Bad Kissingen
Fußball Testspiel

Bad Kissingen für Ansturm der Fans gerüstet

TSV Reiterswiesen und FC 06 freuen sich auf die Partie des 1. FC Nürnberg gegen Kickers Würzburg. Club gewinnt in Schweinfurt 1:0, der Drittliga-Aufsteiger ledert Wattenscheid 6:0 ab.
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Konsequente Schweinfurter Defensivarbeit: Manuel Müller (links) grätscht Club-Angreifer Jakub Sylvestr (Mitte) ab. Kevin Fery (rechts) ist als weitere Absicherung zur Stelle. Foto: Frank Scheuring
Konsequente Schweinfurter Defensivarbeit: Manuel Müller (links) grätscht Club-Angreifer Jakub Sylvestr (Mitte) ab. Kevin Fery (rechts) ist als weitere Absicherung zur Stelle. Foto: Frank Scheuring
Das Testspiel des 1. FC Nürnberg gegen die Würzburger Kickers am Dienstag, 14. Juli ab 19 Uhr, im Dr.-Hans-Weiß-Sportpark in Bad Kissingen wirft bereits einen langen Schatten voraus. Denn der Zweitligist von der Noris weilte am Samstag zum 110. Vereinsjubiläum des FC 05 in Schweinfurt. Und der Regionalligist hielt richtig gut mit gegen den zwei Klassen höher kickenden Club, der gerade mal mit 1:0 siegte. Da schmeckten den 2612 hernach Wurst und Getränk umso besser bei der Geburtstagsparty der Schweinfurter. Und die "Jets" spielten dazu bis in den Abend hinein alte Hits.

Beste Zusammenarbeit

Die Verantwortlichen des TSV Reiterswiesen und des FC 06 Bad Kissingen, die bei der Organisation des fußballerischen Leckerbissens im Sportpark eng zusammenarbeiten, wappnen sich für einen größeren Ansturm.
"Wir erwarten deutlich mehr Fans", meinte Reiterswiesens Vorstand Egon Göbel in Anspielung auf die Zuschauerzahl in Schweinfurt. "Wenn ich so höre, was aus Würzburg und der Hammelburger Kante kommen will, rechnen wir mit über 4000." Karten gibt es an diesem Montag noch im Vorverkauf in der Geschäftsstelle der Saale-Zeitung in Bad Kissingen in der Theresienstraße 21. Am Dienstag gibt es dann Tickets nur noch an der Tageskasse im Sportpark. Die Fans werden gebeten, möglichst früh zu erscheinen. Einlass ist bereits um 16 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt ist auch der Fan-Shop des 1. FC Nürnberg mit einem Verkaufsmobil anwesend. Die Eintrittspreise haben der Club und die Kickers festgelegt, Kinder bis zum Alter von zwölf Jahren haben freien Eintritt, Jugendliche von 13 bis 18 Jahren, Studenten, Rentner und Schwerbehinderte zahlen acht Euro, Erwachsene zehn Euro.
Die Würzburger Kickers betrieben am Wochenende beste Werbung, besiegten sie doch den West-Regionalligisten SG Wattenscheid in Hanau mit 6:0. Dennoch ließ Trainer Bernd Hollerbach die Spieler des Drittliga-Aufsteigers am Sonntagmorgen um 9 Uhr zu einem knackigen Zirkeltraining antreten. Die Zeit des Probierens ist bei den Kickers vorbei. "Je näher das Auftaktspiel kommt, desto mehr müssen wir auch den Ernstfall proben", sagt Bernd Hollerbach.

