Hammelburg
Volleyball 3. Liga

Eine Haarspray-Beauftragte im Team

Die Hammelburger Mädels gehen zuversichtlich in die Partie gegen den Tabellenführer aus Nürnberg. Die Neuzugänge Theresa von Waldenfels und Johanna Lesch haben sich gut eingelebt.
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Sieht ihre Stärken im Angriff und ist außerdem die Haarspray-Beauftragte für das gesamte Team: Theresa von Waldenfels. Foto: ssp
Sieht ihre Stärken im Angriff und ist außerdem die Haarspray-Beauftragte für das gesamte Team: Theresa von Waldenfels. Foto: ssp
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TV/DJK Hammelburg - VfL Nürnberg.
"Das ist der bisher härteste Brocken für uns", meint Hammelburgs Damentrainer Olli Möller zum VfL Nürnberg (1./15), der an diesem Samstag in Hammelburg (7./7) gastiert. Die Nürnberger haben nach fünf Spielen noch eine weiße Weste, entweder 3:0 oder 3:1 gewonnen. "Da kann man schon von einer gewissen Souveränität sprechen. Verstecken wollen wir uns aber, wie immer, auf keinen Fall", kündigt Olli Möller an, den die knappe Niederlage gegen Eisel fing noch immer wurmt. "Aber man hat gesehen, dass wir mithalten können. "Wenn wir einen Sahnetag erwischen, nehmen wir vielleicht gegen den VfL wieder einen Punkt mit." Ein Fragezeichen steht für den Coach hinter dem Einsatz von Christin Heim, die beruflich eingespannt ist und möglicherweise nicht rechtzeitig zum Spiel kommen kann. Carina Keilholz steht aber auf jeden Fall bereit.
Zudem gehören die Neuzugänge Theresa von Waldenfels und Johanna Lesch zum Aufgebot. Beide sind sowohl auf der AußenAnnahme als auch der Diagonalposition einsetzbar. In einem Gespräch haben wir mehr über sie erfahren.

Ihr seid neu in der Hammelburger Mannschaft. Was hat Euch hergelockt? Was zeichnet den Verein aus?
Theresa von Waldenfels: "Ich kannte einige Hammelburger Mädels von der Unimannschaft. Die Einladung zum Probetraining hab' ich gerne angekommen, weil ich große Lust auf die 3.Liga hatte und die Anfahrt (dank der Baustellen auf der A7 immer noch ätzend) ein bisschen kürzer ist als nach Meiningen.
Johanna Lesch: "Nach Hammelburg gelockt hat vor allem die Stimmung und der Zusammenhalt der Mannschaft und die Herausforderung 3. Liga. Der Verein zeichnet sich aus durch die Unterstützung der Volleyballer."

Wo habt Ihr vorher gespielt und wie lange spielt Ihr schon Volleyball?
von Waldenfels: "Vorher habe ich drei Jahre in Meiningen gespielt. Mit elf Jahren hab ich bei der VG Hof mit Volleyball angefangen und zwischendurch auch in der Jugendmannschaft des TSV Neudrossenfeld gespielt."
Lesch: "Volleyball spiel ich seit elf Jahren. Mein Heimatverein, für den ich neun Jahre aufgeschlagen habe, war der TSV Gerchsheim. Danach folgten zwei Jahre in Rottenberg."

Wo seht Ihr Eure Stärken im Team?
von Waldenfels: "Meine Stärke im Team ist wohl der Angriff und vor allem die Tatsache, dass ich vorhabe, noch einiges dazuzulernen. Außerdem bin ich Haarspray-Beauftragte für das gesamte Team."
Lesch: Meine Stärke ..., vielleicht das unermüdliche Anfeuern, ob neben oder auf dem Feld. Bis zum Spielende an den Sieg zu glauben und zu versuchen, alle mit der Stimmung mitzureißen.

