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Bad Kissingen
Boxsport

Blutige Nasen und clevere Kämpfer

Louis Krassa vom TSV Bad Kissingen wird nach überzeugenden Vorstellungen nordbayerischer Jugendmeister.
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Ringrichter Walter Rödel (rechts) erklärt Louis Krassa vom TSV Bad Kissingen zum Sieger seines Halbfinalkampfes. Hartmut Hess
Ringrichter Walter Rödel (rechts) erklärt Louis Krassa vom TSV Bad Kissingen zum Sieger seines Halbfinalkampfes. Hartmut Hess

Weil sich zu wenige Boxer für die nordbayerische Jugendmeisterschaft - ausgetragen von den Sportfreunden der WVV Würzburg - angemeldet hatten, wurde die Veranstaltung von zwei auf einen Tag verkürzt. Das tat dem Niveau der Wettkämpfe keinen Abbruch. Landesjugendleiter Gerhard Winnerl aus Deggendorf sah "gute Leistungen" und lobte WVV-Abteilungsleiterin und Bezirksjugendwartin Susanne Gorani für eine "gelungene Meisterschaft".

Auf jeden Fall gelungen war die Meisterschaft für Louis Krassa vom TSV Bad Kissingen, der im Jugend-Halbschwergewicht auf Melih Özday von der DJK Weiden traf. "Box ökonomisch", rief ihm sein Trainer Edgar Feuchter zu, und der 16-Jährige gab in seinem elften Kampf eine gute Vorstellung ab. Er dominierte den Weidener und siegte durch vorzeitigen Abbruch in der zweiten Runde. Im Finale kam es zu einem Unterfranken-Duell mit Erhan Selova vom BSV Obernburg. Da Selovas Nase stark blutete und er in der dritten Runde drei Wirkungstreffer einstecken musste, wurde der Kampf abgebrochen und Krassa zum Nordbayern-Meister gekürt.

Dass ein zweiter Titel in Unterfranken blieb, dafür sorgte Paul Zamyakin von Türkiyemspor Schweinfurt im Superschwergewicht. Der Türke landete einen 5:0-Punktsieg gegen Bogdan Stuckert vom BSV Ansbach und reist als Nordbayern-Champion zu den Landesmeisterschaften. Dagegen musste sich der zweite Türkiyemspor-Kämpfer Raoan Ahmad im Halbschwergewicht Louis-Luca Stanculovic vom TV Erlangen nach Punkten geschlagen geben.

"Für meine Begriffe hat er klar gewonnen", erklärte Werner Fischer, Trainer der Würzburger Kickers, nach dem Finalkampf seines Schützlings Aurelian Kögler gegen David Theuer vom SSV Jahn Regensburg. Denn der 17-jährige Deutsche, der erst seit fünf Monaten boxt, bot dem Regensburger Paroli. Doch Theuer holte per Punktsieg den Titel, was Fischer als Fehlurteil einstufte. Eventuell darf sich Aurelian Kögler noch Hoffnungen auf die Teilnahme bei den Landesmeisterschaften machen. "Da würden wir gerne mitmischen, wenn Aurelian eine Chance kriegt", sagte Fischer. Lehrgeld musste Köglers Vereinskamerad Adam Magomadov bezahlen. In seinem Halbfinale des Jugend-Weltergewichts holte sich der gebürtige Tscheche gleich in der ersten Runde gegen Viktor Rott vom SC Nürnberg 04 eine blutige Nase. Da die starke Blutung nicht zu stillen war, entschied Ringarzt Peter Scharter auf Abbruch des Kampfes. "Der Nürnberger hatte mit 45 Kämpfen viel mehr Erfahrung", nannte Fischer den Hauptgrund für die Niederlage.

Eine gute Figur gab Max Neb vom TSV Bad Kissingen im Jugend-Mittelgewicht gegen Angelo Limba vom ASC Nürnberg Süd ab. "Du boxt clever", attestierte ihm Edgar Feuchter und der 17-jährige Deutsche überzeugte in seinem zehnten Kampf auch die Kampfrichter: Punktsieg. Da es in dieser Gewichtsklasse eine Dreier-Gruppe gab, wurde in Würzburg aber kein Finalkampf ausgetragen, dieser wird erst im Rahmen der südbayerischen Meisterschaften in Straubing stattfinden.

Für den Bad Kissinger Rick Bart war nach dem ersten Kampf Schluss. Er hatte im Jugend-Leichtgewicht keine Chance gegen Marvin Kammel vom BC Weißenburg. Ringrichter Walter Rödel (Selb) zählte ihn nach Treffern seines Gegners in der zweiten Runde zweimal an, woraufhin sein Trainer Edgar Feuchter das Handtuch zur Aufgabe warf.

Als einziger Starter vom Untermain trat Erhan Selova vom BSV Obernburg im Jugend-Halbschwergewicht an und sah sich im Halbfinale Nemanja Nikic vom BC Weißenburg gegenüber. Der Deutsch-Türke lieferte sich mit dem Weißenburger einen offenen Schlagabtausch. "Seine Stärke ist sein Ehrgeiz", sagte sein Trainer Benny Zehl. Sein 17-jähriger Schützling landete letztlich einen Punktsieg und marschierte dadurch ins Finale, wo er dem Bad Kissinger Louis Krassa unterlag. "Als nordbayerischer Vizemeister sind wir zufrieden", lautete das Resümee von Benny Zehl.

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