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Fußball Nachholspiele

Ramsthal investiert viel Leidenschaft

Münnerstadt muss sich Kritik gefallen lassen für eine zu schwache Leistung in der zweiten Halbzeit.
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Im Sandwich: Eher schlechte Karten hat Münnerstadts Lukas Schmittzeh im Kopfballduell mit den Ramsthalern Timo Kaiser (links) und Johannes Brand. Foto: Hopf
Im Sandwich: Eher schlechte Karten hat Münnerstadts Lukas Schmittzeh im Kopfballduell mit den Ramsthalern Timo Kaiser (links) und Johannes Brand. Foto: Hopf
SV Ramsthal - TSV Münnerstadt 2:1 (0:1). Tore: 0:1 Ahmet Coprak (4.), 1:1 Philipp Schmitt (47.), 2:1 Willi Voss (63.).
Im Landkreisderby nahmen die Weindörfler Revanche für die 1:4-Niederlage aus der Hinrunde. Der Erfolg war verdient, "weil wir in der zweiten Halbzeit sehr viel in das Spiel investiert haben und dominant waren", freute sich SV-Coach Nico Schell. Verständlicherweise angesäuert war sein Kollege Thomas Dietz, der mit dem Auftritt seiner Schützlinge im zweiten Durchgang nicht einverstanden war. "Wir haben die ausgegebene Taktik überhaupt nicht umgesetzt, die Höhe der Niederlage ist ja noch schmeichelhaft."
Die Begegnung begann aus Sicht der Lauertaler optimal, denn nach einem Abwehrfehler der SVler wurde Ahmet Coprak freigespielt, der mit einem Flachschuss ins kurze Eck Keeper Frank Popp keine Abwehrmöglichkeit ließ. Die Gäste drückten gegen da noch verunsicherte Platzherren, bei denen Stürmer Enrico Ott (Grippe) kurzfristig ausfiel, aufs Tempo.


Ein Wembley-Tor

Der Versuch, die gegnerische Deckung mit weiten Schlägen zu überrumpeln, misslang auch deshalb, weil der Assistent - nicht immer berechtigt - Simon Snaschel und Coprak im Abseits stehen sah. Große Aufregung gab es, als Snaschel nach Freistoßflanke von Coprak das Leder an die Unterkante der Latte setzte (23.). Der Ball sprang hinter der Torlinie auf, was zumindest gut postierte Fans sahen. Von diesem Zeitpunkt an verloren die Gäste ihre Dominanz, ohne den erkrankten Regisseur Niklas Markert fehlte eine Schaltstation im Mittelfeld. "In der Kabine habe ich die Spieler zu mehr Ruhe im Spielaufbau aufgefordert", berichtete nach dem Abpfiff der enttäuschte TSV-Coach, aber die Sicherheit im Spiel des Favoriten ging endgültig verloren, als die Schell-Schützlinge den ersten Angriff nach dem Wiederanpfiff zum Ausgleich nutzten. Nach einer Hereingabe des fleißigen Timo Kaiser grätschte Philipp Schmitt das Spielgerät an Keeper Lorenz Büttner vorbei ins kurze Eck.
Die SVler witterten sofort Morgenluft, einen Freistoß von Neuzugang Steven Klitzing entschärfte Büttner gerade noch im Nachfassen. Eine Viertelstunde später, seine Vorderleute brachten sich durch unverständliche Fehler im Spielaufbau selbst in die Bredouille, musste sich der Gäste-Keeper erneut geschlagen geben, als nach einer unsauberen Kopfballabwehr der aufgerückte Verteidiger Willi Voss den Ball per Dropkick in den Torgiebel setzte. Die weiter engagiert kämpfenden Platzherren hätten die Führung ausbauen können, doch Kaiser und Schmitt vergaben gute Möglichkeiten, der eingewechselte Marco Weber hatte bei einem Lattenschuss Pech. Als Klitzing freistehend das Leder an den Außenpfosten schlenzte, war die Vorentscheidung verpasst. Die einzig nennenswerte Offensivaktion der Dietz-Mannen im zweiten Durchgang entschärfte Frank Popp, als er einen Hinterhaltschuss von Denny Mangold aus dem Eck fischte (91.). "Der Anfang im Kampf um den Klassenerhalt ist gemacht", so das Fazit von Schell.
Ramsthal: Popp - Danz, Brand (75. M. Schmitt), J. Mock, Voss - M. Mock, Klitzing, B. Morper, Ph. Schmitt - S. Ott (81. Weber), T. Kaiser.
Münnerstadt: Büttner - May, J. Schmittzeh, Köhler (77. Müller), D. Mangold - L. Schmittzeh, Schmitt, Kröckel, Markert (72. Katzenberger) - Snaschel, Coprak (81. Kheder).

