Hammelburg
Volleyball

Cornel Closca ist neuer Co-Trainer der Volleys

Cornel Closca möchte als neuer Co-Trainer den Hammelburg Volleys zum Klassenerhalt verhelfen. Er bekommt aber auch andere wichtige Aufgaben.
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Eingeflüstert: Der neue Co-Trainer Cornel Closca soll auch Vermittler zwischen Trainerteam und Spielern wie Lukas Spachmann sein.Jens Feistel
Eingeflüstert: Der neue Co-Trainer Cornel Closca soll auch Vermittler zwischen Trainerteam und Spielern wie Lukas Spachmann sein.Jens Feistel

TV/DJK Hammelburg - SSC Karlsruhe (Samstag, 20 Uhr) Für einen Moment stand Cornel Closca im ungewohnten Rampenlicht: Vor dem Spiel gegen Fellbach wurde der 44-jährige neue Co-Trainer der Hammelburg Volleys dem heimischen Publikum vorgestellt. Dann nahm er auf der Bank Platz. Denn Closca ist ein Mensch, der lieber im Stillen arbeitet. Trotz der kurzen Zeit hat er das Team schon mitgeprägt.

Gut 20 Jahre ist es her, dass der gebürtige Rumäne aus Kronstadt in Siebenbürgen nach Deutschland kam. Trotzdem kennt er sich bestens im Volleyball der Region aus. Was unter anderem daran liegt, dass Closca lange für Eltmann spielte. Den gesamten Aufstieg von der Regional- in die 1. Bundesliga machte er als Spieler mit, aber auch die bittere Insolvenz des damaligen VC Franken 2009/10.

Letzteres schon als Co-Trainer, denn 2003 hatte ihn ein Achillessehnen-Haarriss gezwungen, seine Karriere auf der Platte zu beenden. Seit 2009 arbeitet der Diplom-Sportlehrer, der in Hambach bei Schweinfurt lebt, an der Walther-Rathenau-Schule der Stadt. Und lehrt dort natürlich Volleyball.

Die Hammelburger Verantwortlichen sprachen schon vor einem Jahr mit Cornel Closca, wollten ihn zur aktuellen Saison ins Trainerteam der Volleys holen. Doch eine Lungenembolie bremste den 44-Jährigen schon im Juni aus. Er musste absagen.

Doch im November versuchte es die Vereinsspitze des TV/DJK erneut, auch mit Blick auf die nach dem Abgang der Wolf-Brüder kriselnde Mannschaft. Im Dezember sagte Closca bis Saisonende zu. Er wollte helfen, dass das Team in der Liga bleibt.

Das tut er jetzt auf vielfältige Weise. Zu allererst entlastet er Headcoach Karl Kaden, der sich neben der Bundesliga-Mannschaft um die Hammelburger Jugendakademie kümmert. Closca beteiligt sich dienstags, donnerstags und freitags an den Trainings der Ersten Mannschaft. Denn der zweite Co-Trainer Mario Radman kann aus beruflichen Gründen nicht bei jedem Training und jedem Auswärtsspiel dabei sein.

Außerdem unterstützt der 44-Jährige gemeinsam mit Radman Karl Kaden bei seinen oft videobasierten Spielanalysen, diskutiert mit ihm Taktiken und den Einsatz von Spielern. Sechs Augen sehen mehr als zwei.

Noch eine wichtige Funktion füllt der ehemalige rumänische Erstligaspieler aus: Er vermittelt - wenn nötig - zwischen Haupttrainer und Mannschaft. Spieler wie Oscar Benner, Felix Bendikowski oder Henning Schulte kennt Closca aus deren Jugendtagen. Aber auch viele aus der Hammelburger Vereinsspitze hat Closca bei früheren Gelegenheiten, zum Beispiel Turnieren, schon getroffen. Mit Ex-TV/DJK-Trainer Tado Karlovic arbeitete der neue Co-Trainer auch schon zusammen. Karlovic sei als Trainer anders gewesen als es Kaden jetzt sei. "Das müssen die Spieler erst einmal verstehen", berichtet Closca über seine neue Rolle. Karl Kaden selbst kennt er erst seit einem Jahr. Beide besitzen rumänische Wurzeln.

Viel Geld bekommt der 44-Jährige für seinen Einsatz bei den Hammelburg Volleys nicht. Die Arbeit in der Rathenau-Schule bleibt sein Haupterwerb. "Ich erhalte eine Vergütung für die Trainingszeit und die Fahrtkosten. Das reicht", sagt Cornel Closca. Er ist "überrascht, wie schön es in diesem Verein ist. Es geht sehr familiär zu."

Und so spielt der Rumäne einen weiteren Trumpf aus, den den Hammelburg Volleys später nutzen könnte. Als Sportlehrer betreut er in seiner Schweinfurter Schule auch Kinder und Jugendliche, deren Talent ohne richtige Förderung vergeudet scheint. Zwei Mal die Woche trainiert er sie. Und die Schweinfurter fahren auch häufig nach Hammelburg.

Der Ersten Mannschaft traut der neue Co-Trainer den Klassenerhalt zu, erst recht mit dem neuen Zuspieler Jackson Maris. Ein Sieg daheim gegen den SSC Karlsruhe könne dabei vorentscheidend sein.

Karlsruhe beweist echten Teamgeist

Das Hinspiel Viel zu bemängeln gab es für Hammelburgs Headcoach Karl Kaden bei der Tie-Break-Niederlage seiner Jungs beim SSC Karlsruhe im Hinspiel. Ganz oben auf der Mängelliste stand die hohe Fehlerquote im Aufschlag und im Angriff. Auch die Block- und Feldabwehr, eine der großen Stärken der Karlsruher, machte den Saalestädtern zu schaffen, sodass im Rückspiel im Angriff das Druckventil deutlich aufgedreht werden soll. Zudem gilt es für den Hammelburger Annahmeriegel um Abwehrchef Lukas Spachmann, die starken Aufschläge insbesondere von SSC-Kapitän Benjamin Loritz zu entschärfen. Der Gegner Die Baden-Württemberger verbringen ihre zweite Saison in Liga zwei und haben den Welpenschutz eines Aufsteigers schon lange verloren. Seitdem Trainer Stefan Bräuer das Team zu Saisonbeginn übernommen hat, versprühen die Karlsruher einen echten Teamspirit, was sich in ihrer eigenwilligen Jubel- und Aufwärmchoreographie abbildet. Dazu kommt ein breit aufgestellter Kader um erfahrene Kräfte und die jungen Wilden, wie den Jugendnationalspieler und Außenangreifer Simon Gallas. Nach einem eher verhaltenen Saisonstart, kletterten die Südbadenser in der Tabelle kontinuierlich nach oben und kommen mit einem 3:2-Erfolg gegen Rüsselsheim in die Hammelburger Saaletalhalle. Und auch Ligaprimus Mainz hatte man fünf Sätze abringen können. Mit einem Erfolg im Heimspiel könnten die Hammelburger in der Tabelle zumindest aufrücken, hat Karlsruhe doch genau drei Punkte mehr auf der Habenseite.olly



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