Ramsthal
Spieler der Woche

Bei Fabian Willacker hat es geschnackelt

Weil der Bruder die Werbetrommel rührte, spielt jetzt auch Fabian Willacker für den SV Ramsthal. Offensichtlich eine gute Entscheidung.
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Fabian Willacker - hier vor dem Vereinsgelände des SV Ramsthal - hat am Wochenende in einem turbulenten Kreisliga-Spiel gegen Wülfershausen drei Tore erzielt.  Foto: Steffen Standke
Fabian Willacker - hier vor dem Vereinsgelände des SV Ramsthal - hat am Wochenende in einem turbulenten Kreisliga-Spiel gegen Wülfershausen drei Tore erzielt. Foto: Steffen Standke

Endlich hat es geschnackelt: Am vierten Spieltag der Kreisliga Rhön erzielte Stürmer Fabian Willacker seine ersten Tore für seinen neuen Verein. Und das in einem Spiel, von dem sie beim SV Ramsthal noch lange erzählen werden. Im Interview spricht der 26-Jährige, der eine Ausbildung bei der Bundespolizei in Oerlenbach absolviert, darüber, wie er das Spiel erlebt hat, was seine drei Tore mit ihm machen und was sein Verein noch von ihm erwarten kann.

Ihr habt gegen Wülfershausen sieben Tore geschossen; dennoch geriet der Sieg in Gefahr. Beim 7:5 hast Du einen lupenreinen Hattrick und ein Eigentor erzielt. Hast Du so ein Match schon mal erlebt?

Fabian Willacker: Ich kann mich nicht erinnern. Dabei haben wir bis zur 60. Minute den Gegner komplett dominiert und alles umgesetzt, was der Trainer uns vorgegeben hat. Zur Halbzeit, als es 4:1 stand, hat er in der Kabine gesagt, wenn wir das Ergebnis noch um ein zwei Tore hochschrauben, sollen wir die Partie souverän zu Ende spielen.

Was ja ab jener 60. Minute nicht mehr geklappt hat. Beim Stand von 7:1 schaffte Wülfershausen sein zweites Tor. Und dann hast Du nach einer Flanke aus dem Halbfeld den Ball per Hinterkopf unhaltbar ins eigene Gehäuse verlängert. Der Knackpunkt im Spiel?

Ich glaube nicht. Aber kurz vorher musste unser Innenverteidiger Björn Morper raus. Wir haben umgestellt und von da an hat nichts mehr gepasst. Ich zolle aber auch dem Gegner Respekt, dass er sich trotz des Rückstands nicht aufgegeben und weiter Fußball gespielt hat. Aber das haben wir ihm auch ermöglicht.

Immerhin hast Du ja mit Deinen drei Treffern in einer Halbzeit die erste Vorgabe des Trainers mehr als bestens umgesetzt. Hast Du das schon mal geschafft?

Ja, aber nicht in der Kreisliga. In der Saison 2014/15 habe ich mal in der A-Klasse für meinen Heimatverein DJK Greßthal sechs Stück gegen Euerbach/Kützberg III erzielt.

Fast hätten die drei Tore gar nicht stattgefunden.

Ich hatte in der Halbzeit signalisiert, dass ich raus möchte. Ich bin angeschlagen in die Partie gegangen, hatte am Freitag einen Schlag aufs Knie bekommen. Der Coach hat gesagt, ich solle noch zehn bis 15 Minuten drinbleiben. Und dann hab' ich eben den Hattrick gemacht.

Für Dich ist ja die Kreisliga generell Neuland. Wie fühlt sie sich nach vier Spieltagen an?

Der Fußball ist schneller, die Spieler qualitativ besser. Und mein Eindruck ist, dass in der Rhön härter gespielt wird als im Kreis Schweinfurt. Aber ich habe das Gefühl, dass ich mich in dieser Liga gut wiederfinden kann.

Dein Bruder Tobias absolviert schon seine dritte Saison beim SV Ramsthal. Hat er Dir vor Deinem Wechsel erzählt, was auf Dich zukommt?

Er hat mir sogar geraten, es höherklassig in Ramsthal zu versuchen, nachdem ich beruflich wieder in der Nähe bin und Wasserlosen/Greßthal von der Kreis- in die A-Klasse abgestiegen ist.

Und? Hast Du Dich richtig entschieden?

Definitiv. Trainer, Mannschaft, Umfeld - das Gesamtpaket passt. Die Leute hier haben mich freundlich und hilfsbereit aufgenommen.

Was bedeuten Deine ersten drei Tore für Ramsthal für den Rest der Saison?

Für mich als Stürmer war überhaupt wichtig, zu treffen. In der Vorbereitung und im Pokal ist mir das gelungen, aber nicht in der Liga. Das Besondere am ersten Tor ist, dass es mein Bruder Tobias als Rechtsverteidiger mit einer Kombination über rechts und einem Querpass in den 16er vorbereitet hat. Ich musste nur noch einschieben.

Damit hat er den Knoten bei Dir platzen lassen?

Ich denke schon. Ich habe mit dem Coach ausgemacht, dass es diese Saison mindestens 20 Tore von mir sein müssen.

Nicht wirklich, oder?

Man muss sich ja Ziele setzen. Und wenn es mehr werden, habe ich auch nichts dagegen. Ich messe mich auch gern mit meinem Mannschaftskameraden Stephen Klitzing, der vorvergangene Saison Torschützenkönig geworden ist.

Apropos Ziele, was willst Du mit dem SV Ramsthal diese Saison sonst noch erreichen?

Wir wollen den Kreispokal auf Kreisebene gewinnen und vorne mitspielen. Der Aufstieg in die Bezirksliga wäre das Tüpfelchen auf dem "i".

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