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Großbardorf
Fußball Bayernliga

Die Gallier erzwingen das Glück und schlagen zurück

Der TSV Großbardorf macht einen 0:2-Rückstand wett und profitiert von Feuchter Undiszipliniertheiten.
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Der Schuss geht vorbei: Dominik Zehe (rechts, Großbardorf) hat abgezogen, doch sein Versuch verfehlt das Tor des SC Feucht (links: Fabian Diesner).  Foto: Günter Madrenas
Der Schuss geht vorbei: Dominik Zehe (rechts, Großbardorf) hat abgezogen, doch sein Versuch verfehlt das Tor des SC Feucht (links: Fabian Diesner). Foto: Günter Madrenas
TSV Großbardorf - SC Feucht 3:2 (0:2). Tore: 0:1 Sebastian Schulik (34.), 0:2 Daniel Gömmel (44.), 1:2 Simon Snaschel (50.), 2:2 Maximilian Zang (65., Foulelfmeter), 3:2 Björn Schönwiesner (85.). Rot: Maximilian Zischler (nach Abpfiff). Gelb-Rot: Jonas Marx (67.), Mario Swierkot (90., alle Feucht).

Ein irres Fußballspiel bekamen die wieder nur 240 Zuschauer in der Bioenergie-Arena zu sehen. Nach dem Abpfiff sah man nur jubelnde Spieler der Grabfeld-Gallier des TSV Großbardorf, während die Gäste vom SC Feucht in Tristesse verfallen waren und regungslos auf dem Boden kauerten. Was war geschehen? Nach gespielten 45 Minuten sahen die Gäste schon wie der Sieger bei einer 2:0-Führung aus.
Aber nach dem Wechsel wendete sich das Blatt und Großbardorf gewann noch 3:2.

Die Feuchter um Trainer Klaus Mösle hatten in dieser ersten Halbzeit fast alles richtig gemacht: "Wir haben die Mitte gut zugemacht und damit die Bardorfer fast ratlos gemacht." Dass die Grabfelder in dieser ersten Hälfte nicht an die Glanzleistung von Sand herankamen, ist unbestritten. Dennoch war TSV-Coach Dominik Schönhöfer nicht ganz unzufrieden: "Wir haben nicht schlecht gespielt." Tatsache war, dass bei einigen Akteuren im grünen Dress ungewohnte Fehlabspiele und Stockfehler zu sehen waren. Trotzdem hatten die Hausherren bereits hier einige super Möglichkeiten. So wurde Dominik Zehe von Simon Snaschel mustergültig bedient, setzte aber das Leder frei vor Gästekeeper Kevin Schmidt knapp am langen Eck vorbei. In der zweiten Szene zeigte der Schlussmann der Gäste sein ganzes Können und lenkte einen Piecha-Knaller aus 16 Metern zur Ecke und entschärfte einen Snaschel-Schuss aus 14 Metern.


Konfusion in der TSV-Abwehr

Doch dann kam die kalte Dusche für die Hausherren. Nach einem Ballverlust im Mittelfeld flanke Mario Swierkot haargenau auf Torjäger Sebastian Schulik, der ungehindert einköpfen durfte (34.). Vom Anstoß weg hatte Björn Schönwiesner die große Ausgleichschance, doch er scheiterte allein vor Schmidt an diesem. Kurz vor dem Pausenpfiff fiel sogar noch das 0:2. Nach einem Eckball und der folgenden Konfusion in der TSV-Abwehr drückte Daniel Gömmel den Ball über die Linie. "In der Pause bin ich überhaupt nicht laut geworden, sondern habe nur daran appelliert, weiter zu machen und ruhig zu bleiben. Das hat meine Mannschaft gut in die Tat umgesetzt", sagte Schönhöfer.

Natürlich war nach Wiederbeginn der schnelle Anschlusstreffer hilfreich. Nach einer wunderschönen Kombination war Bardorfs erfolgreichster Schütze Simon Snaschel zur Stelle. Vor der Partie hatte Snaschel seinen zehnten Saisontreffer erhofft und nun auch geschafft. Doch er hatte sich auch einen Dreier gewünscht - und auch dieser Wunsch wurde noch Wirklichkeit. "Wir haben jetzt noch einmal die Schlagzahl erhöht und gedrückt und gedrückt", freute sich Schönhöfer, während die Gäste, für ihren Trainer unverständlich, die Ordnung verloren. Ebenso unverständlich war für Mösle der Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Roman Potemkin (Kronach), der nach einer leichten Berührung von Daniel Gömmel an Manuel Orf auf den Punkt deutete. "Der Spieler war doch nur auf den Elfer aus und ließ sich sofort fallen", ärgerte sich Mösle. Maximilian Zang ließ sich nicht beirren und vollstreckte eiskalt.

Nur eine Minute später hatte Björn Schönwiesner bereits die Großchance zum 3:2, doch er schob den Ball aus 13 Metern vorbei. Wenig später flog sein Volleyschuss knapp am Tor der Gäste vorbei, die sich durch Undiszipliniertheiten selbst dezimierten. Erst flog Jonas Marx, später auch noch Mario Swiertok, beide wegen Meckerns, vom Platz. Trotzdem hatte der SC durch Philipp Mandelkow noch eine Möglichkeit, doch Marcel Wehr lenkte seinen Kracher über die Latte. Pech hatte der TSV bei einem Snaschel-Schuss an den Außenpfosten (78.). Nach 85 Minuten fiel die Entscheidung. Nachdem Stefan Piecha das Leder in den Strafraum hob, köpfte der eingewechselte Shaban Rugovaj den Ball genau auf die Stirn von Björn Schönwiesner, der mühelos vollendete. Dabei blieb es und die Bardorfer durften nach dem Abpfiff erst einmal aufatmen und ausgiebig jubeln. "Wir haben diesen Dreier erzwungen, weil wir ruhig weitergespielt und immer an uns geglaubt haben. Das war ein Sieg der Willenskraft. Feucht hat sich selbst aus dem Tritt gebracht", sagte Schönhöfer.
Großbardorf: Wehr - Zang, Orf, Hölderle, Kornagel (80. Rugovaj) - Piecha - Rieß (89. Katzenberger), Zehe, Schönwiesner - Snaschel (90. Ganz), Leicht.