Bad Brückenau
Handball

Bad Brückenaus Handballer gewinnen den Showdown

Die FCB-Handballer überstehen ihre erste Saison in der Bezirksoberliga und schicken dafür die Bayernliga-Reserve aus Waldbüttelbrunn eine Klasse tiefer.
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Jubel ohne Ende: Der FC Bad Brückenau schafft den Klassenerhalt in der Bezirksoberliga.Sebastian Schmitt
Jubel ohne Ende: Der FC Bad Brückenau schafft den Klassenerhalt in der Bezirksoberliga.Sebastian Schmitt
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FC Bad Brückenau - DJK Waldbüttelbrunn II 33:24 (14:12).
Der Showdown um den Klassenerhalt in der unterfränkischen Bezirksoberliga sorgte im Römershager Hexenkessel erwartungsgemäß für Gänsehaut-Atmosphäre, Trommelgewitter und eine beeindruckende Kulisse auf den Rängen. "Es geht heute noch einmal richtig um die Wurst", sagte Hallensprecher Dirk Stumpe. Denn eine Niederlage des FC Bad Brückenau gegen die Bayernliga-Reserve aus Waldbüttelbrunn hätte bei gleichzeitigem Sieg des MHV Schweinfurt gegen die HSG Volkach den sicheren Abstieg der Sinnstädter bedeutet.

"Die Jungs sind auf den Gegner vorbereitet, kennen die Stärken einzelner Spieler und sind somit bereit für das alles entscheidende Spiel", zeigte sich Coach Oliver Hilbert-Probeck vor dem Match zuversichtlich. Rechtzeitig zum Saisonfinale hatte sich der Trainer, der aus gesundheitlichen Gründen nur kurz pausierte, wieder zurückgemeldet, sodass sein Stellvertreter Stefan Bott wieder auf dem Parkett eingreifen konnte.

Das war insofern ein entscheidender Faktor, weil Bott in der Defensive kompromisslos zupackte und damit den jungen Waldbüttelbrunner Spielern nach und nach den Schneid abkaufte. Der Römershager Hexenkessel, in dem sich diesmal auch zahlreiche Fans aus dem Umland eingefunden hatten, brodelte sofort mächtig. Und das sorgte bei den Gästen zusehends für enorme Verunsicherung.


Rote Karte für Timo Issing

Der offensivstarke DJKler Timo Issing kassierte schon nach 13 Minuten eine rote Karte mit Bericht, weil er sich gegen den quirligen Nick Schumm im Eifer des Gefechts zu einem völlig unnötigen Revanchefoul hinreißen ließ. Bis dato hatte Issing, der auch häufig in der Bayernliga zum Einsatz kommt, schon zwei Buden gemacht. Die Sinnstädter zeigten sich von der ersten Minute an extrem willensstark, robust und kämpferisch und ließen keinen Zweifel daran aufkommen, dass die Mission Klassenerhalt erfolgreich abgeschlossen werden sollte.

"Dank der Unterstützung der Fans mussten wir im Hexenkessel nur gegen den Meister und den Tabellenzweiten Punkte liegen lassen - und das soll so auch bleiben", forderte der Coach. Dass am Ende tatsächlich die Bad Brückenauer ausgelassen feiern durften, daran hatte Keeper Peter Feuerstein großen Anteil. Er wuchs in den stimmungsgeladenen 60 Minuten förmlich über sich hinaus und war fast an jedem Ball noch mit Händen, Armen, Beinen oder Füßen irgendwie dran. Der ständige Wechsel zwischen sturem Verharren auf der Linie und akrobatischen Verrenkungen brachte die DJK-Angreifer völlig aus dem Konzept.

Auf der Gegenseite zeigte sich FC-Goalgetter Simon Dietrich bei seinen fulminanten Sprungwürfen äußerst kreativ und überlistete die Waldbüttelbrunner Verteidiger immer wieder mit List und Tücke. Auf das gefürchtete Bad Brückenauer Konterspiel hingegen hatte sich DJK offensichtlich ganz gezielt eingestellt. Insofern war es für die wendigen Angreifer Nick Schumm, Michael Müller und Simon Weiner nicht gerade einfach, zu erfolgreichen Torabschlüssen zu kommen.


Waldbüttelbrunn steigt ab

Längst wurde in den Schlussminuten klar, dass die DJK den schweren Gang zurück in die Bezirksliga antreten muss. Dementsprechend mischte sich in die teilweise arg überhasteten Aktionen der Gäste ein ordentlicher Schuss Verzweiflung und Ratlosigkeit. Dass die zweite Mannschaft der DJK Waldbüttelbrunn seit Mitte der Saison durch junge Bayernliga-Spieler verstärkt worden war, hatte ihr zwar teilweise fulminante Siege beschert. Doch ausgerechnet zum Showdown der Zweitvertretung in der Bezirksoberliga ergab sich eine zeitliche Überschneidung, weil die erste Mannschaft noch am selben Abend in Ottobeuren im Einsatz war. Während die Sinnstädter mit dem Einsetzen der Schlusssirene ein rauschendes Fest zusammen mit den Fans eröffneten, saßen die DJKler tief enttäuscht und sichtbar geknickt auf dem zart babyblauen Parkett der Römershager Dreifachturnhalle. Euphorie und Ernüchterung lagen bei diesem emotionalen Handballspektakel so eng zusammen, dass einige Spieler der Gäste noch minutenlang fassungslos wie versteinert auf dem Feld verharrten.

Der freiwillige Verzicht des souveränen Meisters TSV Rödelsee auf die Landesliga hat der DJK Waldbüttelbrunn einen ganz bitteren Abstieg am letzten Spieltag beschert. Es steht zu befürchten, dass sich ein ähnliches Szenario in der kommenden Saison wiederholt, weil die Rödelseer das fraglos technisch stärkste Team der gesamten Liga stellen.
Tore für Bad Brückenau: Simon Dietrich (10), Nick Schumm (4), Peter Karl (4/3), Michael Müller (3), Tom Schumm (3), Stefan Bott (2), Christian Karl (2), Sven Markovics (2), Alexander Bauer (1), Simon Weiner (1), Ralf Müller (1).


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