Bad Kissingen
Eishockey

Die Kissinger Wölfe verlieren Spiel und Dunlop

Eine Niederlage gegen Vilshofen, ein Abgang und ein ernstes Gespräch mit Trainer Mikhail Nemirovsky.
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Schon wieder weg: Nach nicht einmal vier Wochen im Wölfe-Dress wechselt Mark Dunlop zum Oberligisten VER Selb. Foto: Jürgen Schmitt
Schon wieder weg: Nach nicht einmal vier Wochen im Wölfe-Dress wechselt Mark Dunlop zum Oberligisten VER Selb. Foto: Jürgen Schmitt
Kissinger Wölfe - ESC Vilshofen 2:5 (1:2, 0:1, 1:2).
1,22 Meter hoch und 1,83 Meter breit ist ein Eishockey-Tor. Vilshofens Goalie war gefühlte zwei auf zwei Meter groß. Schon klasse, was Maximilian Meschik da alles parierte am frühen Sonntagabend. Vor allem in Kissinger Überzahl, eigentlich doch die Paradedisziplin der Wölfe, die im finalen Drittel einen 1:3-Rückstand aufzuholen hatten. Bis dato hatten die Niederbayern eindrucksvoll gezeigt, warum sie zu den Top-Teams der Liga gehören. Nach nur 20 Sekunden hatte Vladimir Gomow getroffen, Verteidiger Andreas Maier nach knapp fünf Minuten erhöht. Alexander Andrusovich verkürzte, doch das Kissinger Handicap vergrößerte sich wieder, weil Matthias Zillinger im Mitteldrittel seine Mannschaft in doppelter Überzahl mit 3:1 in Führung brachte.

Oftmals in Überzahl

Trotzdem hätten die Saale männer punkten können gegen die Donaustädter. Im Schlussdrittel boten sich den Kissinger Wölfen gegen ihre "Artgenossen" reichlich Möglichkeiten dank fast dauerhaftem Überzahlspiel, weil unter anderem Robert Vavroch nach dem hohen Stock gegen Jan Pantkowski mit Verletzungsfolge eine Fünfminuten-Strafe kassierte. Selbst mit zwei Mann mehr wollte den Gastgebern der zweite Treffer erst nicht gelingen. Exemplarisch genannt sein soll die Doppelchance von Roman Nikitin, als Meschik zweimal prächtig reagierte. 28 Sekunden vor Ablauf der langen Strafe hatte Andrusovich dann doch getroffen, aber der Glaube an die Wende hatte sich schnell erledigt. Weil Mark Dunlop auf die Strafbank musste. Und weil Vilshofens Andreas Toth diesen Vorteil sofort nutzte. Der Hallensprecher hatte die Strafe gegen Bad Kissingen noch nicht einmal ausgesprochen gehabt. Mit dem fünften Gegentreffer von Markus Simbeck war das Spiel definitiv entschieden. Kompaktheit hatte gegen Kunst gesiegt. Nicht nur die fünf verschiedenen Torschützen waren ein Zeichen dafür, dass die Niederbayern das effektivere, aber auch das homogenere Team gestellt hatten.

Unschönes Vorkommnis

Dass die Kissinger Wölfe die Tabellenführung in der Landesliga behielten, täuscht nicht über Probleme hinweg. Gesprächsthema bei den Fans war nicht die Niederlage an sich, sondern die Aktion von Spielertrainer Mikhail Nemirovsky, der an der Bank mit Andreas Hampl seinem eigenen Mitspieler mit dem Arbeitsgerät einen Schlag in die Kniekehle versetzt hatte. "So etwas kann passieren, wenn in einem harten Sport Emotionen im Spiel sind. Aber so etwas ist trotzdem inakzeptabel und darf nicht mehr vorkommen. Das habe ich unserem Trainer in einem Gespräch deutlich zu verstehen gegeben", sagt dazu Wölfe-Vorsitzender Vassili Ledin. Auffällig ist auch, dass der Kader mittlerweile zwar erstklassig besetzt ist, regelmäßig mit drei Reihen gespielt werden kann. Der Trainer allerdings der dritten Reihe kaum Einsatzmöglichkeiten gibt. "Die haben halt eine andere Sichtweise. Das muss jeder Verein für sich entscheiden. Wir setzen auf junge Spieler, die komplett alle spielen", sagte Haßfurts Sportleiter Martin Reichert nach dem Derby am Freitag dazu. "Vornehmlich auf zwei Reihen zu setzen, das war die Strategie des Trainers. Künftig soll die dritte Reihe aber wieder mehr Eiszeit bekommen", berichtet Ledin.

Das Team braucht seine Fans

Die Chancen auf die Meisterschaft sind mit der Niederlage gegen Vilshofen deutlich gesunken, da die Konkurrenz dicht dran ist und bis zu vier Spiele weniger absolviert hat. Die Saison schlechtzureden hält Ledin allerdings für den falschen Ansatz. "Wir sind immer noch Tabellenführer. Und es geht vorwärts mit dem Verein. Wir werden wahrgenommen, was in der Vergangenheit nicht immer der Fall ist. Wir hätten mit ein wenig Glück auch gegen Vilshofen gewinnen können. Wichtig ist, dass die Fans uns weiter den Rücken stärken und zur Mannschaft stehen." Am besten bereits am 2. Weihnachtsfeiertag (18.30 Uhr) im Rückspiel beim ESC Haßfurt. Dann wird Mark Dunlop übrigens schon nicht mehr zum Kader der Kissinger Wölfe gehören. "Mark hatte ein Angebot vom VER Selb aus der Oberliga. Diese Chance wollten wir ihm nicht nehmen. Das ist eine Trennung unter Freunden. Eine Rückkehr ist nicht ausgeschlossen", betont der Vorsitzende.

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