LKR Bad Kissingen

Brückenaus Männer sind jetzt Titelkandidaten

Nach dem knappen Erfolg gegen Giebelstadt kommen die "Green Boys" aus Marktsteft an die Sinn. Nüdlinger müssen wohl bis zum letzten Spieltag zittern.
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Knapper Sieg gegen flinke Giebelstädter: Nick Schumm (FC Bad Brückenau, rotes Trikot) erzielte acht Treffer. Foto: Sebastian Schmitt
Knapper Sieg gegen flinke Giebelstädter: Nick Schumm (FC Bad Brückenau, rotes Trikot) erzielte acht Treffer. Foto: Sebastian Schmitt

FC Bad Brückenau - SpVgg Giebelstadt 28:27 (15:14).

Knapper kann man ein Spiel nicht gewinnen. Sekunden vor der Schluss-Sirene lagen die Sinnstädter mit 28:27 vorne, waren mit der Zeitstrafe gegen Nick Schumm aber in Unterzahl. Beim Freiwurf für die Giebelstädter klatschte der Ball zeitgleich mit dem Abpfiff an die Latte, sprang von dort aus vor die Linie. Augenblicke später feierte der Römershager Hexenkessel seine Helden. Dass die Bad Brückenauer überhaupt als Sieger von der Platte gingen, hatten sie unter anderem ihrem Keeper Peter Feuerstein zu verdanken, der vier Minuten vor Schluss einen Siebenmeter von Michael Schnapp entschärfte und überhaupt ein Fels in der Brandung war. Auf der Gegenseite machte der erfahrene Keeper Maximilian Steppan den Angreifern das Leben extrem schwer, der bei Tempogegenstößen der Heimsieben furchtlos seinen bulligen Körper in die Flugbahn des Balles warf. "Die Spielvereinigung darf keineswegs unterschätzt werden", hatte FC-Trainer Oliver Hilbert-Probeck sein Team gewarnt. Die Giebelstädter stehen zwar in der Tabelle der Bezirksoberliga nicht besonders gut da, aber sie haben schon unzählige Male im Römershager Hexenkessel gespielt und kennen den Bad Brückenauer Tempohandball nur zu gut. Und so versuchten die Mainfranken von Beginn an, selbst das Tempo in die Höhe zu treiben. Das schmeckte den FClern rein gar nicht, die in Sachen Schnelligkeit diesmal immer wieder ins Hintertreffen gerieten, was sie so nur selten erleben. Die Spielvereinigung vermied in der eigenen Deckung geschickt jeglichen Siebenmeter gegen sich, die dadurch resultierenden freien Würfe der Bad Brückenauer landeten zuweilen weit über dem Giebelstädter Kasten. Spätestens bis zum nächsten Wochenende werden sich die FCler deutlich steigern müssen, denn der Tabellenführer aus Marktsteft kommt in die Rhön. Das Gipfeltreffen im Hexenkessel könnte in Sachen Meistertitel ein Schlüsselspiel werden. Gegen die ausgebufften "Green Boys", die teilweise auf Landesliga-Erfahrung zurückgreifen können, gehen die Sinnstädter zwar nicht als Favorit, aber als Herausforderer ins Rennen. Dass man die "Stefter" durchaus in die Knie zwingen kann, haben die Bad Neustädter an diesem Wochenende eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Man munkelt, einige Bad Brückenauer hätten dem Rivalen aus dem Rhön-Grabfeld heimlich die Daumen gedrückt...

Tore für Bad Brückenau: Nick Schumm (8), Simon Dietrich (7), Lukas Heil (4), Georg Hoch (2), Simon Weiner (2), Michael Müller (2), Alexander Bauer (1), Tom Schumm (1), Fabian Peter (1).

TG Heidingsfeld - FC Bad Brückenau 32:17 (15:9).

Bayernweit in die Schlagzeilen sind sie geraten: Die "Hätzfelder Bullen", die ihre Herrenmannschaft vor wenigen Wochen aus der Bayernliga abgemeldet haben. Nun richtet sich der Verein komplett neu aus und setzt noch stärker auf seine ohnehin schon sehr erfolgreiche Jugendarbeit, um künftig wieder ein leistungsstarkes Team mit deutlich mehr regionalem Bezug und einer höheren Bindung zum Verein stellen zu können. Bei den "Hätzfelderinnen" ist von den aktuell großen Turbulenzen im Verein nichts zu spüren. Der neue Coach Manfred Leiher, jahrelang eine feste Größe im Hammelburger Handballsport, soll eine schlagkräftige, junge Mannschaft behutsam aufbauen und zu sportlichem Erfolg führen. Mit ihrer ausgeprägten kämpferischen Einstellung und ihrer Wurfgewalt waren die Gastgeber eine Nummer zu groß für die FC-Frauen, die den Kampf gegen den Abstieg nicht aufgeben, so lange der BOL-Klassenerhalt möglich ist. Am Wochenende liegt der Fokus daher auf dem Rhönderby gegen die "Sportfreundinnen" aus Bad Neustadt, gegen die der FC in der Hinrunde äußerst unglücklich verloren hatte. Auch wenn die teilweise sehr deutlichen Niederlagen den FC-Frauen mental zu schaffen machen, so wollen sie die sportliche Herausforderung in dieser Saison dennoch erhobenen Hauptes gemeinsam bestehen.

