Bad Kissingen
Boxen

Axel Schulz darf gerne in den Tattersall kommen

Der große Erfolg der 2. Bad Kissinger Boxnacht macht Lust auf eine Neuauflage.
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Mit 600 Zuschauern im Tattersall war die 2. Bad Kissinger Boxnacht ausverkauft. Foto: Jürgen Schmitt
Mit 600 Zuschauern im Tattersall war die 2. Bad Kissinger Boxnacht ausverkauft. Foto: Jürgen Schmitt

Für Louis Krassa ist die Sache sonnenklar. "Da sind viele Besucher, die gutes Geld bezahlen. Denen muss man eine Show bieten. Ich bin da, um zu unterhalten." Wenn es ums Boxen geht, hat der 17-Jährige einen extrovertierten Ansatz, den der Sportler vom TSV Bad Kissingen im Rahmen der 2. Boxnacht nach eigenem Gusto gestalten durfte. Und das auch tat: Mit Gold-Mantel um die Hüften und Cowboy-Hut auf dem Kopf. "Bei der Einlauf-Musik hatte ich mich eigentlich für 'Boom Boom' von John Lee Hooker entschieden, aber da ist dann was schief gelaufen. Kann passieren bei so einer großen Veranstaltung. Ansonsten wurde super gearbeitet", sagt der Gymnasiast, der bei aller Unterhaltung nicht die Konzentration auf dem Weg in den Ring verlieren darf. "Ich bleibe trotz der Show fokussiert, der Kopf schaltet um, sobald der Kampf beginnt", sagt Krassa. Keine Worthülsen, denn der Kissinger gewann sein Duell sogar vorzeitig, weil die Thüringer Ecke in der dritten Runde das Handtuch warf. "Ich bin auf der geraden Linie geblieben, hätte insgesamt vielleicht etwas aktiver sein können", lautet die Selbstkritik des TSV-Kämpfers, der vom ersten Gongschlag an auf einen Abbruch-Sieg spekuliert hat. "Ich hatte gute Treffer gelandet, wollte dann Kombinationen auf den Körper meines Gegners setzen, um ihm die Luft zu nehmen."

Die 600 Fans feierten den Lokalmatadoren, der sich mit seinem Hut-Wurf ins Publikum aus dem Ring ebenso stimmungsvoll verabschiedete wie er ins Seilgeviert gestiegen war. "Boxen ist eine Kunstform. Wie man diese auslebt, bleibt jedem selbst überlassen. Fürs nächste Jahr habe ich schon eine neue Aktion im Kopf."

Für die kleine Abteilung im großen TSV Bad Kissingen bedeutete die ausverkaufte Veranstaltung einen organisatorischen Kraftakt. Mit vielen Unwägbarkeiten im Vorfeld. "Wir mussten ja finanziell in Vorleistung treten. Und wenn man dann in der Stadt kaum Möglichkeiten bekommt, um seine Plakate kostenfrei zu platzieren, macht man sich so seine Gedanken, ob der Saal voll werden wird", sagt TSV-Trainer und Organisator Edgar Feuchter. Dass es eine dritte Bad Kissinger Boxnacht geben wird, daran lässt der 66-Jährige keinen Zweifel. Als Gegner angedacht ist eine Auswahl Mittelfrankens .

In der Nachbetrachtung hat die TSV-Abteilung nach der erfolgreichen Premiere 2018 diesmal noch einen draufgesetzt - sportlich wie gesellschaftlich. "Die Rückmeldungen der Leute waren ausnahmslos positiv. Selbst eine Boxkritikerin, die nur ihrem Mann zuliebe dabei war, will nächstes Jahr wiederkommen", schmunzelt Feuchter, der nicht minder angetan war von den Auftritten seiner Kämpfer. "Die Jungs haben sich alle weiterentwickelt und durch die vielen Wettkämpfe in diesem Jahr ein hohes Niveau erreicht, was auch in der Szene honoriert wird mit Einladungen in Box-Hochburgen wie Nürnberg oder Weißenburg. Wir haben uns da einen Namen gemacht."

Die maximale Kampflänge im Tattersall lag bei drei Runden über je drei Minuten. Kein Vergleich natürlich zu den Profis, die in WM-Kämpfen über zwölf Runden gehen müssen. Dennoch standen die Protagonisten förmlich im eigenen Schweiß. "Jede Runde ist wie ein 800 Meterlauf am Limit. Dazu kommen die psychische Anspannung bei hoher körperlicher Aktivität und die Hitze in der Halle. Und getroffen wird man schließlich auch", weiß Edgar Feuchter, der bereits Kinder ab acht Jahren in sein Training aufnimmt.

Dass mit Ehrengast Rene Weller ein ehemaliger Champion die Veranstaltung zusätzlich aufwertete, veranlasst den gebürtigen Frankfurter, auch diesbezüglich mutig bleiben zu wollen. "Wir wollen wieder einen Promi in den Tattersall mit seiner unvergleichlichen Atmosphäre holen. Vielleicht klappt's sogar mit Axel Schulz, zu dem ich über eine Bekannte Kontakt herstellen will", sagt Edgar Feuchter. Wenn der Mann mit der schwarzen Kappe auf den jungen Kerl mit dem Cowboy-Hut trifft, wird's wieder ein Fest...

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