Bad Neustadt an der Saale
Handball 3. Liga

Trotz der Niederlage bekommt der HSC viel Beifall

Engagierte Rot-Weiße hadern nach der 26:29-Niederlage gegen den TV Hüttenberg mit sechs schwachen Minuten. Erst nach dem Wechsel kommt der Zweitliga-Absteiger in Fahrt.
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Abgeprallt: HSC-Rechtsaußen Jan Wicklein (links) zeigte sich gegen den TV Hüttenberg (rechts Mario Fernandes) in toller Form. Er erzielte zehn Tore, davon drei per Strafwurf, konnte die 26:29-Niederlage der Rot-Weißen aber auch nicht verhindern. Foto: Anand Anders
Abgeprallt: HSC-Rechtsaußen Jan Wicklein (links) zeigte sich gegen den TV Hüttenberg (rechts Mario Fernandes) in toller Form. Er erzielte zehn Tore, davon drei per Strafwurf, konnte die 26:29-Niederlage der Rot-Weißen aber auch nicht verhindern. Foto: Anand Anders
HSC Bad Neustadt-Rhön - TV Hüttenberg 26:29 (15:12).
Fast wäre der HSC Bad Neustadt-Rhön für den Spitzenreiter TV Hüttenberg zum Stolperstein geworden. Aber halt nur fast. Denn nach einer kämpferisch tadellosen Leistung gingen die Punkte doch an den Zweitliga-Absteiger. "Bad Neustadt hat uns alles abverlangt", zollte Hüttenbergs Coach Adalsteinn Eyjölfsson den Rot-Weißen Respekt. Das Lob konnte seinen Kollegen Margots Valkovskis nicht trösten, seine mit Beifall verabschiedeten Schützlinge waren schon in der Kabine verschwunden, als er enttäuscht auf der Bank einen lettischen Fluch von sich gab.Die Heimsieben knüpfte zunächst nahtlos an die Dresden-Leistung an mit der 2:0-Führung durch Jan Wicklein und Gary Hines.
Beifall verdiente sich auch HSC-Keeper Felix Schmidl, der da schon einige schwere Würfe pariert hatte und seinen Gegenüber Matthias Ritschel deutlich ausstach. Aber auch die Nummer 2 des HSC befand sich in Glanzform, der zunächst nur bei Siebenmeter eingesetzte Fabian Tatzel parierte in der sechsten Minute den ersten Siebenmeter - und die folgenden drei (11., 33., 39.).


Die Partie nimmt Fahrt auf

Die Hausherren agierten in den nächsten Minuten zu überhastet, was der Kontrahent nutzte und erstmals in Führung ging. Die Partie nahm jetzt auch in spielerischer Hinsicht sichtlich Fahrt auf, die Gastgeber schlugen nach dem 3:5 ihrerseits durch drei Treffer in Folge zurück und erarbeiteten sich sogar einen 11:7-Vorsprung, den die Unterfranken durch harte Arbeit bis kurz vor dem Seitenwechsel hielten.

Aus der Pause kamen die Einheimischen völlig unkonzentriert. Unverständliche Pässe, Fehlwürfe und weitere Ungereimtheiten brachten den Gast, der sofort die Gunst der nächsten Minuten nutzte, ins Spiel zurück. Der bestrafte nun jeden Fehler der Valkovskis-Mannen, erzielte dabei nicht nur den Ausgleich, sondern ging in der 36. Minute beim 15:16 sogar in Führung. Als die Schiedsrichterinnen Tanja und Maike Schilha auch noch Maxi Schmitt für zwei Minuten auf die Strafbank verbannten, schien es für die Rot-Weißen brenzlig zu werden.
Aber auch dem Handball ist ein gewisse Logik fremd, ausgerechnet in Unterzahl wendeten Falk Kolodziej und Wicklein das Blatt (17:16). Es folgte jeweils ein verworfener Siebenmeter, was gerade aus Sicht der Gastgeber unerfreulich war, denn Kolodziej hatte dabei das 19:17 in der Hand. So schaffte der Tabellenführer durch den jetzt auf halblinks agierenden und sehr auffälligen Markus Semmelroth den Ausgleich. Unentschieden stand es auch in der 50. Minute (23:23), ehe TV-Kreisläufer Mario Fernandes und Daniel Wernig das 23:25 besorgten.


Keeper kassieren Kopftreffer

Dass sich Fernandes bei den Hausherren und den HSC-Fans im Laufe der keineswegs unfairen Begegnung keine Freunde machte, hatte er sich selbst zuzuschreiben. Er warf mehrmals ohne Rücksicht auf Verluste das Leder haarscharf auf Kopfhöhe der beiden HSC-Keeper, traf diese auch in der Endphase des Matches am Kopf - unnötig und gefährlich.

Die Hessen ließen in den letzten Minuten nichts mehr anbrennen, selbst nach dem von Wicklein erzielten Anschlusstreffer zum 25:26 verfielen sie nicht in panische Aktionen. Semmelroth und der nunmehr zur Siebenmeterlinie beorderte Tom Warnke sorgten für das 25:28, der Drei-Tore-Rückstand war in 80 Sekunden für die Einheimischen nicht mehr aufzuholen. Im Fazit waren sich die Trainer einig: Der HSC hatte den Meisterschaftsanwärter ganz schön am Wickel, aber sechs schwache Minuten nach der Pause haben den möglichen Heimsieg und die Verteidigung des zweiten Tabellenplatzes vermasselt.

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