Nüdlingen

Nüdlinger Crosslauf wird zur Geschichtsstunde

An den Bruderkrieg von 1866 erinnern die Nüdlinger auch auf sportliche Art und Weise, nämlich mit einem Crosslauf, der an die Strapazen von einst erinnert.
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Fabian Weber (hinten) und Andreas Müller auf einem der Hindernisse in der Nähe des Nüdlinger Schlossbergs. Foto: Jonas Schneider
Fabian Weber (hinten) und Andreas Müller auf einem der Hindernisse in der Nähe des Nüdlinger Schlossbergs. Foto: Jonas Schneider
Wir wollen Geschichte greifbar machen", sagt Edgar Thomas, der Vorsitzende des Arbeitskreises Bruderkrieg 1866. Vor 150 Jahren, am 9. und 10. Juli, hatte der deutsche Bruderkrieg zwischen Bayern und Preußen das Gebiet um Bad Kissingen erreicht. Nüdlingen wurde zum Schlachtfeld am 10. Juli 1866. "Wir haben uns vor zwei Jahren gegründet, um das Wissen über die Historie und die Menschen zusammenzuführen", so Thomas zur Gründung des Arbeitskreises. "Damals marschierten die bayrischen Truppen über den Schlossberg, um die Preußen anzugreifen", erklärt der Zweite Bürgermeister. Und: "Anlässlich des Ereignisses vor 150 Jahren entschlossen wir uns, das Nüdlinger Fläär, das eigentlich im Juni stattfindet, am historischen Wochenende des 10. Juli auszurichten", so der 50-Jährige.


Es wird bereits trainiert

Traditionell findet beim Nüdlinger Fläär eine Laufveranstaltung statt. Letztes Jahr beispielsweise gab es erstmals ein "bike&run". Dieses Jahr entschied sich das zehnköpfige Organisationsteam des Arbeitskreises 1866, einen Crosslauf am historischen Schlossberg zu veranstalten. Fabian Weber und Andreas Müller sind Teil des Orga-Teams und werden am 9. Juli ebenfalls an den Start gehen. "Für uns ist dieser Lauf ein ganz besonderer, da wir mitorganisieren und der Lauf quasi ein Heimspiel ist", sagt Andreas Müller, der zusammen mit Fabian Weber schon einiges an Crosslauferfahrung, unter anderem beim jetzt schon legendären BraveheartBattle, gesammelt hat.

Für den Lauf trainieren die beiden mindestens drei Mal die Woche zusammen. "Beim Crosslauf können wir an unser Limit gehen und auch Teamfähigkeit ist ein wichtiger Aspekt bei den Hindernisläufen", so die beiden Athleten, die für das Team "BHB-Trainingscamp" an den Start gehen Am Nüdlinger Sportplatz beginnt der elf Kilometer lange Lauf (2 Runden á 5,5 km), der überwiegend durch Waldgelände, Steigungen und Gefälle führt. Dabei müssen die Sportler pro Runde zwölf Hindernisse überwinden. "Besonders interessant wird das Wasserbombenhindernis. Die Kinder, die zuvor die Möglichkeit haben am Kids Run über 400 Meter und beim Junior-Run über 800 Meter teilzunehmen, werden den Teams und Einzelpersonen durch Wasserbombenbeschuss den Lauf erschweren", sagt Mitorganisator Wolfgang Wilm.


Für Sicherheit ist gesorgt

Bis zum Donnerstag vor dem Lauf haben Interessierte die Möglichkeit, sich per Internet auf der Homepage "bruderkrieg1866.de" für einen der Läufe anzumelden. Neben dem Team- und dem Kids-Lauf besteht die Möglichkeit als Einzelteilnehmer die volle oder die halbe Strecke zu laufen. "Jeder soll ins Ziel kommen, das Verletzungsrisiko ist gering, aber auch Malteser, Bergwacht und Streckenposten werden ein Auge auf die Teilnehmer werfen", sagt Edgar Thomas.

Für die Zuschauer wird der Sportplatz vor der Nüdlinger Schlossberghalle der interessanteste Punkt sein. Neben dem Start liegt hier auch der Endpunkt der Strecke. Nach den Strapazen auf historischem Terrain können die Läufer den Tag auf dem Nüdlinger Fläär ausklingen lassen. Den Siegern winken Sachpreise. Die damaligen Soldaten hätten sich über einen solch entspannten Tagesausklang vermutlich gefreut.
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