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Albertshausen bei Bad Kissingen
Spiel der Woche

Ein Eigentor wird fast zum Bumerang

Mit zwei sehenswerten Treffern bringt Markus Metz die SG Albertshausen/Garitz II auf Kurs. Doch der Fehlschuss von Denis Knopp kurz vor dem Pausenpfiff wird zum wahren Muntermacher für die SG Oberbach/Riedenberg II.
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Fallstudie: Alexander Baldauf und André Römmelt haben sich hingelegt. Lukas Scheller und André Halbig können sich noch auf den Beinen halten. Foto: Sebastian Schmitt
Fallstudie: Alexander Baldauf und André Römmelt haben sich hingelegt. Lukas Scheller und André Halbig können sich noch auf den Beinen halten. Foto: Sebastian Schmitt
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Fußball ist nur was für echte Kerle - dachten sich die Akteure am Samstag auf dem Albertshäuser Sportgelände und lieferten sich einen Schlagabtausch, der sich ordentlich gewaschen hatte. Vielleicht hätte der erfahrene Referee Manfred Vollert doch etwas früher zur gelben Kartonage greifen können, dann wäre es gerade in der Schlussphase nicht ganz so heiß hergegangen. So aber waren die Zweikämpfe das Salz in der Suppe, wobei Zweikämpfe nicht ganz die richtige Vokabel ist. Denn selten stritten sich weniger als drei oder vier Kicker um das runde Leder. Allen Nickligkeiten zum Trotz: Aus taktischer Sicht war das Match höchst interessant.


Merkwürdige Wende

Björn Schlereth coachte die gastgebende Spielgemeinschaft und war mit Feuereifer bei der Sache. Das schien auch nötig, denn seine Mannen waren im ersten Durchgang tonangebend und gaben mit zunehmender Dauer der zweiten Halbzeit das Heft merkwürdigerweise noch aus der Hand. "Das Eigentor direkt vor der Pause hat die Jungs etwas verunsichert. Wir hatten anfangs wirklich gut gespielt und Druck gemacht", zeigte sich der Coach angetan vom Auftreten der Platzherren in den ersten Minuten.
Doch die Gäste Jungs aus Oberbach und Riedenberg gaben bis in die Nachspielzeit hinein nicht klein bei und schnupperten immer wieder am Remis. Und so blieb Schlereth in Halbzeit zwei nichts anderes übrig, als sein Team immer wieder in die Defensive zu schicken. "Wir müssen uns eingestehen, dass der Gegner zunächst deutlich stärker war und wirklich viel Druck gemacht hat. Das mussten wir erstmal so hinnehmen", resümierte Oberbachs Trainer Mario Rüttiger.


Ein feiner Lupfer zur Führung

Schon nach sieben Minuten hatte Markus Metz seine Farben mit einem feinen Lupfer in Führung gebracht. Immer wieder wirbelte Metz die Oberbacher Hintermannschaft durcheinander. So war es denn auch kein Wunder, dass wiederum Metz mit einem bärenstarken Heber aus vollem Lauf in die Maschen traf. "Beide Tore waren toll gemacht", freute sich hernach der Garitzer Coach. Umso überraschender kam der Anschlusstreffer, als Denis Knopp das Leder nach einer Gäste-Ecke über die eigene Torlinie drückte. Insofern ziemlich unglücklich, weil ansonsten Freund und Feind mit besten Haltungsnoten grazil am Leder vorbeigesegelt wären. "Das war ein Schock", wusste Coach Schlereth, der seinen Jungs in der Kabine Mut für die zweite Halbzeit machte. Die Riedenberger und Oberbacher schmiedeten derweil draußen im Schatten ihre Pläne und mussten sich von Mario Rüttiger anhören, dass sie den Gegner nicht früh genug gestört hatten. Wobei die Albertshäuser körperlich äußerst robust wirkten und zu keiner Zeit gewillt waren, auch nur einen Meter Rasen herzuschenken.