TSV Rannungen - SV Burgwallbach/Leutershausen 1:1 (1:1). Tore: 1:0 Fabian Erhard (1.), 1:1 Denis Vogel (3.). Rot: Matthias Peuker (89., Rannungen).
Für nicht wenige Fans war der Spielverlauf ärgerlich. "Denn bis die vom Parkplatz zum Nebenplatz gelaufen waren, stand das Endergebnis schon fest", so TSV-Pressesprecher Ludwig Berninger. Die Kontrahenten hielten sich nicht lange mit Vorreden auf. Nach Steilpass von Michael Röder spurtete Fabian Erhard auf davon, umkurvte Keeper Mario Mölter und schob aus spitzem Winkel ein. Doch die Freude der Einheimischen währte nicht lange, denn schon im Gegenzug fiel der Ausgleichstreffer. "Frag mich lieber nicht", so der Kommentar des TSV-Goalies Florian Erhard, der den Treffer auf die eigene Kappe nahm. Nach einem Rückpass rutschte ihm die Kugel auf dem tiefgründigen Platz über den Spann, der nachsetzende Denis Vogel schob sie in den verwaisten Kasten. Bis zum Halbzeitpfiff versuchten sich die Gastgeber mit spielerischen Mitteln am neuerlichen Führungstreffer, was aber aufgrund der gut gestaffelten SV-Deckung nicht gelang. Die Gäste suchten ihr Heil in der Offensive mit langen Schlägen auf ihren Torjäger Benedikt Floth, was aber auch nicht von Erfolg gekrönt war. Im zweiten Durchgang erhöhten Floth & Co das Tempo, verlagerten das Spiel nun weiter Richtung TSV-Tor, doch großartige Torgelegenheiten ergaben sich beidseits erst einmal nicht. Den Platzherren fiel zunehmend weniger ein, sie verzettelten sich zu oft in Zweikämpfen und hatten schließlich Glück, dass sie überhaupt noch einen Punkt über die Zeit retteten. Denn in der 85. Minute startete Floth durch, scheiterte aber freistehend an Florian Erhard. "Da hatte er seinen Fauxpas beim Gegentreffer wieder wettgemacht", so Berninger über den TSV-Keeper, der auch den platzierten Flachschuss von Vogel gerade noch um den Pfosten lenkte. Dass sich beide Teams in neunzig Minuten nichts schenkten, bewies der Platzverweis nach überhartem Einsteigen von TSV-Neuzugang Matthias Peuker.

FC Untererthal - TSV Großbardorf II 1:3 (1:0). Tore
: 1:0 Lukas Tartler (12.), 1:1 Johannes Kanz (51.), 1:2 Adrian Reith (78.), 1:3 Tobias Breunig (91.).
"Großbardorf hat aufgrund der Leistung in der zweiten Halbzeit verdient gewonnen", zog FC-Spielertrainer Michael Hammer ein für ihn ernüchterndes Fazit im Spiel gegen die Bayernliga-Reserve. Der erhoffte Sprung aus der Abstiegszone heraus gelang nicht, "weil wir bei zwei Standards vermeidbare Gegentreffer kassiert haben". Dabei gelang der Viktoria ein optimaler Start in diesem Kellerduell. Nach einem weiten Schlag tauchte Lukas Tartler frei vor TSV-Keeper Christian Dietz auf und überwand diesen im zweiten Versuch. In einer an Torchancen armen Partie besorgte Johannes Kanz für die spielerisch besseren Gäste den Ausgleich, als er nach einer Stunde und einer von Tobias Breunig hereingegebenen Ecke unbedrängt einnicken durfte. Die Schützlinge von Markus Bach setzten sofort nach und rannten auf das von Daniel Hammer gehütete Tor an. Als nach einer Freistoßflanke von Nico Wirsing die FC-Deckung den Ball nicht aus der Gefahrenzone brachte, setzte Adrian Reith diesen kurzentschlossen unter die Latte. Die Ausgleichsbemühungen der Platzherren waren vage, Torgelegenheiten gab es nicht. In der Nachspielzeit schlenzte Tobias Breunig das Leder um die Mauer herum unhaltbar in die Maschen. "Nächste Woche müssen wir uns beim Derby in Thulba in allen Bereichen steigern", so das Resümee des enttäuschten FC-Coaches.