Hammelburg
Volleyball 2. Liga

Ära Karlovic endet in einem würdigen Rahmen

Die abschließenden Erfolge über Friedrichshafen und Unterhaching bedeuten eine Zäsur im Hammelburger Volleyballsport.
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Ein letztes Tänzchen: Mit den Siegen gegen Friedrichshafen (unser Bild) und Unterhaching verabschieden sich die Hammelburg Volleys in die Sommerpause. Für einige Spieler und den Trainer war es zugleich ein Abschied vom Zweitliga-Volleyball an der Saale.Till Oschmann
Ein letztes Tänzchen: Mit den Siegen gegen Friedrichshafen (unser Bild) und Unterhaching verabschieden sich die Hammelburg Volleys in die Sommerpause. Für einige Spieler und den Trainer war es zugleich ein Abschied vom Zweitliga-Volleyball an der Saale.Till Oschmann
Hammelburg Volleys - TSV Unterhaching II 3:1 (21:25, 25:18, 25:17, 25:15).
Larifari? Wollte keiner. Schon gar nicht der Trainer, der nach dem Satzverlust zu Beginn eine intensive Ansprache ans Team hielt. "Natürlich will man sich mit einem Sieg von seinem Publikum verabschieden", sagte Tado Karlovic, der nach neun erfolgreichen Jahren als TV/DJK-Trainer letztmals an der Seitenlinie stand. Und der von den Fans in einer würdigen Zeremonie noch einmal richtig abgefeiert wurde - wie auch die Spieler, die ihre Zweitliga-Karriere beenden.
"Zumindest die letzten zwei Spiele waren ein Genuss. So habe ich mir das gewünscht. Das war überwältigend. Offensichtlich habe ich doch das ein oder andere richtig gemacht. Dafür allen Beteiligten ein großes Dankeschön", sagte Karlovic. Ein guter sechster Platz wurde es schließlich noch, weil nach dem lockeren Aufgalopp vom Freitag mit dem überdeutlichen 3:0-Erfolg über die Youngstars aus Friedrichshafen eben jener Sieg über den starken Aufsteiger gelang, dessen fünfter Platz bereits vor dem Spiel zementiert war.

Draußen brannte noch die Sonne über dem Planeten, drinnen hatte man es sich kuschelig gemacht. Fast volle Hütte, und noch einmal jene unverwechselbare Atmosphäre, die Volleyball in Hammelburg adelt. Da passte eine Niederlage wahrlich nicht ins Bild, zumal die Saalestädter mit voller Kapelle angetreten waren. Mit dem halbgaren Volleyball war es ab dem zweiten Satz auch vorbei. Kleinigkeiten, die zuvor zu Gunsten der Hachinger entschieden hatten, brachten den Satzausgleich. Der dritte Abschnitt verlief bis zum 14:14 auf Augenhöhe, ehe vier Hammelburger Punkte in Folge und starke Blockarbeit das Pendel erneut zu Gunsten der Heimmannschaft ausschlagen ließen. Noch deutlicher geriet der vierte und damit letzte Satz dieser Saison. Nachdem am Tag zuvor Michi Schottdorf zum Gold-MVP gewählt worden war, bekam diese Auszeichnung nun mit Friedrich Fell ein weiterer 100-Prozent-Teamplayer der Hammelburger, ebenfalls in seinem letzten Spiel. Und zwar aus den Händen vom früheren Kollegen Moritz Karlitzek, der mittlerweile eine tragende Rolle beim Erstligisten aus Frankfurt spielt. Ein letztes Mal gab es auch das Siegerselfie von und mit "Maestro" Aldin Dzafic, dessen Emotionalität dem Team sicher ebenfalls abgehen wird.

Die Frage nach dem neuen Trainer wurde an diesem Abend der großen Gesten nicht beantwortet. Zeitnah, heißt es, werde der Neue der Öffentlichkeit präsentiert, der in große Fußstapfen tritt nach neun prägenden Karlovic-Jahren. "Den Tado-Geist muss man erst einmal vertreiben, daher werde ich sicher nicht gleich zum ersten Heimspiel der neuen Saison mal vorbeischauen. Vielleicht zum Derby", sagte der 44-Jährige, der sich nach einer "schwierigen Rückrunde, in der die Stimmung in der Mannschaft nicht immer rosig war", mit Tennis ablenken will. "Das wird eine Zeit lang dauern, all diese Eindrücke zu verarbeiten", weiß Karlovic. In Hammelburg wird sich das Rad weiterdrehen, wird an einer Mannschaft gebastelt werden, die den Hype der vergangenen drei Jahre fortführt. Das muss der Anspruch sein.


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