Bamberg
Fußball Bayernliga

Bamberger steigen ab - und kämpfen weiter

Der FC Eintracht will den Fußball-Spielbetrieb trotz des bevorstehenden Insolvenzantrags bis Saisonende aufrecht erhalten.
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Die Tore des Fuchs-Park-Stadions bleiben fürs Erste offen. Dass sich bei den Heimspielen des FC Eintracht Bamberg aber noch lange Schlangen vor den Kassenhäuschen bilden, ist eher unwahrscheinlich. Foto: sportpress
Die Tore des Fuchs-Park-Stadions bleiben fürs Erste offen. Dass sich bei den Heimspielen des FC Eintracht Bamberg aber noch lange Schlangen vor den Kassenhäuschen bilden, ist eher unwahrscheinlich. Foto: sportpress
Das Stadtderby in der Bayernliga gegen den Lokalrivalen DJK Don Bosco am Karsamstag sowie das Nachholspiel am Ostermontag gegen den SV Haibach finden definitiv im Fuchs-Park-Stadion statt. Dies erklärte Jörg Schmalfuß, Interimsvorsitzender des FCE, auf Anfrage unserer Zeitung.

Auf einer gemeinsamen Sitzung haben Vorstand, Aufsichtsrat und Stiftungsvorstand - Letzterer ist Eigentümer des Vereinsgeländes Sportpark Eintracht - das weitere Vorgehen besprochen. Demnach wird der FC Eintracht, den Schulden in Höhe von 440 000 Euro drücken, erst nach dem Osterwochenende einen Insolvenzantrag stellen. "Dafür gibt es kein Datum. Wir wollen diese Woche nutzen, um zu prüfen, ob wir in der Lage sind, den Spielbetrieb bis zum Saisonende aufrecht zu erhalten", sagte Schmalfuß. Ist der Antrag auf Zahlungsunfähigkeit einmal gestellt, entscheidet jedoch der Insolvenzverwalter, ob der Spielbetrieb weitergeht. Auch wenn er grünes Licht gibt, muss das Insolvenzgericht entscheiden, ob ein Insolvenzverfahren eröffnet oder es mangels Masse abgelehnt wird. Fällt diese Entscheidung vor dem letzten Punktspiel, werden in beiden Fällen laut Paragraph 67 der Spielordnung des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) alle Partien mit Beteiligung des FC Eintracht aus der Wertung genommen, sodass die restlichen Partien bis Saisonende nur noch Freundschaftsspielcharakter hätten.

In jedem Fall gilt der Klub als Absteiger in die nächste Spielklasse. Trotz dieses Umstands geht Schmalfuß davon aus, dass ein Großteil des Bayernliga-Kaders dem Verein die Treue hält. Ein Anzeichen dafür: Beim 6:2-Sieg am vergangenen Samstag in Forchheim hat sich die Mannschaft von Trainer Petr Skarabela als verschworene Einheit präsentiert. "Ich hatte das Gefühl, dass meine Spieler sich von der Bamberger Situation mehr beeinflussen haben lassen als ihre. Unser Gegner hat wie aus einem Guss gespielt", staunte selbst Jahn-Trainer Michael Hutzler. Schmalfuß befürchtet dennoch, dass der ein oder andere den FCE noch verlassen wird, "denn da sind Spieler dabei, die von dem Geld leben müssen, das sie bislang bei uns verdient haben".

Ob die erste Mannschaft in der kommenden Saison nach einem Zwangsabstieg in der Landesliga antritt oder den Platz der "Zweiten" (derzeit Kreisklasse) einnimmt, ist für den Interimsvorsitzenden "nebensächlich. Wichtig ist, dass die Jugend bei uns weiterhin eine Heimat hat", so Schmalfuß - wenn es sein müsse, auch unter einem neuen Vereinsdach, in dem auch die anderen Abteilungen ein Zuhause hätten. "Das Nachwuchsleistungszentrum wollen wir halten", betont Schmalfuß. Die dafür notwendige Infrastruktur sei im Sportpark Eintracht vorhanden, die Stiftung Eintracht als Eigentümer ziehe am gleichen Strang: "Unser aller Ziel ist es, dass es weitergeht, sonst macht die Arbeit keinen Sinn."

Von Seiten des BFV ist keine kurzfristige Kündigung zu befürchten. "Ob bei einer Insolvenz der Status BFV-Nachwuchsleistungszentrum aberkannt wird, hängt vom Einzelfall ab. Wichtig ist, dass sowohl die infrastrukturellen Voraussetzungen wie auch die sportliche Situation, Stichwort Trainer, eine professionelle Talentförderung für die Nachwuchstalente aus der Region gewährleisten. Ziel des BFV ist es, die Zusammenarbeit mit einem BFV-Nachwuchsleistungszentrum auch bei Problemen mindestens bis zum Saisonende fortzusetzen, denn eine Kündigung während der Saison gefährdet den Trainingsbetrieb für die Kinder und Jugendlichen. Findet kein Training mehr statt, schadet dies sowohl der sportlichen als auch der persönlichen Entwicklung der Talente in der Region. Unter einer Einstellung des Trainings müssten demnach diejenigen, um die es geht, am meisten leiden", so BFV-Pressesprecher Thomas Müther.


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