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Bad Kissingen
Eishockey Landesliga

Ein Pfiff erzürnt Rudel-Boss Mikhail Nemirovsky

Eine starke Defensivleistung und ein überragender Wölfe-Goalie Michael Gundlach können nicht verhindern, dass das Derby gegen die Mighty Dogs knapp verloren geht vor einer beeindruckenden Kulisse.
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Glanztaten in Serie vollbrachte Goalie Michael Gundlach (am Boden). Überhaupt boten die Kissinger Wölfe gegen die Mighty Dogs aus Schweinfurt eine exzellente Defensivleistung bei der 1:2-Derbyniederlage gegen den weiter ungeschlagenen Tabellenführer. Foto: Hopf
Glanztaten in Serie vollbrachte Goalie Michael Gundlach (am Boden). Überhaupt boten die Kissinger Wölfe gegen die Mighty Dogs aus Schweinfurt eine exzellente Defensivleistung bei der 1:2-Derbyniederlage gegen den weiter ungeschlagenen Tabellenführer. Foto: Hopf
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Kissinger Wölfe - ERV Schweinfurt 1:2 (0:0, 0:0, 1:2).
Auch eine Form von Wertschätzung. Die Schweinfurter Fans feierten den Derbysieg, als ob soeben die Rückkehr in die Bayernliga gelungen wäre. Dabei hatten die Mighty Dogs doch nur gegen den kleinen Nachbarn gewonnen. Aber der ist so klein eben nicht, hatte in der vergangenen Saison beide Vergleiche gewonnen. Und dieser Stachel saß offensichtlich tief. Sehr tief.
Die offiziell 800 Zuschauer sorgten endlich einmal für prickelnde Atmosphäre. Etwa die Hälfte davon hatte der Tabellenführer mit an die Saale gebracht, entsprechend heißblütig war die Unterstützung. Da wurde getrommelt, gesungen und geschimpft. Aber erst einmal nicht gejubelt. Auf beiden Seiten nicht. Keine Treffer sollten in den ersten beiden Dritteln fallen.
"Benni Dirksen ist für mich der beste Torwart der Liga", lobte Wölfe-Spielertrainer den gegnerischen Goalie über den grünen Klee. Vergaß aber auch nicht Michael Gundlach zwischen den Kissinger Pfosten, "der ebenfalls eine überragende Leistung gezeigt hat". Stimmt.

Was der Neuzugang vom Oberligisten Wedemark Scorpions da alles parierte, war schlichtweg sensationell und nötigte auch den gegnerischen Unterstützern Szenenapplaus ab. Vor allem im Mitteldrittel stand der 28-Jährige unter Dauerbeschuss, als sein Team gleich fünf Unterzahl-Situationen zu überstehen hatte. A propos Fairness. Alles blieb - für ein Derby - im Rahmen mit 18 Strafminuten für die Kurstädter und deren 12 für die Truppe von Stephen Heckenberger, die ohne Simon Knaup (Knieprobleme) antreten musste, aber dennoch im Kader breiter besetzt war als der Hausherr.

Dass die Kissinger mit versteinerten Mienen vom Eis gingen, lag an exakt einer Strafzeit, die sich spielentscheidend auswirken sollte. "Diese zwei Minuten gegen uns waren ein Witz. Da gab es rein gar nichts zu pfeifen", kritisierte Nemirovsky die Entscheidung der Unparteiischen gegen Philipp Golz. Keine 60 Sekunden später erzielte Pascal Schäfer den Siegtreffer für die Gäste (58.), die in Führung gegangen waren durch Maximilian Rabs (43.). Ein Wirkungstreffer für die Kissinger Wölfe, die danach auf die Fangkünste ihres Torwarts vertrauen mussten. Die aber eben über genügend Qualität verfügen, um ein Comeback zu starten. Was gelang mit dem Ausgleich durch Konstantin Firsanov nach dem Assist von Viktor Ledin. "Ich bin stolz auf die Leistung meiner Mannschaft. Das war ehrliches Eishockey. Und unsere Verteidiger samt Goalie haben für mich die beste Saisonleistung gezeigt", betonte Mikhail Nemirovsky die positiven Aspekte des Spiels. "Für die Fans war es jedenfalls beste und spannende Unterhaltung. Verlieren gehört zum Sport dazu. Aber ich bin mit unserem Auftritt definitiv sehr zufrieden", sagte der 41-Jährige.

Weiter geht es für die Kissinger Wölfe bereits am Freitagabend mit einem weiteren Heimspiel. Zu Gast ist die Oberliga-Reserve des VER Selb, die am Sonntag in Haßfurt mit 2:11 und zwei Tage zuvor gegen die Mighty Dogs mit 2:5 verloren hatte. Nicht mehr als ein Pflichtsieg für den Favoriten. Ein solcher soll es auch für die Saalestädter werden, die bereits das Hinspiel mit 4:2 gewonnen hatten. "Wir haben die drei Punkte fest eingeplant, damit stünden wir so gut wie sicher in der Zwischenrunde", sagt Nemirovsky. Platz drei soll gehalten werden, Platz vier würde genügen. Dort stehen übrigens nun die "Falken" aus Haßfurt, die am Wochenende auch deutlich in Nürnberg gewonnen hatten und damit auf Tuchfühlung mit den Wölfen sind.

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