Schweinfurt
Fußball

Weniger Fußballfans im Willy-Sachs-Stadion

Die Krise beim FC 05 Schweinfurt macht sich an der Kasse bemerkbar. Zu Jahn Regensburg und Kickers Würzburg strömen die Besucher.
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Kassier bei Jahn Regensburg möchte man sein, da läuft man wahrscheinlich mit einem Dauergrinsen durch die Gegend. Der Absteiger aus der Dritten Liga mausert sich nämlich in der Regionalliga Bayern zum unangefochtenen Besucherkrösus - kein Wunder beim sportlichen Erfolg des Tabellenführers, der noch dazu mit der Continental-Arena ein schmuckes Stadion hat, nach dem sich in Unterfranken alle Vereine die Finger schlecken würden. In acht Heimspielen in der Vorrunde kamen bisher 67 102 Zuschauer zu den Oberpfälzern, das waren 8387 im Schnitt, fast 5000 mehr als in der Dritten Liga vergangene Spielzeit, als man im alten, baufälligen Stadion gegen den Abstieg kämpfte. Erfolg macht offenbar sexy, auch für neue Besuchergruppen.
Mindestens 4000 Fans kamen zu den Spielen, am besten besucht waren natürlich das Oberpfalz-Derby gegen Amberg mit rund 12 689 Besuchern und das ausverkaufte Spitzenspiel gegen Bayern München II mit 15 224 Zuschauern, was auch neuer Rekord in der Regionalliga Bayern ist. Im gesamten Spieljahr 204/15 kamen 72 362 Fans zum Jahn, allerdings in 19 Heimspielen. Wenn das so weitergeht mit dem Besucherstrom, dürfte der Verein finanziell auf Rosen gebettet bleiben.

Den Zuschauerrekord in der Liga hielten bisher die Münchner Vereine 1860 II und Bayern II, deren Derby in dieser Spielzeit dennoch beeindruckende 11 358 Zuschauer im Grünwalder Stadion sehen wollten. Weil es ein Heimspiel der Roten war, ist deren Schnitt im Moment auch bei über 2000 Fans pro Spiel.

Weniger schön ist das Dasein als Kassier im Moment beim FC 05 Schweinfurt. Mit 1116 Zuschauern im Schnitt bei bisher sieben Heimspielen ist Schweinfurt nur auf Platz neun der Zuschauertabelle, die man vergangene Spielzeit als Zweiter hinter den Kickers beendete und in der Aufstiegssaison 2013/14 souverän angeführt hatte. Obwohl die Nullfünfer in allen drei Spielzeiten immer gegen den Abstieg gespielt haben, wirkt sich die sportliche Misere in dieser Saison erstmals besonders bei den Besucherzahlen aus.

Gleichwohl muss zu Gunsten der Schnüdel angemerkt werden, dass die Klaus-Mannen nach dem ersten Heimspiel gegen Nürnberg II - jenem legendären 5:1 im Juli, als man nach dem ersten Spieltag Tabellenführer war und sein Fan-Glück kaum fassen konnte - vier Mal in Serie auswärts spielen mussten, weil das Sachs-Stadion wegen des Sunrise-Avenue-Konzerts belegt war. Diese Heimspiele kommen nun im November geballt, erst gegen Aschaffenburg, dann Ingolstadt II, dann Regensburg. Im Frühjahr 2016 geht es mit dem Heimspiel gegen Unterhaching weiter, auch die Bayern-Reserve wird noch in Schweinfurt erwartet ebenso wie der fränkische Konkurrent Bayreuth. Insofern besteht also Hoffnung, dass man wenigstens den Schnitt der vergangenen Saison mit 1671 Fans nach 17 Spielen erreichen kann. Den schlechtesten Besuch in der Regionalliga haben schon traditionell die zweiten Mannschaften aus Augsburg, Ingolstadt, Nürnberg und Fürth. Für das Spiel des FC Ingolstadt II gegen Illertissen interessierten sich gerade mal 100 Zuschauer - da hat jedes Kreisliga-Derby im Raum Schweinfurt doppelt so viele Zuschauer. Und selbst als Drittliga-Absteiger Regensburg am 21. Juli seine Visitenkarte in Ingolstadt abgab, lockte das nur 1200 Zuschauer an, die meisten zogen es wohl vor, den Jahrhundertsommer lieber im Freibad oder am See zu verbringen.

Der unterfränkische Rivale Kickers Würzburg schwimmt in Bezug auf die Zuschauerzahlen auf einer Welle des Erfolgs, auch wenn diese im Vergleich zu den Zahlen von Klubs wie Magdeburg oder Dresden klein ist. Bisher kamen 41 603 Fans zu sieben Heimspielen, dazu war das DFB-Pokalspiel mit gut 10 000 Fans gegen Werder Bremen ausverkauft. In der Regionalliga-Meistersaison kamen in 17 Spielen insgesamt 42 203 Zuschauer zu den Kickers.
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