Tempo auf den Außenbahnen

André Römmelt, seines Zeichens gefährlichster Goalgetter der Sinngrund-Kicker, hatte bis zur Pause vorwiegend auf der linken Außenbahn gezaubert. Das war zwar einerseits ganz im Sinne von Oberbachs Trainer: "Ich will auf den Außenbahnen unbedingt schnelle Spieler haben." Aber andererseits blieben Römmelts Bemühungen zunächst völlig erfolglos, weil die Platzherren den Riedenberger Offensivmann geschickt vom Strafraum wegdrängten. Hierbei zeigte sich Schlereths feines Gespür für die Stärken des Gegners, denn der Coach ließ meistens zwei Mann gleichzeitig gegen Römmelt verteidigen, was sich als kluge Entscheidung herauskristallisierte.
Erst in der Schlussphase orientierte sich Römmelt stärker ins Zentrum. Und das schmeckte der Albertshäuser Hintermannschaft gar nicht. Die Gastgeber setzten zwar im zweiten Durchgang einige sehenswerte Konter, wobei sich Oliver Flory als Antreiber auszeichnen konnte, aber im Abschluss agierten die Albertshäuser teilweise zu überhastet. So blieb die Partie eine ganz enge Kiste, zumal Oberbachs Coach Rüttiger schlussendlich mit zwei echten Spitzen agieren ließ. Doch mehr als ein Lattenkopfball von Christian Dorn (90.), einige Drehschüsse von Römmelt und Finnian Cartons Sololäufe sprangen nicht mehr heraus. Schiedsrichter Vollert sorgte für einen echten Krimi, als er drei Minuten nachspielen ließ und die Albertshäuser damit fast zur Verzweiflung brachte. Das Zittern sollte sich für die Platzherren aber lohnen, die sich ihre drei Punkte hart erarbeitet hatten.
"Wir haben auch noch genügend Spiele, um unsere Punkte zu machen. Immerhin war im Vergleich zum Debakel gegen Römershag ein Aufwärtstrend erkennbar", konnte selbst Oberbachs Coach der Niederlage etwas Positives abgewinnen. "Uns fehlt ein wenig der Zug zum Tor. Daran müssen wir arbeiten." Abteilungsleiter Simon Breitenbach hat nun zum Saisonauftakt zwei vollkommen unterschiedliche Kontrahenten beobachtet. Zunächst die "spielerisch starken" Aufsteiger aus Römershag und nun die körperlich robusten und kampfbetonten Absteiger, die zwar nicht ganz so elegant, dafür ungeheuer effektiv aufgetreten waren. "Wenn du am Ende im Abschluss selbst großes Pech hast, verlierst du diese Partie irgendwie zurecht", zeigte sich Breitenbach etwas resigniert.


Ungewöhnliche Sprünge

Spielerische Raffinessen wären auf dem ausgetrockneten Albertshäuser Geläuf ohnehin nicht so leicht zu realisieren gewesen. Die lange Dürreperiode hatte dem Rasen derart heftig zugesetzt, dass der Ball teilweise meterhoch auf dem knochentrockenen Boden aufsprang. Markus Metz hatte die ungewöhnlichen Sprünge des Balles bei seinen beiden Treffern am besten durchschaut. Die Oberbacher/Riedenberger Hintermannschaft wirkte unterdessen teilweise etwas orientierungslos. "Ball flach halten" wäre für die Gäste-Defensive wohl das richtige Rezept gewesen. "Es gibt so Tage, da springt selbst der Ball nicht so auf, wie man das selbst gerne hätte", meinte Oberbachs Coach Rüttiger. Humor ist, wenn selbst der Verlierer noch schmunzeln kann...

Tore 1:0, 2:0 Markus Metz (7., 40.), 2:1 Denis Knopp (43., Eigentor).

Albertshausen/Garitz II Heusinger - Faulhammer, Hauck, S. Schießer, Th. Schießer - Baldauf, Schlereth, Niebling, Flory, Knopp - Metz; eingewechselt: Körner, Halbig, Baier.

Oberbach/Riedenberg II Heublein - Kirchner, Gerhard, Annon, Henkel - Fuß, Schumm, Römmelt, Schäfer, Chr. Hergenröder - Scheller; eingewechselt: Bauer, F. Carton, Chr. Dorn.

Zuschauer 65.

Schiedsrichter
Manfred Vollert (MSV Ottendorf).


