Heiligenstadt
Schöner umziehen

Der SC Heiligenstadt hat ein neues Heiligtum

Mit viel Eigeninitiative haben die SC-Fußballer ihre Vorstellungen in der Heimkabine verwirklicht.
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Sauber und gepflegt: In Eigenregie haben die Fußballer des SC Markt Heiligenstadt ihre Heimkabine in ein Schmuckstück in den Vereinsfarben Grün und Weiß verwandelt.  Foto: Barbara Herbst
Sauber und gepflegt: In Eigenregie haben die Fußballer des SC Markt Heiligenstadt ihre Heimkabine in ein Schmuckstück in den Vereinsfarben Grün und Weiß verwandelt. Foto: Barbara Herbst
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Mit schnellen Fingerbewegungen dreht Johannes Krämer an den kleinen Rädchen. Ein leises Klicken ist zu hören. Der Schrank öffnet sich einen Spalt. "Nur wenige im Verein kennen die Nummer für das Zahlenschloss", sagt der Kapitän der Fußballer des SC Markt Heiligenstadt und schiebt die Schranktür langsam beiseite. Dahinter kommen ein unscheinbares schwarzes Kästchen und einige Kabel zum Vorschein. Und das ist nun das hochgesicherte "Heiligtum" in der Kabine der Kreisliga-Fußballer aus dem Landkreis Bamberg?

Doch zusammen mit einem Handy hat der kleine Kasten einiges zu bieten: Bluetooth-Verbindung an, Play-Taste drücken und schon erklingt der "Böhmische Traum" in toller Klangqualität. Die Bassbox unter der Sitzbank tut ihr Übriges dazu, dass jetzt nicht mehr an eine Unterhaltung zu denken ist und auch im über der Kabine angesiedelten Wirtsraum des Sportheims die Stühle wackeln. "So werden bei uns Siege gefeiert", ruft Krämer. "Leider waren es in dieser Saison nicht all zu viele."

Nach nur einem Jahr in der Kreisliga Bamberg müssen die SC-Kicker wieder den Gang in die Kreisklasse antreten. Doch der Abstieg ist für den etwa 670 Mitglieder zählenden Verein kein Beinbruch. "Unsere große Stärke ist der Zusammenhalt", sagt Vorsitzender Dieter Hümpfner. "Der Spaß am Sport und am Vereinsleben steht bei uns im Vordergrund."

Bestes Beispiel für diese Philosophie ist die Renovierung der etwa 20 Quadratmeter großen Heimkabine. Mit hohem Engagement gingen die Fußballer den Umbau an und verwirklichten ihre Ideen. Und in der Mannschaft steckt viel Expertenwissen: Ein Spieler ist Schreiner, der andere Maurer, der nächste Elektriker - und die Nicht-Handwerker packten eben fleißig mit an. "Der Kern der Helfer bestand aus 15 Spielern, insgesamt kommen wir mindestens auf 400 Arbeitsstunden", sagt Krämer. Die Folge: Die Umbaukosten waren sehr gering. Nur 2500 Euro flossen in das neue Schmuckstück. Der Verein hat 1000 Euro Budget genehmigt und für den Rest haben sich die Spieler auf Sponsorensuche begeben.

Mitte Dezember des Vorjahres war der Umbau schon im vollen Gange: Holzvertäfelung von der Wand reißen, Fließen rausschlagen, Sitzbänke entfernen. "Vor allem die kaputte und mit Teppichresten beklebte Sitzbank hat mich schon lange genervt", sagt Sebastian Schmidt. Der 31-Jährige war einer der "Bauleiter" und Hauptorganisatoren der Renovierung.

Ihm ist der Stolz anzusehen, wenn er über die im Februar fertiggestellte Kabine spricht. "Jetzt sitzen wir auf Birke-Multiplex", sagt er und streift mit der Hand über die Sitzfläche der Bank, um kurz darauf mit dem Finger an die Decke zu zeigen: "LED-Leuchten in den Vereinsfarben Grün und Weiß - und dann haben wir ja noch unseren Infinity-Mirror." Zwischen den Boxen und den Schließfächern der Musikanlage erzeugen zwei von einem LED-Band angestrahlte Spiegel einen Unendlichkeitseffekt. In der Mitte des Spiegels ist das Vereinslogo des SC Markt Heiligenstadt zu sehen. "In unserer Kabine kann man sich schon wohlfühlen", sagt Schmidt. "Ich habe jetzt eine ganz andere Motivation, ins Training zu gehen." Weiterer positiver Nebeneffekt: Da die Spieler viel Arbeit in den Umbau gesteckt haben, schätzen sie "ihre" Kabine und pflegen sie.

Doch ganz beendet sind die Umbauarbeiten im Heiligenstadter Sportheim nicht. Demnächst soll der Zugangsflur zu den Kabinen auf Vordermann gebracht werden; zudem warten drei weitere Umkleideräume auf eine Renovierung. "Das machen wir nach und nach", sagt Vorsitzender Hümpfner. "Ganz so pompös wie unsere Heimkabine werden die anderen Räume nicht."



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