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Brückenauer Handballer zeigen sich gut erholt vom Derby-Debakel

Der FC Bad Brückenau überwintert auf dem dritten Platz der Bezirksoberliga und lässt die desolate Vorstellung in Bad Neustadt schnell vergessen. Die Moral stimmt bei den FC-Frauen. Hammelburgs Damen sind zurück in der Erfolgsspur.
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Emelie Reisinger von der TSG Estenfeld (rechts) kommt gegen Anna Pragmann vom FC Bad Brückenau zum Wurf. Die FClerinnen verloren ihr Spiel knapp. Foto: Sebastian Schmitt
Emelie Reisinger von der TSG Estenfeld (rechts) kommt gegen Anna Pragmann vom FC Bad Brückenau zum Wurf. Die FClerinnen verloren ihr Spiel knapp. Foto: Sebastian Schmitt

DJK Rimpar III - FC Bad Brückenau 28:34 (7:20).

Wiedergutmachung stand bei den Bezirksoberliga-Handballern auf dem Matchplan nach der desolaten Vorstellung im prestigeträchtigen Rhönderby in Bad Neustadt. Das letzte Spiel des Jahres gegen die Drittvertretung in Rimpar war aus zwei Gründen ein echter "Big Win": Zum einen konnten die Sinnstädter wieder ihr schnelles und variables Zusammenspiel von Keeper, Abwehr und Angriff auf die Platte bringen. Zum anderen sicherten sie sich durch den Start-Ziel-Sieg mit durchgehender Führung den dritten Platz für die Winterpause, was FC-Coach Oliver Hilbert-Probeck als großen Erfolg für den Kleinstadtverein wertet. "Mit der dritten Mannschaft aus Rimpar erwartete uns ein eingespieltes Team mit starken Rückraumspielern." Doch Keeper Peter Feuerstein hatte sich von seiner extrem nervösen Performance aus der Vorwoche erholt und war starker Rückhalt seines Teams, das von Beginn an ein hohes Tempo anschlug. Die Bad Brückenauer erspielten sich mutig einen frühen Vorsprung. Hohe Konzentration auf die eigenen Stärken hatte Hilbert-Probeck gegen den punktgleichen Tabellennachbarn aus Rimpar gefordert. Im zweiten Durchgang fingen sich die Gäste vier Zeitstrafen ein und kamen so ein wenig aus dem Tritt. Die Hoffnungen der Rimparer ruhten einzig und allein auf dem wurfgewaltigen Rückraumshooter Jonas Lachmann, der aus dem Spiel heraus stolze zehn Treffer markierte und an der Siebenmetermarke sämtliche seiner fünf Versuche versenkte. Doch das wuselige und kaum zu durchschauende Bad Brückenauer Tempospiel war gegen die routinierten Mainfranken das richtige Mittel zum Auswärtserfolg.

Tore für Bad Brückenau: Simon Dietrich (11/3), Nick Schumm (6), Michael Müller (4), Simon Weiner (3), Tom Schumm (3), Alexander Bauer (3), Lukas Heil (2), Georg Hoch (1), Urs Grewen (1).

TSG Estenfeld - FC Bad Brückenau 21:18 (11:8).

Die Moral stimmt bei den Bad Brückenauerinnen, die gegen Estenfeld einen spannenden Fight ablieferten und trotz insgesamt neun, teilweise sehr fragwürdigen Zeitstrafen niemals aufsteckten. In einem spielerisch eher schwachen Match konnten die favorisierten Estenfelderinnen nur selten voll überzeugen und scheiterten mehrfach an der guten FC-Keeperin Annalena Löser, am Torgestänge oder an mangelnder Präzision beim Torabschluss. Die FClerinnen versäumten es, aus den vielen überhasteten Fehlversuchen der Gastgeberinnen Kapital zu schlagen. Am gegnerischen Kreis fehlte phasenweise Mut und Entschlossenheit, um gegen kompromisslos zupackende TSGlerinnen in die Luft zu steigen. Dass die Bad Brückenauerinnen immer wieder überraschend in Unterzahl gerieten, bremste den Vorwärtsdrang der FClerinnen zusätzlich aus. Wenn sich dann doch mal Lücken am Estenfelder Kreis auftaten, war Lena Übelacker zur Stelle. Auch Anna Pragmann machte auf der rechten Außenbahn mit sehenswerten Sprungwürfen auf sich aufmerksam. In der Schlussphase fehlten den Sinnstädterinnen die Kräfte, um eine Aufholjagd zu starten.

