Langendorf
Fussball

Bei Bernd Roses Abschied gab's feuchte Tränen

Eigentlich wollte Bernd Rose nur mal ein Jahr beim Frauenfußball als Trainer reinschnuppern. Es kam komplett anders.
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Er wollte eigentlich nur für eine Saison hineinschnuppern; daraus wurden 14 Jahre: Bernd Rose trainierte zehn Jahre lang die U17 und vier Jahre die Frauenmannschaft des SV Langendorf. Nach der Saison 2017/18 war dann Schluss; das hatte er seiner Mannschaft rechtzeitig mitgeteilt.

Aufzuhören war Roses eigene Entscheidung. Sowohl der Verein als auch die Frauen hätten gerne noch weiter mit ihm gearbeitet. "Ich stand schon seit 1980 als Trainer auf dem Platz; ich war jetzt länger Fußballtrainer als Berufssoldat", erzählt Bernd Rose.

Denn bevor er sich dem Frauenfußball widmete, war Rose in den 1980er-Jahren Trainer der männlichen Jugend beim FC Westheim. 2004 bildete die eine Spielgemeinschaft mit der Jugend des SV Langendorf. Als Rose in der Saison 2003/04 die U15-Mannschaft trainierte, gehörten drei Mädchen der ersten Elf an. Gleichzeitig trainierten die Drei bereits in der Langendorfer Mädchenmannschaft. Über die Spielgemeinschaft kam der Kontakt zum SV Langendorf und über die drei Mädels der zum Frauenfußball.

Ab der Saison 2004/05 wollte Rose nur für ein Jahr die Langendorfer U17-Mädchen übernehmen. "Ich wollte eigentlich nur in den Mädchenfußball reinschnuppern, denn am Anfang war ich skeptisch", erzählt der Ex-Trainer. "Den Umgang mit 13- bis 17jährigen Mädchen war ich nicht gewohnt." Zudem waren ihm die Mädels am Anfang noch etwas zu wehleidig. Das hätte sich in den 14 Jahren aber sehr verändert. "Heute ist der Frauenfußball viel schneller und robuster geworden", sagt Rose.

Nun blickt er auf 14 erfolgreiche Jahre zurück. Seine U17 spielte stets oben in der Liga mit und als er die Frauenmannschaft übernahm, stieg sie postwendend in die Bezirksoberliga auf. An manche Spiele kann sich Bernd Rose noch heute genau erinnern. Beispielsweise an das Rückrundenspiel gegen Haßfurt in der Meisterschaftssaison. "In der Vorrunde haben wir nur 4:4 gegen die Haßfurterinnen gespielt. Wenn wir das Spiel verloren hätten, wäre der Kampf um die Meisterschaft knapp geworden. Aber dann haben wir die mit 6:0 vom Platz gefegt", erzählt Rose.

Mit der U17 hat es leider nie zum Meistertitel gereicht. In einer Saison waren sie aber kurz davor und auch dieses entscheidende Spiel ist ihm noch besonders in Erinnerung geblieben. "Wir haben das Spiel gegen Bastheim und somit auch die Meisterschaft, zwar knapp verloren. Aber 200 Zuschauer sind damals zum Zusehen gekommen."

Seine Zeit beim SV Langendorf hat Bernd Rose genau dokumentiert. Zu jeder Saison hat er ein Heft angelegt, in dem er die Trainingsbeteiligung, die Aufstellungen und Torschützinnen festgehalten hat. Auch bei jedem Training war er stets bestens vorbereitet, hat sich Übungen aus dem Internet geholt, die er aber nie einfach übernahm, sondern testete und manchmal änderte. Pünktlichkeit war ihm auch immer sehr wichtig. Wer zu spät kam, musste einen kleinen Centbetrag in die Mannschaftskasse einzahlen.

Das galt auch für den Trainer. "Ich bin nur einmal in den 14 Jahren zu spät zum Treffpunkt gekommen, da war ich vorher noch bei der 2. Mannschaft und bin nicht rechtzeitig losgefahren. Dann habe ich aber natürlich auch Geld in die Kasse gesteckt", erzählt Rose. "Ich habe die Disziplin vorgelebt und die Mädchen haben das dann schnell übernommen."

In der Kabine hielt er nie große Reden; dafür wurde er am Spielfeldrand gerne einmal laut. Das haben ihm seine Spielerinnen aber nie übel genommen. "Die wussten, erst wenn ich mal fünf Minuten ruhig war, wurde es gefährlich." Auch das Miteinander neben dem Platz war ihm stets wichtig. Viermal ist er für eine Woche mit seinen U17-Mädels nach Kroatien zum Zelten gefahren. Kein Trainingslager, sondern einfach nur zum Entspannen nach der Saison. Manchmal fuhren zwar auch Väter mit; die Bedingung der Mädchen war jedoch, dass sie nur als Fahrer mitkamen und nicht mit auf den Campingplatz gingen. Die Zeltfreizeit war nur für Mannschaft und Trainer gedacht.

Zu seinen Spielerinnen hatte er stets ein gutes Verhältnis, sagt Rose. "Eine Spielerin hat durchgehend bei mir gespielt. Die war mit 13 die jüngste, ist heute 27 und spielt noch immer." Eine andere Spielerin hat sechs Jahre lang unter ihm trainiert und spielt heute in der Bayernliga. "Zweimal bin ich bereits zum Zuschauen hingefahren. Da war ich schon stolz."

Der Abschied fiel dementsprechend schwer. 41 Frauen, aktuelle und ehemalige Spielerinnen, kamen ins Langendorfer Sportheim, um Bernd Rose zu verabschieden. "Da gab es auf beiden Seiten feuchte Augen", erzählt Rose. Seine drei vorletzten Spiele verpasste er leider krankheitsbedingt. Zu seinem Abschiedsspiel, dem letzten der Saison, holten ihn seine Spielerinnen extra aus der Rehaklinik ab. Es war zwar seine letzte Partie als Trainer, doch als treuer Fan wird er seiner Frauenmannschaft noch lange erhalten bleiben. "Ich war bis jetzt auch in dieser Saison bei jedem Spiel. Jetzt rufe ich aber nicht mehr rein, sondern bin ganz gechillt."



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