Oerlenbach

Eine Spielgemeinschaft im Ausnahmezustand

Die SG Oerlenbach/Ebenhausen macht den Aufstieg in die Kreisklasse doch noch klar mit dem Sieg über die SG Frickenhausen/Mellrichstadt.
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Es ist vollbracht: Extremer Druckabfall bei Christian Burigk von der SG Oerlenbach/Ebenhausen. Foto: Jürgen Schmitt
Es ist vollbracht: Extremer Druckabfall bei Christian Burigk von der SG Oerlenbach/Ebenhausen. Foto: Jürgen Schmitt
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SG Oerlenbach/Ebenhausen - SG Frickenhausen/Mellrichstadt 2:1 (1:0). Tore: 1:0 Yannic Franz (5.), 2:0 Christian Heim (51.), 2:1 Marco Martin (84.).
Am Limit. Ja, es war ein Spiel der Extreme, das die Protagonisten da boten in den Hofwiesen zu Bad Neustadt. "Die Spannung am Schluss hätten wir wirklich nicht mehr gebraucht", schnaufte Thorsten Büttner ganz tief durch, bevor es die nächste Bierdusche gab für den Spielertrainer der SG Oerlenbach/Ebenhausen. Um den 40-Jährigen herum herrschte der Ausnahme-Zustand. Die Fans im prall gefüllten und sangesfreudigen Block ließen ihre Helden in allen Varianten hochleben, während die Spieler einen Jubelschrei nach dem anderen aus den müden Leibern quetschten. "Das ist ein wunderbares Erlebnis und wie ein Finale. Ein Traum, solche Emotionen erleben zu dürfen", schob der Trainer nach, der doch selbst schon so viele Schlachten geschlagen hat. Und der im Vorfeld keinen Hehl daraus gemacht hatte, dass ein Nichtaufstieg eine herbe Enttäuschung gewesen wäre. Verständlich, denn der Kader ist breit aufgestellt und von beachtlicher Qualität. Von unglaublichem Verletzungspech war die Spielgemeinschaft allerdings in dieser Saison verfolgt, mit ein Grund für die knapp verpasste Meisterschaft.


Taktisch flexibel

Perfekt geriet der Start des Vizemeisters der A-Klasse Rhön 2, weil Yannic Franz volley und technisch anspruchsvoll das Leder im langen Eck parkte nach der maßgenauen Flanke von Joachim Hofmann, der erst in der Viererkette den Außenverteidiger gab, um später das Flügelspiel im Mittelfeld zu forcieren. Taktische Flexibilität, die Büttner von seinem Team einfordert. Und die schlussendlich dafür sorgte, dass der A-Klassist den besseren Fußball zeigte mit guten Gelegenheiten insbesondere für SG-Goalgetter Matthias Dees, der dreimal in aussichtsreicher Position ohne Fortune im Abschluss blieb, während nach feiner Einzelleistung dem Versuch von Yannic Franz Kraft und Präzision fehlten. Nach der ersten Trinkpause fand der Kreisklassist aber besser in die Begegnung. Beachtlich, mit welcher Cleverness und Finesse sich der routinierte Regisseur Thomas Omert immer wieder Räume schuf, um seine Kollegen mit gescheiten Bällen zu versorgen. Gefordert war SG-Keeper Steffen Rauh aber nur einmal mit der Faustabwehr beim Freistoßball von Benjamin Diemer, zwei Fernschüsse strichen knapp am Kasten vorbei.


Ausgerechnet Christian Heim...

"Wir haben an unsere Stärken geglaubt. Wir wollten draufgehen, so hat uns der Trainer für dieses Spiel eingestellt", sagte Matthias Dess, dessen Truppe erneut mit viel Schwung aus der Kabine kam mit zwei starken Aktionen von "Jo" Hofmann. Ins Schwarze traf dann aber einer, der in Sachen Toreschießen eigentlich unverdächtig daherkommt. Christian Heim hatte seine Freiheiten im Strafraum mit einem sauberen Abschluss gekrönt - es war tatsächlich das erste Saisontor der Fleißbiene. "Wenn man die Chancen sieht, müssen wir da mehr draus machen", analysierte später Thorsten Büttner. Weil seine Elf eben nicht den dritten Treffer nachschob. Die zwei Kopfbälle von Michael Bieber und Joachim Hofmann waren der Einstieg für eine Chancen-Orgie. Mitunter blitzsaubere Konter wurden zelebriert, aber die Krönung blieb aus für Matthias Dees, Sebastian Dees, Frank Schmitt oder Rafael Jarczyk. Und dann tatsächlich der Anschlusstreffer der Mannen um Trainer Marcel Töpel durch Marco Martin, als sich die Oerlenbacher und Ebenhäuser Zuschauer immer noch die Haare rauften ob der verpassten Möglichkeiten. "Das war klar, dass der Gegner alles nach vorne wirft. Wir hätten den Sack vorher längst zumachen müssen. Und die Kräfte haben auch nachgelassen", wusste SG-Kapitän Alexander Müller, der in der Innenverteidigung mit Michael Bieber eine echte Institution ist. Und der die letzten langen Bälle der mitsamt Tormann stürmenden Rhön-Grabfelder aufmerksam verteidigte, sodass der knapp am Tor vorbeisegelnde 40-Meter-Heber von Joachim Hofmann nicht mehr ins Gewicht fiel.
Neun gelbe Karten hatte der hervorragende Schiedsrichter Sebastian Cornely (Bad Neustadt) in dieser intensiven Begegnung gezückt. Doch bei aller Passion war die Begegnung auch von gegenseitigem Respekt geprägt. Ehrliche Glückwünsche gab es hernach vom unterlegenen Team. Dazu eine bockstarke Kulisse mit 1170 zahlenden Zuschauern - das war Relegation von ihrer besten Seite.
Oerlenbach/Ebenhausen: Rauh - Heim, Müller, Bieber, Hofmann - Burigk, Y. Franz, Cazzella, Schmitt, Büttner - M. Dees. Rückwechselspieler: S. Dees, Borst, Jarczyk.
Frickenhausen/Mellrichstadt: Zeka, Schmitt, Stahl, Benkert, Henkel, Breier, Graßmann, N. Müller, Omert, B. Diemer, F. Diemer. Rückwechselspieler: Martin, K. Müller.

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