Detter
Fußball Relegation

Detter-Weißenbach bleibt in der B-Klasse

In einem aufregenden Spiel setzt sich die SG Ginolfs durch und steigt in die A-Klasse auf.
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Sein Treffer reichte dem SV Detter-Weißenbach nicht: Maximilian Ertz (in gelb-blau) im Spiel gegen die SG Ginolfs.Sebastian Schmitt
Sein Treffer reichte dem SV Detter-Weißenbach nicht: Maximilian Ertz (in gelb-blau) im Spiel gegen die SG Ginolfs.Sebastian Schmitt

SG Ginolfs/Sondernau I/Unterweißenbrunn/Frankenbrunn II - SV Detter-Weißenbach 3:2 (1:1). Tore: 1:0 Felix Krapf (28.), 1:1 Maximilian Ertz (37.), 1:2 Jan Müller (50.), 2:2 Christoph Hähnlein (51., Eigentor), 3:2 Philipp Enders (88.).

Die SG Ginolfs/Sondernau I/Unterweißenbrunn/Frankenbrunn II steigt in die A-Klasse auf. Zwei Minuten vor Schluss setzte Philipp Enders in einem Spiel auf Augenhöhe den Lucky Punch per Kopfball und sorgte für grenzenlosen Jubel bei den zahlreichen SG-Anhängern. Der SV Detter-Weißenbach ging mit hängenden Köpfen vom Feld. Die Elf von Jörg Heinle hatte bravourös gekämpft und stand am Ende doch komplett mit leeren Händen da. "Im Moment überwiegt einfach nur die Enttäuschung, auch wenn meine Mannschaft ein tolles Spiel abgeliefert hat", sagte Heinle sichtlich geknickt. "Die kämpferische Einstellung hat gepasst. Es wäre etwas drin gewesen für uns."

Zwei Teams, die sich über Jahre hinweg überhaupt nicht im regulären Spielbetrieb begegnet sind, trafen auf der legendären Waldsportanlage in Waldberg in der Relegation aufeinander. Logischerweise herrschte zu Beginn der Partie das ganz große Abtasten vor. "Keine Mannschaft will in so einem wichtigen Spiel den ersten Fehler machen", sagte Detters Coach Jörg Heinle kurz vor dem Match. "Unsere Stärken liegen in der Offensive. Aber kaum einer unserer Spieler hat schon einmal vor einer solchen Kulisse gespielt. Die Nervosität ist entsprechend groß. Nur unser Maximilian Ertz ist es als Reitsportler gewohnt, vor tausenden Menschen Leistung zu zeigen, alle anderen kennen das rein gar nicht", so Heinle. "Da rutscht manch einem das Herz erst einmal in die Hose."

Und tatsächlich war die Nervosität auf beiden Seiten sofort spürbar. SGler Markus Breunig lupfte den Ball nach einer Viertelstunde aus rund zwanzig Metern gefühlvoll an den Winkel des eigenen Ginolfser Kastens. SG-Keeper Tobias Markert wäre völlig chancenlos gewesen, kam aber mit dem Schrecken davon. Der Ginolfser Coach Julian Vorndran ermahnte die Seinen energisch: "Seid ihr jetzt endlich wach?" Markus Breunig wollte seinen folgenlosen Lapsus gleich wieder gutmachen, zielte aber aus extrem spitzem Winkel am Detterer Kasten vorbei. Felix Krapf sorgte für den ersten Jubelsturm des Abends, als er mit einem tollen Drehschuss aus zentraler Position im Strafraum in die Gäste-Maschen traf. Dieser Treffer hatte sich allerdings angebahnt, denn die Ginolfser zeigten einen recht gefälligen Spielaufbau und ließen die Detter-Weißenbacher zunächst kaum zur Entfaltung kommen.

Lukas Fries hätte fünf Minuten später zwingend erhöhen müssen, hämmerte das Leder aber aus vollem Lauf in die Waldberger Wolken. Ein platzierter Flachschuss hätte einen verdienten Treffer freistehend zehn Meter vor dem SV-Kasten jedenfalls garantiert. Ein sensationeller Konter der Detterer führte überraschend zum Ausgleich. Jan Müllers weiter Schlag wie aus dem Nichts von der rechten Außenbahn auf den pfeilschnellen Maximilian Ertz verwandelte dieser eiskalt per Flachschuss ins Toreck.

Nach der Pause wurden die Ginolfser eiskalt erwischt. Detters "Zehner" Jan Müller hämmerte das Spielgerät aus 20 Metern von halblinks flach ins lange Eck. Der Ausgleich ließ jedoch nicht lange auf sich warten. Detters Unglücksrabe Chrisoph Hähnlein drückte das Leder im Fallen in höchster Not aus fünf Metern über die eigene Torlinie. Den offiziell 466 zahlenden Zuschauern war also weiterhin Spannung garantiert. Dafür sorgte auch Lukas Fries, der freistehend eine hundertprozentige Chance über Detters Kasten jagte (60.). Nicht der erste vergebene Hochkaräter für Fries an diesem Abend. Auf der Gegenseite lupfte Maximilian Ertz den Ball gefühlvoll in Rücklage ans Ginolfser Lattenkreuz (66.). Nun wurde das faire Match deutlich ruppiger. Den Lucky Punch setzte Philipp Enders per Kopf (88.) für die SG Ginolfs, als sich die Zuschauer schon intensiv auf die Verlängerung eingestellt hatten. Nach dem Abpfiff feierte die SG ausgelassen mit den rund 200 mitgereisten Fans.

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