Was macht Ihr studienmäßig oder beruflich? Lässt sich das mit Volleyball unter einen Hut bringen?
von Waldenfels: "Ich studiere Psychologie im vierten Semester (was natürlich nicht ganz ohne ist) und hab, davon abgesehen, immer viel vor. Fürs Training nehme ich mir aber immer Zeit - ich kann halt nicht behaupten, dass ich immer tiefenentspannt bin, mir raucht manchmal schon der Kopf."
Lesch: "Ich arbeite als MTA an der Uniklinik in Würzburg. Meist lässt sich das gut unter einen Hut bringen und ist oft einfach ein super Ausgleich zum stressigen Berufsalltag. Doch auch bei uns gibt es Tage, an denen man länger arbeiten oder spontan jemand vertreten muss und ich es dann nicht mehr zum Training schaffe... Zum Glück ist das eher eine Ausnahme."

Irgendwelche Rituale vor oder nach den Spielen? Lieblings-Mucke?
von Waldenfels: "Ritual nach dem Spiel - ich bin tatsächlich großer Fan vom Ausdehnen. Was die Musik betrifft, lasse ich mich komplett auf Carinas Auswahl ein."
Lesch: Richtiges Ritual hab ich wohl nur eines - das aber auch schon so lange ich mich erinnern kann: vor jedem Spiel esse ich eine Banane, ganz oder zumindest zum Teil, da ich auch gerne den anderen einen Biss davon als Energieschub abgebe (lacht). Und auch die gemeinsame Tasse Kaffee vor dem Spiel schleicht sich in Hammelburg langsam bei mir ein. Lieblingsmusik hab ich vor dem Spiel nicht direkt, aber in Carinas Playlist findet sich immer etwas, das für gute Laune sorgt. Wobei man dann auch gerne mal gemeinsam mitsingt oder das tanzen anfängt."
Was ist Eurer Meinung nach bei der unglücklichen Heimniederlage gegen Eiselfing schief gelaufen, was soll/muss noch besser werden?
von Waldenfels: "Es ist mir schleierhaft, wie wir das Spiel gegen Eiselfing noch aus der Hand geben konnten. Klar ist das eine talentierte Mannschaft, aber mit noch ein bisschen mehr Kampfgeist, Durchsetzungsvermögen - und dem nötigen Glück - gewinnen wir das Rückspiel."
Lesch: "Schwierig zu sagen, was am Ende nicht gepasst hat. Vielleicht hat einfach ein bisschen der letzte Wille/Glaube gefehlt, es durchziehen und schaffen zu können. Zudem haben die Eisel finger ab Satz drei eine Schippe drauf gelegt. Aber nicht umsonst gibt es ein Rückspiel... "

Mit Nürnberg kommt der Tabellenführer, rechnet Ihr Euch Chancen aus?
von Waldenfels: "Von der Spielweise der besseren Mannschaften kann man sich wunderbar mitreißen lassen, sodass ich glaube, gegen Nürnberg wird es ein geiles Spiel und es ist definitiv alles drin."
Lesch: "Wenn wir frei aufspielen und unser Spiel durchziehen haben wir gegen jeden Gegner in unserer Liga eine Chance. Somit wird es auch dieses Wochenende bestimmt wieder ein spannendes Spiel geben, bei dem wir um Punkte einzufahren, natürlich die Unterstützung der Fans brauchen. Denn gute Stimmung in der Halle kann einen super voran treiben und motivieren."

Und was meint der Trainer zu seinen neuen Spielerinnen?
Olli Möller: "Bei Theresa hatte man seid der ersten Trainingseinheit das Gefühl, dass sie schon immer ein Teil der Mannschaft ist. Sie passt einfach richtig gut rein und ist aufgrund ihrer Athletik und Technik eine echte Verstärkung. Einzig ihr Ehrgeiz und damit ihr eigener Kopf stehen ihr manchmal im Weg um eine konstante Leistung auf hohem Niveau zu bringen, aber das bekommen wir schon hin (lacht). Johanna hatte gegenüber Theresa den schwierigeren Start. Gerade im Vorfeld der Saison konnte sie nicht immer mittrainieren. Mittlerweile kommt sie aber immer besser in Schwung und die Abstimmung mit der Mannschaft wird immer besser."

Das Gespräch führte Tom Schulze.
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