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Fußball

Der TSV Steinach gewinnt die Wind-Lotterie

Der FC Thulba müht sich 90 Minuten lang völlig vergeblich und rennt wirkungslos gegen ein massives Rhöner Bollwerk aus Riedenberg an.
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Riedenbergs Angreifer Kevin Lormehs enteilt dem Thulbaer Stürmer Lorenz Heim.Sebastian Schmitt
Riedenbergs Angreifer Kevin Lormehs enteilt dem Thulbaer Stürmer Lorenz Heim.Sebastian Schmitt
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FC Thulba - SV Riedenberg 0:0. Im Hinspiel hatte die diszipliniert-defensive Grundordnung der Riedenberger die stürmischen und spielfreudigen Thulbaer an den Rand der Verzweiflung gebracht. Daran sollte sich in der Neuauflage des Derbys rein gar nichts ändern. Die Frankonen dominierten erwartungsgemäß im ersten Durchgang, waren in Sachen Ballbesitz und Spielkontrolle den Rhönern meilenweit voraus. Tobias Huppmann hätte die Platzherren frühzeitig in Führung schießen können, verlor völlig freistehend nur wenige Zentimeter vor dem Riedenberger Kasten allerdings den sicheren Stand und konnte die Flanke von Julian Wüscher im Rutschen nicht mehr richtig verwerten (8.). "Das hätte die Führung für Thulba sein müssen. Dann läuft dieses Spiel sicherlich ganz anders ab", sagte hernach Riedenbergs Trainer Thorsten Seufert, der vom Unparteiischen zwischenzeitlich des Feldes verwiesen worden war (35.) und sich das Geschehen diesmal unfreiwillig als "Zaungast" aus der Ferne anschauen musste. "Natürlich war der FC Thulba wieder das aktivere Team. Aber wir wollten kompakt stehen und irgendwann den alles entscheidenen Konter setzen. So lange es 0:0 stand, war diese Chance immer wieder da", erläuterte Seufert sein taktisches Konzept.

Restlos bedient und sichtlich angefressen war FC-Trainer Victor Kleinhenz nach dem zerfahrenen Match. "Wir hatten die drei Punkte eigentlich ganz fest eingeplant", so der frustrierte Frankonen-Coach. Mit dem spielerisch durchaus überzeugenden Auftritt seiner Mannen im ersten Durchgang sei er noch völlig einverstanden gewesen, aber den bisweilen total uninspirierten, ideenlosen und blutleeren Kick nach der Pause müsse er erst einmal verarbeiten. Auf dem am Ende ziemlich matschigen und schwer bespielbaren Rasen habe man gegen einen extrem tief verteidigenden, cleveren und unangenehmen Gegner nicht die richtigen Mittel zum Erfolg gefunden. Bei den sporadisch eingestreuten Kontern der Riedenberger habe man gesehen, wie gefährlich so ein Match für ein hochfavorisiertes, im Grunde überlegenes Team noch werden kann. "Nach der Pause haben wir Dinge gemacht, die eigentlich nie erfolgreich sind. Außerdem betrug die Nettospielzeit im zweiten Durchgang vielleicht gerade mal 20 Minuten." Dass wenige Sekunden vor Schluss Tobias Huppmann aus Nahdistanz den SV-Keeper Florian Dorn anschoss, statt den Ball überlegt in die Maschen zu schieben, passte ins Bild einer ereignisarmen Bezirksliga-Partie.bitThulba: Neder - Werner, Hänelt (45., Fl. Heim), Graser, S. Gah - Hein, Reuß, Kleinhenz, Wüscher - L. Heim (65., M. Gah), Huppmann. Riedenberg: Fl. Dorn - Keßler, Vorndran, Schaab, Seuring - Barthelmes (65., Chr. Dorn), Markart, Spahn - Dorn Ph., Eirich (55., L. Hergenröther), Lormehs (85., Chr. Hergenröder).

TSV Münnerstadt - SV-DJK Oberschwarzach/Wiebelsberg 1:1 (1:1). Tore: 0:1 Philipp Mend (39.), 1:1 Philipp Müller (45.). Gelb-Rot: Nicolas Weber (68., Münnerstadt). Bes. Vorkommnis: Lucas Fleischmann (Münnerstadt) scheitert mit Handelfmeter an Leon Schmidt (46.).