Tore für Bad Brückenau: Lena Übelacker (7/4), Anna Pragmann (5), Melissa Kalmund (3), Jennifer Frank (2), Sabrina Beck (1). TSG Estenfeld II - SG Garitz/Nüdlingen 26:30 (15:11).

Erstaunlich ausgeglichen verlief das Spiel der verlustpunktfreien SGlerinnen bei der Zweiten der TG Estenfeld. Zwar schafften die Gäste-Spielerinnen in der ersten Hälfte zweimal eine Drei-Tore-Führung. Doch Estenfeld glich jedes Mal wieder aus - und lag schließlich zur Halbzeit selbst mit vier Toren vorn. Eine Steigerung musste her beim Spitzenreiter. Und die kam. Die späteren Torschützen-Besten Katharina Karch und Milena Schmitt glichen jeweils per Doppelpack zum 15:15 aus. Dann nutzte Garitz/Nüdlingen eine Zwei-Minuten-Strafe für Heimspielerin Lea Schraud gnadenlos aus. Milena Schmitt verwandelte den fälligen Siebenmeter; Theresa Przybilla und Elena Keßler schafften bei nur einem Gegentreffer wieder einen Drei-Tore-Vorsprung. Wieder kämpfte sich Estenfelds Reserve zurück und profitierte von einer Zeitstrafe für Przybilla (20:20). Fortan wechselte die Führung ständig. Doch in der Schlussphase ging der Heimmannschaft irgendwie die Luft aus; Garitz/Nüdlingen zog davon und feierte einen klaren Sieg.

st Tore für die SG: Milena Schmitt (7/2), Katharina Karch (5), Theresia Przybilla (4), Pia Steinegger (4), Marina Titt (3), Sophie Hippler (3), Elena Keßler (2), Sarah Zintl (2).

TV/DJK Hammelburg - HG Maintal 23:15 (9:6).

Von Beginn an startete die Hammelburger Sieben vor gut gefüllten Rängen spielgewandt und sicher aus einer stabilen Abwehr heraus gegen den Absteiger aus Veitshöchheim. Bis zur 15. Spielminute konnte ein komfortabler Fünf-Tore-Vorsprung herausgeworfen werden. Dies war in erster Linie der Verdienst der überragenden Torhüterin Sandra Fischer. Alle vier Siebenmeter "kochte" diese ab. Mit drei Toren Vorsprung startete die Heimmannschaft in die zweite Spielhälfte. Nach und nach wurde nach sehr gelungenem Tempohandball die Führung bis zur 50. Spielminute auf komfortable neun Tore ausgebaut. Besonders hervor tat sich die auf halblinks eingesetzte Lea Schlereth. Sie versenkte ihre Würfe mit brachialer Gewalt im Tor der Gäste. So kann mit Zuversicht das neue Jahr und der Aufstieg angepeilt werden. spion

Tore für Hammelburg: Lea Schlereth (6), Annika Keller (4), Nicole Schröter (2/1), Lena Doschko (3), Laura Finke (2/1), Nicole Simon (1/1), Lina Heilmann (1), Katrin Simon (1).

TSV Pfändhausen - SG Garitz/Nüdlingen II 17:14 (7:5).

Einen herben Dämpfer mussten die SGlerinnen beim direkten Konkurrenten aus dem Landkreis Schweinfurt hinnehmen. Zu Spielbeginn ließen sie sich vom Gegner nahezu überrennen, lagen nach 19 Minuten mit 6:2 hinten. Ab da wurde es besser. Garitz/Nüdlingen II holte auf und ging mit nur noch zwei Toren Rückstand in die Pause. Doch danach machten wieder die Gastgeberinnen Dampf, warfen ein 12:5 nach 37 Minuten heraus. Die SG war geschlagen, auch wenn sie sich zum Spielende hin noch einmal heransaugte. Doch näher als drei Tore kamen die Gäste nicht mehr heran.st

Tore für die SG II: Marina Titt (5), Theresa Przybilla (3/1), Anna-Lena Höchemer (3), Hanna Mahlmeister (2), Ina Rothaug (1).

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