (14./0) genießen, tags drauf fällt gegen Aufsteiger Unterhaching (5./44) endgültig der Vorhang. Mit zwei Erfolgen könnten die Volleys (9./36) in der Tabelle sogar noch zwei Plätze nach oben klettern.

Damals, als Kalovic in Eltmann aufhörte und zum ersten Mal zum Training nach Hammelburg fuhr, wäre er von der Autobahn A7 fast wieder auf die A71 abgebogen. Doch Karlovic fuhr geradeaus und hielt Kurs, neun Jahre lang. Wenn am Samstag gegen Unterhaching der letzte Ball gespielt ist, darf er gerne wieder abbiegen. Die Richtung bestimmt ganz allein er.'

Aldin Dzafic: "Ich habe die Zeit mit der Mannschaft unglaublich genossen und es war mir eine Ehre, Teil dieses Teams zu sein. Als ich damals aus Bosnien kam, haben mich die Jungs sofort aufgenommen und ich habe mich nach ein paar Monaten gefühlt, als ob ich schon immer da war. Im ersten Jahr gelang gleich der Aufstieg in die 2. Bundesliga, das war genial. Dann kam die Verletzung und zwei Operationen, danach war leider nichts mehr wie vorher. Dennoch wollte ich nach den Operationen weiterhin auf dem Volleyballfeld stehen, was geklappt hat und worauf ich stolz bin. Nun ist der Zeitpunkt gekommen, kürzer zu treten."

Michael Schottdorf: "Es war eine Wahnsinns-Zeit mit vielen tollen Erfolgen, die mir für immer in bester Erinnerung bleiben werden. Ein Hauptgrund für die vielen Erfolge war unsere mannschaftliche Geschlossenheit. Eine große Bereicherung waren auch die neuen Spieler, die sich super integriert haben. Ohne Tado wäre das Ganze nicht machbar gewesen und er wusste immer, uns aufs Neue zu motivieren. Ein riesen Dankeschön möchte ich an unsere Fans richten, die uns bei jedem Heimspiel und auch bei so manchem Auswärtsspiel grandios unterstützt haben. Es ist jedes Mal ein atemberaubendes Erlebnis, vor ausverkauftem Haus zu spielen."

Friedrich Fell: "Ich hatte acht super Jahre, in denen mir das Wichtigste immer die Mannschaft war. Das Tolle an diesem Team war, dass man sich auf jeden verlassen konnte und jeder von jedem die Stärken und Schwächen kannte und in diesem Wissen immer versucht wurde, das Maximum herauszuholen. An Tado habe ich geschätzt, dass er sich immer für die Mannschaft eingesetzt hat und darauf bedacht war, Harmonie im Team beizubehalten. Neben allen Spielern werde ich vor allem Felix vermissen, der als Kapitän besonders in schwierigen Zeiten stets vorbildlich agierte. Das hat gezeigt, wie sehr auch ihm der Verein ans Herz gewachsen ist."


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