Tore für Bad Brückenau: Lena Übelacker (4/3), Jennifer Frank (3), Theresa Löser (3), Sophie Gundelach (2), Sabrina Beck (2), Anna Pragmann (1), Jana Gebhard (1), Katharina Bach (1).

TSV Karlstadt - DJK Nüdlingen 31:26 (15:11).

Das ist einfach so: Kassieren die Nüdlinger mehr als 30 Treffer, wird es schwer zu punkten, auch wenn die Offensive der Jugendkraftler vieles kompensieren kann. 343 Gegentreffer haben die DJK-Cracks in ihren elf Saisonspielen bislang kassiert, und damit eindeutig zuviel. Nur gut, dass mit dem TV Gerolzhofen immer noch ein Team hinter den Nüdlingern platziert ist, allerdings hat die Truppe aus dem Steigerwald drei Spiele weniger absolviert, also noch jede Menge Gelegenheiten, um an der Truppe von Harry Rauch vorbeizuziehen. Dennoch war der DJK-Coach durchaus einverstanden mit seiner Defensive, "weil wir aus dem Spiel heraus gar nicht so viel zugelassen haben. Das Problem war, dass wir mit unseren vergebenen Chancen dem Gegner Gegenstöße und damit einfache Tore ermöglicht haben. Bereits der Start ins Spiel geriet suboptimal mit dem 0:3-Rückstand nach vier Minuten sowie dem anschließend verworfenen Siebenmeter von Bastian Kiesel. Eine Wende schien möglich, als erst Julius Rauch (5:4), dann Vincent Przybilla (8:7) den Rückstand auf ein Tor verkürzten. Doch im entscheidenden Moment erlaubten sich die Karlstädter kaum mehr Nachlässigkeiten und hatten sich zur Pausensirene einen Viertore-Vorsprung herausgeworfen. Eine Hypothek für die Gäste, die nach dem Wechsel noch größer werden sollte, weil Karlstadt sogar auf 20:12 erhöhte: die Vorentscheidung. "Jetzt haben wir Faschingspause und müssen uns im Training gezielt auf die letzten drei Spiele vorbereiten mit dem Showdown am letzten Spieltag in Gerolzhofen", so Rauch.js

Tore für Nüdlingen: Bastian Kiesel (11/3), Vincent Przybilla (6), Kilian Geßner (3), Philip Güntner (1), Julius Rauch (3), Andreas Petsch (1), Christian Böhnlein (1).

SG Schonungen/Schweinfurt - FC Bad Brückenau II 23:22 (14:10).

Enttäuscht reiste die Bad Brückenauer Zweitvertretung aus der Kugellagerstadt zurück in die Rhön. Denn in diesem Spiel wäre deutlich mehr drin gewesen als eine knappe Niederlage. Fünf Minuten vor Schluss glich Jan Markovics mit zwei Treffern zum 21:21 aus, nachdem die Sinnstädter einem ständigen Rückstand hinterhergelaufen waren. Doch nun überschlugen sich umstrittene Ereignisse. Zwei Minuten vor dem Abpfiff wurde der gut aufgelegte und stets um Fairness bemühte Jan Markovics des Feldes verwiesen. Die Entscheidung fiel schließlich per Siebenmeter, den sich der Schweinfurter Routinier Dominic Namyslo in der Schlussminute nicht nehmen ließ. Das trickreiche SG-Urgestein war mit seinen 13 Treffern ohnehin Mann des Tages. Ihn bekamen die Sinnstädter nie wirklich zu fassen. Die Proteste der Bad Brückenauer über diverse spielentscheidende Pfiffe des Unparteiischen verhallten ergebnislos. Für den Saisonendspurt haben sich die FC-Reservisten jedenfalls eine bessere Punkte-Ausbeute fest vorgenommen.

Tore für Bad Brückenau II: Dominik Hüfner (7), Jan Markovics (7), Urs Grewen (2/1), Tom Leidel (2), Niklas Gerlach (2), Christian Karl (1), Moritz Schumm (1).

TG Höchberg III - FC Bad Brückenau II 17:21 (7:9).

Acht Spielerinnen aus Bad Brückenau machten sich am Sonntagnachmittag zu recht ungewöhnlicher Handballzeit unter Leitung von Lena Übelacker auf den Weg an den Würzburger Stadtrand. Die Drittvertretung der Höchbergerinnen spielt zwar außer Konkurrenz mit, kann in der Bezirksklasse spielerisch und kämpferisch allerdings locker mithalten. Die kleine Rhöner Delegation drängte von Beginn auf den Sieg und baute ihren Vorsprung phasenweise auf bis zu sieben Treffer aus. Die Höchbergerinnen setzten voll auf die wurfgewaltige Franziska Rumpel, aber ihre sieben Treffer reichten nicht, um die Heim-Sieben wieder auf Schlagdistanz heran zu bringen. Im Zentrum war Katharina Probeck nicht zu stoppen, die mit ihrer überzeugenden Torausbeute das junge Team mitreißen konnte. Aushilfsweise rückte Außenbahnspielerin Inci Abbate in den Bad Brückenauer Kasten und machte ihre Sache in ungewohnter Rolle ausgesprochen gut.

Tore für Bad Brückenau II: Katharina Probeck (9), Maria Römmelt (5/3), Jana Gebhard (4), Sabine Bott (2), Selina Vogler (1).

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