Nach dem Abpfiff einer von Starkregen und böigem Wind beeinträchtigten Partie konnten sich sowohl TSV-Coach Klaus Keller wie auch Gäste-Team-Manager Werner Müller mit der Punkteteilung einverstanden erklären. Der Tabellenzweite, im ersten Durchgang mit dem Wind im Rücken agierend, begann stark. Nach drei Minuten strich ein Kopfball von Eric Renno nach Ecke von Alexander Greß knapp über das Tor. Beim nächsten Eckball von Greß drückte der Wind die Kugel an die Latte. Die Gastgeber verzeichneten ihre erste Gelegenheit nach einer halben Stunde: Nach Hereingabe von Lukas Schmittzeh landete der Schuss von Philipp Müller, der diesmal als Stürmer aufgeboten wurde, am Außennetz. Die Steigerwälder blieben allerdings dominierend und gingen in Führung, als Pascal Krauß zu Philipp Mend passte, der einen Tick eher am Ball war als drei TSV-Verteidiger und Keeper Patrick Balling keine Chance ließ.

Der Aufstiegsaspirant schien schon mit Führung in die Kabine zu gehen, da bediente Hans-Christian Schmitt beim finalen Angriff im ersten Durchgang Philipp Müller, der das Spielgerät flach ins lange Eck setzte. Die zweite Halbzeit startete mit einem Hochkaräter für die Platzherren: Nach Flanke von Schmittzeh sprang Lucas Fleischmann am Ball vorbei, der irritierte Lorenz Dülk bekam die Hand ans Spielgerät. Doch beim fälligen Strafstoß scheiterte Fleischmann am gut reagierenden A-Junioren-Goalie der Gäste. Die Einheimischen machten danach ihrerseits Druck, wussten aber die Windunterstützung nicht zu nutzen. Brenzlig wurde es wenig später für die Lauerstädter, als Innenverteidiger Nicolas Weber wegen wiederholten Foulspiels die Ampelkarte sah. Doch in Unterzahl und nun mit Schmitt als Abwehrchef hielten die Münnerstädter den Angriffen des Favoriten stand, bei deren letzter Möglichkeit flog Balling einen Schlenzer von Krauß aus dem langen Eck. "Mit der Leistung der Mannschaft bin ich absolut einverstanden", so Keller, "wir müssen halt fleißig Punkte sammeln. Auch am nächsten Wochenende, wenn wir bei den abstiegsgefährdeten Krumern spielen."sbpMünnerstadt: Balling - Bott, Weber, Köhler, Markert - Schmittzeh, Schmitt, Kröckel (63. Katzenberger) , Markart - Fleischmann, Müller (91. Geyer).

Außerdem spielten FT Schweinfurt - FSV Krum 0:0.

DJK Dampfach - Dettelbach und Ortsteile 6:2 (1:2). Tore: 0:1 Julian Deinlein (3.), 1:1 Patrick Winter (14.), 1:2 Lukas Schimmer (15.), 2:2 Ralf Riedlmeier (58.), 3:2 Philipp Geßendorfer (65.), 4:2 Patrick Winter (74.), 5:2 Tim Wagner (77.), 6:2 Bunjamin Fazliu 88.).

TSV Steinach - TSV Bad Königshofen 1:0 (0:0). Tor: 1:0 Holger Wieschal (87.).

"Wir haben die Windlotterie heute gewonnen", fasste Steinachs Pressewart Volker Hildmann die einzige Kreisligapartie in der Rhön am Sonntagmittag zusammen. Damit die Partie auf dem Nebenplatz überhaupt stattfinden konnte, wurde dieser vor Spielbeginn noch abgezogen, um den Wassermassen gerecht zu werden. Das Geschehen im ersten Spielabschnitt spielte sich fast ausschließlich in der Steinacher Hälfte statt, doch Bad Königshofen machte mit Rückenwind zu wenig aus den Chancen von Alexander Erlanov und Patrick Kuhn, die alleine aufs Tor zuliefen. Gegen Erlanov war Torhüter Franz-Xaver Rosshirt per Fußabwehr zur Stelle, Kuhn ließ sich noch rechtzeitig von einem Verteidiger abdrängen. In der zweiten Hälfte "haben wir das Spiel mit Windunterstützung dominiert", so Hildmann. Zwei Freistöße von Joshua Jung hätten zwanzig Minuten vor Schluss fast für das erste Tor gesorgt, doch erst traf der Steinacher das Lattenkreuz, ehe Bad Königshofens Keeper Andreas Hofmann das Leder fünf Minuten später aus dem Winkel fischte. Das Tor des Tages resultierte schließlich aus einer Ecke von Joshua Jung, die Holger Wieschal mit einem wuchtigen Kopfball gewinnbringend verwertete. Den knappen Vorsprung brachte der TSV Steinach schließlich über die Zeit und siedelt sich dadurch auf Tabellenplatz drei der Kreisliga Rhön an. jf SV Ramsthal - DJK Schwebenried/Schwemmelsbach II 5:1 (2:0). Tore: 1:0 Steven Klitzing (39.), 2:0 Christoph Schießer (41.), 3:0, 4:0 Steven Klitzing (57., 60.), 4:1 Daniel Riedmann (65.), 5:1 Sascha Ott (88.).