Namhafter Neuzugang

Zu dem ist den Würzburgern am Sonntag noch ein Coup auf dem Transfermarkt geglückt. Zweitliga-Absteiger Erzgebirge Aue hätte Rico Benatelli gerne behalten, Drittliga-Rivale Preußen Münster wollte den Mittelfeldspieler unbedingt verpflichten, bei Erstliga-Absteiger SC Paderborn absolvierte er ein Probetraining. Unterschrieben hat der 23-Jährige aber einen Zweijahresvertrag am Dallenberg. Für Kickers-Coach Bernd Hollerbach ist der Akteur, den das Internetportal "transfermarkt.de" mit dem stolzen Marktwert von 800 000 Euro taxiert, ein Wunschspieler: "Rico habe ich seit langem beobachtet", sagt der Würzburger Übungsleiter über den Sohn des einstigen Bochumer Erstliga-Stürmers Frank Benatelli. Ablöse war keine fällig. Der Vertrag des Neu-Würzburgers in Aue war ausgelaufen. In Bad Kissingen wird Benatelli womöglich noch nicht zum Einsatz kommen. "Wir wollen jetzt nichts überstürzen", so Hollerbach.
Der FCN war am Samstag in Schweinfurt richtig gefordert. "Wir haben uns vor allem in der Defensive stark präsentiert und gezeigt, dass wir eine stabile Mannschaft sind", bilanzierte 05-Coach Gerd Klaus. Also gute Signale für nächsten Samstag, wenn's gegen die FCN-Reserve um Regionalliga-Punkte geht? "Punktspiele sind was anderes, da müssen wir eine Schippe drauflegen", relativiert Torwart Christopher Pfeiffer. Sagt aber auch: "Wenn wir so engagiert spielen wie heute, tun sich auch bessere Mannschaften schwer gegen uns. So langsam funktionieren die Mechanismen." Und Neuzugang Christopher Kracun war angetan vom neuen Team: "Ich habe einen top Eindruck von allem hier. Wir haben es selbst gegen den Club versucht, spielerisch zu lösen."

Führung war möglich

Nun, der Club war schon individuell klar besser, als Team brauchten sich die Nullfünfer in ihren schmucken neuen grünen Leibchen mit dem einen markanten weißen Längsstreifen aber nicht verstecken. Sie hatten sogar fürs Erste mindestens gleichwertige Chancen. Hätte Florian Wenninger nur den besser postierten Christopher Kracun gesehen, statt aus 14 Metern knapp drüber zu ballern (16.), das 1:0 wäre möglich gewesen. Oder das 1:1, wenn FCN-Keeper Thorsten Kirschbaum nicht bei Tom Jäckels ansatzlosen Gewaltschuss gerade noch die Finger dran bekommen hätte (35.). Oder wenn Kevin Fery bei seiner doppelten Möglichkeit (44.) nicht auch Kirschbaum im Weg gestanden wäre. So aber lag der Club vorn, denn Rurik Gislason war Wenninger einteilt und hatte humorfrei vollendet (24.). Beinahe hätte Danny Blum nachgelegt, doch 05-Torsteher Christopher Pfeiffer pflückte ihm den Ball frech vom Fuß.
Nachdem in der Halbzeitpause die Club-Fans das Elfmeterschießen gegen die Kollegen aus Schweinfurt mit 4:2 gewonnen hatten, wollten die "echten" 05er sich offenbar dafür revanchieren - und spielten weiter keck mit. Ums Haar wäre dem eingewechselten Marino Müller der Ausgleich geglückt, doch seinen Versuch aus sechs Metern bugsierte der zweite Club-Schlussmann, Patrick Rakovsky, zur Ecke (51.). Zwei Minuten später dann Elfmeter für Nürnberg, Andreas Bauer soll Gislason gefoult haben; doch Blum zielte links vorbei. Danach wurde zu Lasten von Tempo und Spielfluss tüchtig gewechselt.

Lob vom Club-Trainer

"Die erste Halbzeit war ganz ordentlich, die zweite zum Vergessen. Gerade im Angriff gibt es da noch sehr viel Steigerungspotenzial", wollte Trainer René Weiler die Auswechselungen als Entschuldigung nicht recht gelten lassen. Lobte lieber den Gegner: "Die Schweinfurter haben das gut gemacht, Kompliment auch an den Trainer." Denn den etwas direkteren Weg zum Tor suchte zum Ende hin sogar der FC 05. "Wir waren in der zweiten Halbzeit dem 1:1 näher als der Club dem 2:0", war Klaus hoch zufrieden.
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