Bad Kissingen
Training

Der zwölfäugige Monolith ist ein starker Gegner

Die "Wunderwand" zeigt nicht nur Hobbykickern die eigenen Grenzen auf. Geschult werden Beweglichkeit, Koordination und peripheres Sehen.
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Sportredakteur Jürgen Schmitt beim Bearbeiten der Wonderwall. Foto: Oliver Pfannes
Sportredakteur Jürgen Schmitt beim Bearbeiten der Wonderwall. Foto: Oliver Pfannes
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Ein schwarzer, zwölfäugiger Monolith. Über zwei Meter groß. Unter Strom stehend. Und mit dem sollte ich es aufnehmen? Dabei wollte ich doch nur trainieren, nicht kämpfen. Vorneweg: Es wurde ein Kampf, aber eher gegen mich selbst. "Das ist die Wonderwall", stellt mir Oliver Pfannes den dunklen, auf grünem Kunstrasen stehenden Block vor. Wunderwand also, was sich jetzt gar nicht mehr so furchteinflößend anhört.

Ich hatte von diesem Monstrum gehört, aber eben auch von seinen guten Seiten. Interaktion zwischen Körper und Geist. Kognitives Training auf spielerische Art. Das hatte mich neugierig gemacht. Sportlich sozialisiert auf dem Fußballplatz. Und daher bestens vertraut mit dicken Klamottenschichten und dennoch blauen Zehen, wenn es nach der Winterpause wieder auf das braune Etwas ging, was ein paar Monate vorher noch in sattem Grün leuchtete. Im besten Fall wurde zur Abwechslung in der Halle gekickt. Einmal die Woche. Luxus.

Die Wonderwall ist an diesem Vormittag Spielpartner und Gegner zugleich. Für 30 Minuten, die locker beginnen und mich nassgeschwitzt ausspucken. "An der Wand sieht man schnell den persönlichen Erfolg, erkennt aber auch seine Defizite", erklärt Oliver Pfannes. Der 37-Jährige ist der Geschäftsführer der Bad Kissinger Indoor-Fußballhalle "Kiss-Soccer" mit mehreren Spielfeldern. Und er hat sein Angebot nun erweitert mit der aus den USA stammenden Wonderwall.

Maximal 90 Sekunden dauert ein Trainings-Intervall. Dass auch 30 oder 45 Sekunden genügen, merke ich schnell. Die Wand ist zwar unbeweglich, wie Wände nun mal sind. Aber die Herausforderung liegt in den "Augen" des Monolithen, die ständig ihre Farben variieren. Und nur eine bestimmte Zeit lang leuchten. In dieser vorgetakteten Zeit gilt es, die Lichter quasi auszuknipsen. Mal mit der Hand, mal mit dem Fuß. Oder auch mit geworfenen und geschossenen Bällen unterschiedlicher Größen. Ein mit der Wunderwand verbundenes Kästchen misst meinen Erfolg in Form von Punkten.

Schnelligkeit, Reaktionsgeschwindigkeit, aber auch das periphere Sehen werden spielerisch trainiert. Für die letzte Übung bekomme ich Boxhandschuhe übergestreift. Gut, dass die Wand einstecken kann. Noch besser, dass niemand zurückschlägt.

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