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Bad Kissingen
Eishockey

Das positive Gefühl der "Wölfe"

Der Verkauf der Eissporthalle rückt immer näher, schon im August könnte der Deal über die Bühne gehen. Im Hintergrund wird an der neuen Saison gearbeitet.
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Der Chef bleibt an Bord: Auch in der kommenden Landesliga-Saison wird Mikhail Nemirovsky (M.) die Kissinger Wölfe als Spielertrainer auf die Eisfläche führen.  Foto: Hopf
Der Chef bleibt an Bord: Auch in der kommenden Landesliga-Saison wird Mikhail Nemirovsky (M.) die Kissinger Wölfe als Spielertrainer auf die Eisfläche führen. Foto: Hopf
Über Bad Kissingen hängt eine schwül-warme Dunstglocke, Gedanken an Eishockey kommen Anfang Juni eigentlich nicht in den Sinn. Säße einem nicht Vassili Ledin gegenüber. Der Vorsitzende des EC Bad Kissinger Wölfe treibt in der spiel- und eisfreien Zeit die Zukunft des Landesliga-Klubs voran. Und eben dieser blickt Ledin optimistisch entgegen: "Wir haben in den vergangenen Jahren viel bewegt, das soll und wird auch künftig so sein."

Ein entscheidender Punkt bei der künftigen Ausrichtung ist die Situation rund um die in die Jahre gekommene Eissporthalle. Dass die Stadt die 1976 errichtete Immobilie gerne veräußern würde, schon deshalb, weil alljährlich ein sechsstelliger Fehlbetrag aufläuft, ist bekannt.
Laut Ledin zeichnet sich nun eine zeitnahe Lösung ab, die laufenden Gespräche zwischen Stadt, Verein und einem russischen Investor könnten schon bald in einen Verkauf des Geländes münden. "Wir hoffen auf einen baldigen Vollzug", sagte der Unternehmer. Die Stadt Bad Kissingen hält sich noch bedeckt - bestätigt zwar die Gespräche, schweigt aber über deren Inhalt. "Wir geben in dieser Sache keine Wasserstandsmeldungen ab", sagte Thomas Hack, Pressesprecher der Stadt. Ledin wird konkreter: "Wir rechnen Mitte August mit einer Entscheidung. Auswirkungen auf den Spielbetrieb gibt es aber nicht, egal wie die Entscheidung ausfällt."


Mehr Eiszeit

Was würde ein Verkauf der Halle für den Verein und den Breitensport bedeuten? Der Investor, der dem Vernehmen nach aus Russland stammt, plane eine Modernisierung der Halle, um diese professionell nutzen zu können. Heißt: Die Halle soll womöglich auch anderen Sportarten zugänglich sein, weiterhin aber natürlich den Schulen und dem Ski-Club offen stehen. "Der Breitensport und unser Vereinsleben werden davon nicht negativ betroffen sein", sagte der Klub-Boss. Und, das ist für Ledin und die Wölfe wohl das Wichtigste: Es gäbe mehr Eismonate, nicht nur die übliche Zeitspanne von Oktober bis April, sondern vielleicht schon im Juni beginnend. Dies würde ganz neue Trainingsmöglichkeiten schaffen, zum einen für die Wölfe selbst, zum anderen auch für auswärtige Vereine. Die Rede ist vom Aufbau eines Trainingszentrums, das auch höherklassige Vereine in der Vorbereitung nutzen können. Denn Hallen mit derart vielen Eismonaten sind in ganz Deutschland ein rares Gut, von der näheren Umgebung einmal ganz zu schweigen. Obwohl einiges beim Hallen-Verkauf noch nicht final geklärt ist, arbeiten Ledin und sein Team im Hintergrund schon mit Hochdruck an der neuen Landesliga-Saison. Die dabei wohl wichtigste Personalie: Auch in der kommenden Saison wird Mikhail Nemirovsky der Trainer sein, der 41-Jährige geht dann in seine dritte Spielzeit bei den Wölfen.

Darüber hinaus sind auch einige Neuzugänge schon perfekt, die Namen möchte Ledin aber noch nicht herausrücken. "Das werden wir zu gegebener Zeit machen und den Kader dann auch offiziell präsentieren." Wo die Reise aus sportlicher Sicht hingehen soll, ist ebenfalls grob skizziert: Das Erreichen der Playoffs, wie in diesem Jahr, dürfte es gern wieder sein. Und irgendwann, so Ledin, würde man sicher mit der Bayernliga liebäugeln. Der 43-Jährige weiß aber, dass dies noch Zukunftsmusik ist. Was fehle, sei ein vernünftiger Unterbau, dies benötige schlicht noch Zeit: "Bis unser aktueller Nachwuchs in den Herren-Bereich nachrückt, dauert es noch einige Jahre." Zwei Jugend-Teams (Knaben und Schüler) gibt es derzeit, langfristig sollen es dann gerne drei Mannschaften sein (Jugend bzw. Junioren). Umso wichtiger sei es aktuell, Spieler von außerhalb für ein Engagement in der Kurstadt zu bewegen.

Für Ledin geht seine erste Amtszeit noch in diesem Jahr zu Ende, es stehen Neuwahlen an. Er hänge zwar nicht an seinem Posten, möchte aber gern weitermachen. Dafür bedarf es noch weiterer Personen, die sich ehrenamtlich für den Verein einbringen möchten. "Ein großes Danke geht an unsere Sponsoren, Helfer und Fans. Trotzdem können wir jede Unterstützung gut gebrauchen."

Wer die Kissinger Wölfe unterstützen möchte - als künftiger Sponsor oder helfende Hand im Hintergrund, kann per Mail (info@kissingerwoelfe.com) mit dem Verein in Kontakt treten.

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