Die Rest-Spiele in der A-1

Gleich drei Partien der A-1 fanden bereits am Freitagabend statt. Mit seinem neuen Spielertrainer Christoph Mützel gelang dem SV Gräfendorf ein toller Start in die Saison. Nach dem klaren Auftaktsieg gegen Obereschenbach besaß auch der SV Ramsthal II nicht den Hauch einer Chance. Fulminant startete auch Kreisklassen-Absteiger TSV Stangenroth, der gegen Pfaffenhausen nichts anbrennen ließ. Erst Nachlässigkeiten in der Defensive ermöglichten den Gästen zwei Treffer. Nach neunzig Minuten ging der SV Machtilshausen als verdienter Sieger vom Poppenrother Platz. Dreh- und Angelpunkt im Spiel der Gäste war Markus Schmitt, der seine starke Leistung mit zwei sehenswerten Toren krönte. Poppenroth kam zwar zwischenzeitlich zum Ausgleich durch ein schönes Tor mit der Hacke, aber insgesamt stellte Machtilshausen das bessere Team.

Die bessere Mannschaft waren auch die Elfershäuser beim Duell am Sonntag gegen die Kicker aus Oberleichtersbach und Modlos. Doch die SGler nutzten ihre Konterchancen cool aus und behielten somit deutlich die Oberhand. Wenigstens gelang den Gästen noch der Ehrentreffer durch den Kopfball von Michael Mützel, was aber kein Trost gewesen sein dürfte. Hochverdient hingegen war der Erfolg der Pfaffenhäuser Aufsteiger im Nachbarschafts-Duell gegen die "Fuschter" Reserve. SV-Coach Benedikt Kress setzte mit einem sehenswerten Distanzschuss zum 3:0 den Schlusspunkt in der einseitigen Partie. Aufgrund einer starken kämpferischen Leistung belohnte sich auch der SV Römershag mit drei Zählern. Garant für den Dreier gegen Morlesau/Windheim war Elfmeter-Spezialist Christoph Ditzel, der seinen Versuch vom Kreidepunkt sicher ins Eck schob. Ein verwandelter Strafstoß brachte auch die Obereschenbacher beim Match gegen Stangenroth wieder zurück in die Spur. Insgesamt leisteten sich die FCler jedoch zu viele haarsträubende Stellungsfehler, sodass am Ende der 3:3-Endstand auf jeden Fall in Ordnung ging. Sehenswert war der Treffer zum 3:2, als sich FCler Florian Graf durchtankte und mustergültig seinen Bruder Andreas bediente.


SV Ramsthal II - SV Gräfendorf 0:5 (0:4). Tore: 0:1 Stephan Schreihanz (7.), 0:2 Christoph Mützel (30.), 0:3 Felix Thoma (37.), 0:4 Johannes Schmelz (44.), 0:5 Michael Beck (80.).
SG Poppenroth/Lauter II - SV Machtilshausen 1:2 (0:1). Tore: 0:1 Markus Schmitt (44.), 1:1 Anu-In Bamrumnok (61.), 1:2 Markus Schmitt (71.).
TSV Stangenroth - SV Pfaffenhausen 5:2 (4:0). Tore: 1:0 Nico Wehner (7.), 2:0, 3:0 Johannes Edelmann (18., 24.), 4:0 Enrico Rauch (42.), 4:1 Benedikt Kreß (55.), 4:2 Lukas Hofbauer (63.), 5:2 Oliver Hartung (70.).
SG Oberleichtersbach/Modlos - FC Elfershausen 5:1 (2:0). Tore: 1:0 Maximilian Knüttel (9.), 2:0 Alexander Heinze (43.), 3:0 Tobias Romeis (55.), 3:1 Michael Mützel (70.), 4:1, 5:1 Simon Wittmann (75., 88.).
FC Obereschenbach - TSV Stangenroth 3:3 (2:1). Tore: 0:1 Florian Wehner (13.), 1:1 Florian Graf (21., Foulelfmeter), 2:1 Benedikt Meder (37.), 2:2 Enrico Rauch (48.), 3:2 Andreas Graf (70.), 3:3 Enrico Rauch (88.).
SV Pfaffenhausen - FC Fuchsstadt II 3:0 (2:0). Tore: 1:0 Lukas Hofbauer (7.), 2:0 Daniel Böhm (35.), 3:0 Benedikt Kress (61.). Rot: Christian Wahler (55., Fuchsstadt). Gelb-Rot: Andreas Erb (79., Pfaffenhausen).
SV Römershag - SV Morlesau 1:0 (0:0). Tor: Christoph Ditzel (60., Foulelfmeter) smk/sml

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