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Obererthal
Juniorenfußball

In Obererthal: Spielen schlägt sture Taktik

Die U13 aus Obererthal mischt als Dorfverein in der nächsten Saison in der Bezirksoberliga im Konzert der Großen mit. Sie trainieren auch unkonventionell.
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Spielmacher Elias Schneider lässt einen Abwehrspieler der JFG Sinn-/Schondratal aussteigen, im Hintergrund beobachten Elias Pump und Lukas Greinwald die Situation. Foto: Gerald Betz
Spielmacher Elias Schneider lässt einen Abwehrspieler der JFG Sinn-/Schondratal aussteigen, im Hintergrund beobachten Elias Pump und Lukas Greinwald die Situation. Foto: Gerald Betz
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Da sage einer noch, dass die vermeintlichen kleinen Dorfvereine nicht in der Lage sind, im Juniorenbereich höherklassigen Fußball zu spielen. Die SG Obererthal widerlegt jedenfalls diese These mit dem Aufstieg in die Bezirksoberliga.

Das U13-Team, das vom früheren Fuchsstädter Torjäger Gerald Betz gecoacht wird, und der mit Anton Heilmann und Bernd Richter auf zwei hervorragende Co-Trainer bauen kann, hat dieses Ziel geschafft. Intensive Trainingsarbeit, der Ehrgeiz der Spieler und die großer Unterstützung der Eltern haben all dies Wirklichkeit werden lassen. Die Mannschaft belegte zwar in der Kreisliga nur Platz zwei hinter dem TSV Großbardorf II. Letzterer kann allerdings nicht aufsteigen.


"Wir haben nicht lange überlegen müssen, ob wir das Aufstiegsrecht wahrnehmen werden", betont Betz, "für die Spieler ist es doch in jeder Hinsicht ein Erlebnis, doch einmal im Spielbetrieb gegen Viktoria Aschaffenburg oder die Würzburger Kickers anzutreten". Seine Jungs, die zum Teil auch aus Nachbarorten anfahren und sich so den wesentlich längeren Weg zu den Spitzenmannschaften nach Schweinfurt und Großbardorf ersparen, haben sich diese Partien durch große Leistungsbereitschaft und eine bemerkenswerte Trainingsbeteiligung verdient.

"Dass wir in der BOL wahrscheinlich nur um den Klassenerhalt kämpfen werden, ist kein Hindernis bei unseren Aufstiegs-Überlegungen gewesen" konstatiert Betz, "die Mannschaft ist mental so gefestigt, dass sie auch Niederlagen verkraften wird".


Gutes Training spricht sich herum

Der Kader umfasst derzeit 16 Spieler, wobei noch der eine oder andere Akteur aus der näheren Umgebung zu den Rot-Weißen stoßen wird. Dieses Interesse gründet vor allem darauf, dass sich die gute Trainingsarbeit herumgesprochen hat. Dabei verfolgen Betz und seine Kollegen ein Konzept, das nicht unbedingt den Verbandsrichtlinien entspricht. Dass das Flachpass-Spiel eingeübt wird, folgt ja noch der Verbandsphilosophie.

Dass die Talente aber auch noch mit Dribblings und vor allem mit hoher Risikobereitschaft agieren sollen, aber nicht. "Ich verstehe nicht, warum die Spieler nur auf ein System - viel Ballbesitz, nur kurze Pässe, geduldiger Spielaufbau, Vermeiden von 1:1-Situationen - getrimmt werden", kommentiert dies der Coach, "das macht doch das Spiel total berechenbar und mindert die Spielfreude".


Der Versuch zählt

Selbst wenn einmal ein Spieler so im Zweikampf den Ball verliert, wird er nicht gescholten: "Der Versuch allein zählt, und im Vordergrund steht bei uns immer das schnelle Eindringen in den gegnerischen Strafraum." Diese Spielweise war auch das Erfolgsrezept in der abgelaufenen Saison, wobei Betz froh ist, dass auch der Stützpunkt in Münnerstadt unter Leitung von Thomas Hammer diese Art des Fußballs bevorzugt.


Stützpunkt Münnerstadt

Aktuell besuchen vier Spieler der SG regelmäßig den Stützpunkt: Hussein Akbari, Felix Vogel, Elias Pump und Elias Schneider profitieren dabei nicht nur individuell, sondern bringen ihr Können auch in der Mannschaft ein. Dabei zählt für Gerald Betz, der sich auf diesem Wege für die unglaubliche Unterstützung der Eltern und sonstiger Betreuer bedanken will, nur das Prinzip Leistung: "Wir haben so auch Spieler, die eigentlich noch in der U11 spielen könnten, in den Kader aufgenommen." Größe und temporäre körperliche Vorteile aufgrund unterschiedlichen Wachstumsfortschrittes spielen dabei bei der Kaderzusammenstellung keine Rolle.


Technik weiterentwickeln

Wichtig ist für Betz, "dass die technischen Fähigkeiten weiterentwickelt werden, das Hineinpressen in ein einziges taktisches Verhalten wie bei anderen Klubs steht nicht auf dem Plan."

Diese Zielsetzung war in dieser Saison jedenfalls von Erfolg gekrönt, in 16 Ligaspielen gingen seine Schützlinge 13 Mal als Sieger vom Platz.

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