Eine Woche nach dem zerfahrenen Kick gegen den FC Gerolzhofen versöhnten die Weindörfler ihre Fans mit einer engagierten und vor allem spielerisch überzeugenden Leistung. Daraus resultierte ein "einseitiges Derby, das wir aufgrund etlicher weiterer guter Chancen durchaus höher hätten gewinnen können", berichtete SV-Pressesprecher Jochen Hesselbach. Der Spielkultur der Heimelf tat insbesondere die Rückkehr von Steven Klitzing gut, der seine Farben in Führung brachte, als er nach einem Strafraumgewühl am schnellsten reagierte. Zwei Minuten später musste der beste DJKler, Keeper Tobias Zundel, die Kugel schon wieder Richtung Mittelinie werfen, bei dem überlegten Lupfer von Christoph Schießer war der Goalie doch etwas weit vor seinem Kasten postiert. Noch vor dem Seitenwechsel machte er dieses Lapsus wieder wett, als er einen Klitzing-Schuss bravourös parierte. Die überforderten Gäste verpassten zu Beginn des zweiten Durchgangs den Anschlusstreffer, als Marco Weber das Spielgerät knapp am langen Eck vorbeisetzte. Mehr Kaltschnäuzigkeit bewies Klitzing, der einen von Timo Kaiser eingeleiteten Konter erfolgreich abschloss und kurz darauf wieder jubeln durfte, als sein satter 18-Meter-Schuss unhaltbar im Toreck einschlug. Die Gäste kamen immerhin zum Ehrentreffer, für den Daniel Riedmann per Kopfball nach vorheriger Freistoßflanke sorgte. Kurz vor dem Abpfiff einer fairen Auseinandersetzung landete ein Vollspann-Hammer von Sascha Ott zum Endstand im Winkel. sbp

TSV Wollbach - TSV Reiterswiesen 4:1 (2:0). Tore: 1:0 Alexander Zink (31.), 2:0 Jonas Kirchner (40.), 3:0 Phil Schönhöfer (53.), Florian Seidl (65.).

Mit einem deutlichen Sieg untermauerte der TSV Wollbach am Samstagnachmittag seine Aufstiegsambitionen. Die erste Aktion gehörte allerdings dem TSV Reiterswiesen, als Marlon Schwientek das von Florian Erb gehütete Wollbacher Tor aus 17 Metern knapp verfehlte. Danach wurden die Rhöner stärker und kamen selbst zu Chancen wie dem Torschuss von Jonas Kirchner, den Efstathios Katsimpras prima vereitelte. Noch vor der Halbzeit gelangen der Jahns-Elf die ersten beiden Treffer. Erst traf Alexander Zink mit dem Kopf unhaltbar zum 1:0, ehe Jonas Kirchner per Flugkopfball kurz vor der Pause nachlegte. Wollbach machte auch in Hälfte zwei mit dem Toreschießen weiter. Phil Schönhöfer traf nach Vorarbeit von Jonas Kirchner ins kurze Eck. Reiterswiesen wollte sich aber nicht kampflos geschlagen geben und kam zum Anschlusstreffer durch Fabian Renninger, der den Ball nach Zuspiel von Tizian Fella unter die Latte jagte. Die Gäste, die nach der Pause mit Nasir Bayat einen Feldspieler ins Tor stellen mussten, fingen sich allerdings kurz darauf das vierte Gegentor. Rückkehrer Florian Seidl traf per Freistoß zum Endstand am Männerhölzlein.jf



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