Schweinfurt
Fussball Regionalliga Bayern

Billicks Warten hat ein Ende

Der lange verletzte FC-05-Verteidiger steht in der englischen Woche vor seinem Comeback.
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Bald wieder in seinem Element: Verteidiger Lukas Billick (links) steht gegen Illertissen vor seinem Comeback im FC-05-Trikot - und träfe dann wieder auf FV-Stürmer Alexander Nollenberger (rechts). Foto: foto2press/F. Scheuring
Bald wieder in seinem Element: Verteidiger Lukas Billick (links) steht gegen Illertissen vor seinem Comeback im FC-05-Trikot - und träfe dann wieder auf FV-Stürmer Alexander Nollenberger (rechts). Foto: foto2press/F. Scheuring
"Das ist zwar eine Aufgabe, aber bei dem Anspruch, den wir haben, und wenn wir dran bleiben wollen, müssen wir in dieser Woche sechs Punkte ziehen." So deutlich gibt sich Gerd Klaus selten, doch dem Trainer des FC 05 Schweinfurt (2./20 Punkte) tun die verlorenen zwei Zähler von Rosenheim schon noch weh. "Das ist ein spielstarker Gegner, aber zu Hause müssen wir drei Punkte holen, etwas anderes zählt für uns nicht." Gemeint ist Aufgabe Nummer eins am Dienstagabend (19 Uhr): der FV Illertissen (5./17). Komplettiert wird die x-te englische Woche mit der Partie am Freitag gegen den SV Schalding-Heining, die man gerne auf Samstag verlegt hätte, doch die Passauer wollten das partout nicht.

Doch der Weg der kleinen Schritte, den sie in Schweinfurt gehen, führt zunächst zu Illertissen. Die Mannschaft aus dem Schwäbischen kommt mit einer völlig unerwarteten 0:2-Heimniederlage gegen Garching ins Willy-Sachs-Stadion - ohne die der FV mit Schweinfurt hätte gleichziehen können. Doch es ist nicht die Art der Schweinfurter auf so etwas zu schauen, unisono betonen sie allesamt, man schaue nur auf sich und von Spiel zu Spiel. Freilich auch Lukas Billick. "Wir müssen jetzt gegen Illertissen und dann gegen Schalding drei Punkte holen, dann gehen wir mit nur noch drei Zählern Rückstand auf 1860 München ins Spitzenspiel, das dann ja Erster gegen Zweiter wäre", sagt der Innenverteidiger, der sich am 2. Juli im Vorbereitungsspiel gegen Zweitligist Jahn Regensburg einen Bruch des Sprunggelenks und einen Abriss der Bänder zugezogen hatte. Nach zweieinhalb Monaten Pause ist er heißt auf seinen Wiedereinstand. "Lukas ist fixiert auf's Schalding-Spiel", sagt Klaus in der Hoffnung, der 29-Jährige kann am Freitag von Beginn an auflaufen. Gegen Illertissen soll im Idealfall, "wenn es der Spielverlauf hergibt" (Klaus), einen ersten Test über eine Viertelstunde geben.

Wen Billick verdrängt ("Gott sei Dank muss das der Trainer entscheiden"), ist ihm egal. Er könne ja auch auf der Sechs spielen - "ich gebe einfach Gas. Das ist ohnehin meine Stärke: die Moral, die Einstellung, ich will immer gewinnen." Klingt selbstbewusst, doch der ehemalige Drittliga-Akteur des SV Wehen-Wiesbaden und des FC Würzburger Kickers weiß auch um seine Baustellen: "Ich möchte torgefährlicher werden. Bei Standards muss ich mit meiner Größe auch Kopfballtore machen. Mal so in der 87. Minute nach schwächerer Leistung noch einen dreckigen Sieg erzwingen" - eine Tugend, die den Nullfünfern im Gegensatz zu den Löwen etwas abgeht. Und warum nicht im Spitzenspiel? Auf das Billick, der nach einem missglückten Kurz-Gastspiel in Trier 2016 zum FC 05 gekommen war, hin fiebert, obwohl er beispielsweise mit den Zweitliga-Aufstiegsspielen der Kickers gegen Duisburg schon vergleichbare Höhepunkte hinter sich hat. Aktuell fährt der Schweinfurter Profi noch zweigleisig, studiert und sieht als einer der wenigen noch seine Lehranstalt von innen: An der FH Würzburg arbeitet er am Diplomfachwirt für Groß- und Einzelhandel auf seinen Abschluss im nächsten Jahr hin.

Derweil möchte sein Trainer Gerd Klaus einen möglichen Wechsel des Spielsystems nicht als Experiment verstanden sehen. Er zieht es einfach nur in Erwägung, neben Adam Jabiri mit Florian Pieper einen zweiten Stürmer von Beginn an zu bringen. Das wäre dann ein klassisches 4-4-2 mit Raute. "Ich muss erst noch ausloten, wie's bei Kevin Fery und Nikola Jelisic ausschaut", sagt der Trainer, wohlwissend, dass er in beiden Spielen Typen hat, "denen die hohe Belastungsdichte nichts ausmacht. Das sind auch so Spieler, die sich nie verletzen."



Eventuell mit zwei Spitzen


Dennoch würde vermutlich Jelisic der Rauten-Variante zum Opfer fallen. Es sei denn, er wäre neben Pieper der zweite Angreifer, denn auch Jabiri wäre ein Kandidat für etwas Schonzeit. Illertissen wiederum setzt vor allem auf einen Mann in vorderster Linie: Alexander Nollenberger. Sechs Treffer hat das Eigengewächs bis dato auf dem Konto. "Der ist sehr schnell, wir gerne tief angespielt", so Klaus. "Da müssen wir bei Ballverlusten hellwach sein."

Verzichten müssen die Schweinfurter am Dienstagabend auf Christopher Kracun, der nach seiner fünften Gelben Karte gesperrt ist. Bleibt's bei einer Spitze, käme für ihn Michael Schlicht in die Doppelsechs, beim 4-4-2 wäre ein Eins-zu-Eins-Ersetzen hinfällig. Sicher zurück ins Team rückt Steffen Krautschneider auf der linken Außenbahn. Auf der rechten deutet einiges darauf hin, dass Marco Fritscher mal wieder für Marius Willsch kommt - gerade den von ihrer Schnelligkeit lebenden Akteuren tut eine kleine Pause gut. Und Marco Janz ist ein weiterer Comeback-Kandidat, er ist ja in Innen- wie Außenverteidigung vielseitig einsetzbar.

Für alle Fans bietet der FC 05 auch beim Illertissen-Spiel wieder einen Vorverkauf an: Im Stadion-Innenhof gibt es an einem eigens aufgebauten Zelt Karten für die Partie am 30. September beim TSV 1860 München im Grünwalder-Stadion (bereits über 450 Tickets verkauft) wie für das Pokal-Viertelfinale gegen Drittligisten Unterhaching am 3. Oktober.


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