Wildflecken
Radsport

Den Farnsberg 29-mal bezwungen

Jens Schuhmann und Philipp Bürkner haben 8848 Höhenmeter geschafft und 7600 Kalorien verbrannt. Das alles für den guten Zweck.
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Mit dem Mountainbike für den guten Zweck auf den Farnsberg-Gipfel. Jens Schuhmann aus Wildflecken und Philipp Bürkner aus Wülfershausen im Rhön-Grabfeld hatten am Wochenende spontan eine ganze Menge sportliche Unterstützung bekommen. Foto: Sebastian Schmitt
Mit dem Mountainbike für den guten Zweck auf den Farnsberg-Gipfel. Jens Schuhmann aus Wildflecken und Philipp Bürkner aus Wülfershausen im Rhön-Grabfeld hatten am Wochenende spontan eine ganze Menge sportliche Unterstützung bekommen. Foto: Sebastian Schmitt

Ein Berg in der Rhön, zwei ambitionierte Mountainbiker und stolze 8848 Höhenmeter an einem einzigen Tag. Jens Schuhmann (29) aus Wildflecken und Philipp Bürkner aus Wülfershausen im Rhön-Grabfeld haben am Farnsberg bei Riedenberg eine ganz bemerkenswerte sportliche Leistung gezeigt. Ihre außergewöhnliche Aktion soll beitragen, die extrem seltene Krankheit SSADH-Defizit (Succinat-Semi-Aldehyd-Dehydrogenase-Mangel) zu bezwingen.

Hierbei handelt es sich um eine schwerwiegende, angeborene Stoffwechselstörung, die wohl 450 Menschen weltweit haben. Die Erkrankung selbst hat kein ganz einheitliches Krankheitsbild. Bei allen Betroffenen führt sie schon vom Kindesalter an zu erheblichen Entwicklungsverzögerungen. Weil die Erkrankung allerdings so selten auftritt, fehlt es an medizinischer Forschung.

29 Mal den ganzen Farnsberg hoch und wieder runter mit dem Mountainbike lautete nun die Devise für Schuhmann und Bürkner am Samstag. Bei angenehmen, spätsommerlichen Temperaturen auf niedrigem Niveau. Die befürchteten Regenschauer waren ausgeblieben. Dennoch eine sportliche Herausforderung, die nur trainierte Radler auf sich nehmen sollten. "Das Ganze ist ursprünglich aus einer verrückten Schnapsidee von Philipp entstanden. Ich habe sofort zugestimmt. Hinterher habe ich mir aber gedacht, dass ich da den Mund ganz schön voll genommen habe", blickt Jens Schuhmann schmunzelnd zurück.

Die 8848 Höhenmeter sind eine symbolische Anlehnung an den Mount Everest im Himalaya. Der höchste Berg der Erde. Sämtliche Einnahmen aus der begleitenden Spendenaktion gehen an den Verein SSADH-Defizit. Der Verein möchte Wissen und Informationen rund um die seltene Erkrankung sammeln und die Fortschritte in Forschung, Therapie und Behandlung beschleunigen.

Radsportler Jens Schuhmann aus Wildflecken hat einen ganz persönlichen Bezug zu der Krankheit. Denn seine Schwester Nina (26) ist seit Geburt am SSADH-Defizit erkrankt.

Das Mountainbike-Everesting, an dem sich spontan zum Beispiel der routinierte Wildfleckener Radsportler Martin Voigt, einige andere Mountainbiker und ambitionierte Radfahrer aus der Region beteiligten, sollte die Aufmerksamkeit der Menschen auf diese Erkrankung lenken. Kräftig in die Pedale treten mussten auf jeden Fall die Rhöner Radsportler, denn eine einzige Auffahrt auf den 786 Meter hohen Farnsberg von Riedenberg aus kommend ist gleichbedeutend mit rund 313 Höhenmetern. Tatsächlich brachte der kuriose Höhenritt die Rhöner nach und nach trotz kleinerer Pausen am Gipfel an ihre Schmerzgrenzen. Doch weil die ganze Anstrengung etwas Gutes bewirken soll, mangelte es den Teilnehmern nicht an der Motivation.

Besonders bemerkenswert: Noch vor dem Start der Aktion hatten Freunde mit Kreide motivierende und humorige Botschaften, Sprüche und Zeichnungen auf den Straßenbelag gemalt. Darüber freuten sich die beiden Radsportler, die von früh morgens um fünf Uhr bis in die Abendstunden durchhalten mussten, besonders. Komplimente für die schweißtreibende, aber eben auch publikumswirksame Aktion gab es von Einheimischen und Gästen in der Rhön zuhauf. Der Höhenritt selbst ging ohne größere Komplikationen über die Bühne.

"Wir haben es überstanden. Es war ein sehr langer Tag. Ich habe 7600 Kalorien verbrannt. Das entspricht 29 großen Burgern", lautete das humorige Fazit von Jens Schuhmann, der sich auch darüber freute, dass man auf dem Parkplatz vor dem Würzburger Haus immer wieder mit interessierten Menschen ins Gespräch kam. Schon wenige Tage nach der Aktion waren fast 500 Euro an Spenden eingegangen.

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